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So geht es weiter mit Karls Erdbeer-Erlebnisdorf

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In wenigen Wochen kommen Bagger auf dem 17 Hektar großen Areal in Döbeln zum Einsatz. Doch das ist noch nicht der Baustart für das Millionenprojekt. Investor Robert Dahl rechnet jetzt mit einem neuen Eröffnungstermin.

Döbeln.

Der Neubau von Karls Erlebnis-Dorf auf der grünen Wiese an der Schnittstelle der Bundesstraße 169 und der Autobahn A 14 in Döbeln-Nord beschäftigt Karls-Inhaber Robert Dahl und sein Projektteam derzeit nahezu täglich. Und obwohl noch kein Baurecht für den Freizeitpark besteht, das Verfahren für den Bebauungsplan noch nicht beendet ist und auch noch keine Genehmigung zur Erschließung für das Areal vorliegt, ist der Firmenchef voll des Lobes für die am Verfahren Beteiligten. "Wenn es überall so gut laufen würde mit den Behörden und der Stadt wie in Döbeln, wären wir zufrieden", sagte der Mann aus Rövershagen (Mecklenburg-Vorpommern), dessen Unternehmen derzeit zwei weitere neue Erlebnis-Dörfer in Bayern und im Ruhrgebiet plant.

Dennoch: Der ursprünglich genannte Eröffnungstermin Ostern 2023 ist nicht mehr zu halten. Dahl rechnet bis Ende Januar kommenden Jahres mit einer Baugenehmigung. Dann könne man im Februar mit den Gründungsarbeiten für das Hauptgebäude des Erlebnis-Dorfes beginnen und an den Parkplätzen arbeiten. Das Projekt, dessen Investitionen Dahl jetzt auf rund 20 Millionen Euro beziffert, noch im nächsten Jahr im Oktober zu eröffnen, damit habe er "geliebäugelt". Andererseits sei keiner der fünf bestehenden Karls-Freizeitparks vor dem Winter eröffnet worden. "Aus heutiger Sicht ist eine Eröffnung Ostern 2024 mit Blick auf die dann folgende Saison realistisch", so der Inhaber von Karls Markt OHG und Karls Tourismus GmbH. Allein die Erschließung mit Medien wie Strom und Abwasserleitungen sowie neuen Straßen und einen Knotenpunkt sei aufwändig. "Wir werden also die anderthalb Jahre Bauzeit brauchen", so Dahl.

Begonnen hatten indes bereits im Herbst 2021 erste Grabungen der Archäologen vom Landesamt für Archäologie auf dem Areal, bei denen der überwiegende Teil der Funde auf eine gut erhaltene Siedlung der frühen Jungsteinzeit (5500-4500 vor Christus) schließen lassen. Die im Februar unterbrochenen Arbeiten sollen nun am 10. Oktober mit weiteren Ausgrabungen fortgesetzt werden, wie Christoph Heiermann, Referatsleiter im Landesamt für Archäologie, ankündigte. "Man wird dann hier schon viele Bagger sehen", bestätigte Investor Dahl, der sein Verständnis für die Interessen der Archäologen versicherte. Die Grabungen kosten zwar zusätzlich Geld und Zeit. Andererseits könnten die Funde durchaus auch für den Standort attraktiv sein. "Vielleicht können wir in einem Gebäude den Gästen die Vorgeschichte des Grundstücks darstellen", so Dahl. Das Landesamt bestätigte die Bedeutung der Grabungsstellen, auf denen mit mehr als 60 Gebäudegrundrissen und mehreren tausend Funden und Befunden zu rechnen sei. "Damit gehört der Fundplatz zu den größten bekannten Siedlungsplätzen der frühen Jungsteinzeit im mittelsächsischen Lössgebiet und besitzt auch überregional einen hohen Stellenwert", so Referatsleiter Heiermann. Es sei nicht ausgeschlossen, kleinere Sonderausstellungen am Ort von Ausgrabungen zu organisieren.

Parallel zu den Ausgrabungen und dem Bebauungsplanverfahren läuft noch ein weiteres Genehmigungsverfahren für die Erschließung von Karls Erlebnis-Dorf. Das betrifft insbesondere die Verkehrsanbindung des Freizeitparks an die Bundesstraße 169 und den Autobahnanschluss Döbeln-Nord. "Ziel ist es, diese Genehmigungsplanung für die Erschließung bis Ende Oktober 2022 fertigzustellen und beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr zur Genehmigung einzureichen", erklärte Thomas Mettcher, Pressesprecher der Stadt Döbeln. Es wird mit bis zu 300.000 Fahrzeugen und 900.000 Besuchern pro Jahr gerechnet, die das Erlebnis-Dorf ansteuern.

Derweil beschäftigt sich das Projektteam von Karls mit dem Konzept der Gebäude des Erlebnis-Dorfes. Neben Schaumanufakturen, mehreren Erlebnis-Gastronomien und einer Auswahl von Fahrgeschäften soll laut Dahl ein Indoor-Spielplatz entstehen. Für Döbeln werde an einem neuen Konzept der Gestaltung unter dem Titel "Kuddel und Muddels" gearbeitet. Fest eingeplant sei auch ein Hotel-Neubau, der aber erst in einem zweiten Ausbauschritt folgen soll. Im ersten Schritt rechnet Dahl mit 100 festangestellten Beschäftigten sowie weiteren Saisonarbeitskräften, die am Standort Döbeln arbeiten sollen.