Abo
Sie haben kein
gültiges Abo.
Schließen

Kinder machen Kunst: Besondere Ausstellung in Lunzenau

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Die Schau "Viele kleine Hände" zeigt Kunst von Drei- bis Sechsjährigen aus der Frühförderung der Rochlitzer Diakonie. Die Werke sind nicht nur etwas fürs Auge. Die Arbeit daran sollte auch dazu dienen, die Kinder in ihren besonderen Lebenslagen zu unterstützen.

Lunzenau.

Sie sind farbenfroh, wirken fröhlich und zeigen eine große Kreativität: die rund 20 Kunstwerke, aktuell ausgestellt im Lunzenauer Rathaus. Dabei haben es die Künstlerinnen und Künstler, die sie geschaffen haben, sicher nicht immer leicht. Denn die Collagen stammen von drei- bis sechsjährigen Kindern mit besonderen Herausforderungen im Leben.

Eröffnung mit Kulturprogramm

Entstanden sind sie im Rahmen der Frühförderung des Diakonischen Werks Rochlitz. Seit wenigen Tagen ist die Ausstellung "Viele kleine Hände" zu sehen. Eröffnet wurde sie feierlich am Nikolaustag mit einem Kulturprogramm.

Durch die Frühförderung der Rochlitzer Diakonie werden jährlich rund 120 Kinder mit verzögerter Entwicklung oder Behinderung in ihrer körperlichen und geistigen Entfaltung unterstützt, informiert Kerstin Rudolph, Sprecherin des Vereins. Oft geschieht die Förderung in Hausbesuchen direkt bei den Familien. Dafür arbeiten in der Frühförderung heilpädagogische und therapeutische Mitarbeiter Hand in Hand - im Haus der Diakonie in Rochlitz, im Eltern-Kind-Zentrum Mittweida sowie im Diakonie-Beratungszentrum Burgstädt. Tätig sind zum Beispiel Sozial- und Heilpädagogen, Heilerziehungspfleger, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden. In Mittelsachsen gibt es drei Interdisziplinäre Frühförderstellen, außer durch das Diakonische Werk Rochlitz auch getragen durch die Diakonie Freiberg und die Lebenshilfe Oschatz mit Standort in Döbeln.

Schon Einjährige werden gefördert

Frühförderung sollte zum frühestmöglichen Zeitpunkt beginnen und kann bis zum Schuleintritt fortgesetzt werden, informiert die Diakonie. "Wenn Eltern sich Sorgen machen, ob ihr Kind im Vorschulalter altersgerecht entwickelt ist, so können sie sich von ihrem Kinderarzt eine Überweisung zur Frühförderstelle geben lassen", sagt Doreen Lägel, Leiterin des Bereichs. Zum Teil werden schon Einjährige entsprechend gefördert, etwa mit Physiotherapie. Unter anderem werden auch Kinder mit Down-Syndrom unterstützt, sagt Lägel.

Anzahl an betreuten Kindern steigt

Haben sich zwei Jahre Coronapandemie auf die Frühförderung ausgewirkt? Ohne weiteres lasse sich das nicht sagen, aber Doreen Lägel stellt fest: "Die Anzahl an Kindern in der Frühförderung ist gestiegen, vermehrt ab dem Sommer. Das kann auch daran liegen, dass jetzt wieder mehr ärztliche Untersuchungen stattfinden können." Vermehrt festgestellt würden zudem bei den Kindern Auffälligkeiten im sozialen oder emotionalen Bereich, beispielsweise Verhaltensauffälligkeiten wie Schlagen und Beißen. In diesen Fällen arbeite man viel mit den Eltern zusammen und leiste auch Erziehungsberatung.

Vom "Zwitscherbaum" bis zum "Herz für Mama"

Kunst in der Frühförderung schule diverse Fähigkeiten, teilt die Diakonie mit: Feinmotorik, Kreativität und Frustrationstoleranz sowie das Selbstbewusstsein, wenn die kleinen Künstler ihr Werk in der Schau wiederfinden. Die Ausstellung "Viele kleine Hände", von der ein Teil in Lunzenau zu sehen ist, wurde von der Diakonie entwickelt und durch die Aktion Mensch gefördert. Für die Schau haben die Kinder Papier eingefärbt und Federn geklebt, Elefanten gestaltet und Schnecken gefaltet. Die Werke tragen Titel wie "Zwitscherbaum", "Elefantenparade" oder "Ein Herz für Mama".

Zur Eröffnung am Abend des Nikolaustags gaben die Lunzenauer Montagssänger ein Konzert. "Auch ein Mädchen, das bei mir in der Frühförderung war, hat ein Lied gesungen und etwas vorgelesen", freut sich Doreen Lägel.

Schau bis Ende März zu sehen

Zu sehen gewesen ist die Wanderausstellung bereits in der Stadtkirche Mittweida, im Kirchgemeindehaus Burgstädt, im Taurasteinturm, auch im Landratsamt und im Hainichener Rathaus. Nach Lunzenau soll sie an der Hochschule Mittweida gezeigt werden. In Lunzenau kann die Schau bis Ende März angeschaut werden, zu den Öffnungszeiten des Rathauses montags, dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr, sowie dienstags auch 13 bis 18 Uhr und donnerstags 13 bis 15 Uhr. Seit 2007 ist es die 32. Ausstellung im Bürgersaal, informiert die Stadt.

Informationen zum Bereich Frühförderung geben Diakonie-Mitarbeiter unter Telefon 03737 493113 oder 03727 99675330. (fmu)

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.