Corona-Impfungen - Hochbetagte müssen sich oft noch gedulden

Menschen über 80 Jahren sollen vorrangig gegen das Coronavirus geimpft werden. Doch in manchen Bundesländern ist für diejenigen, die zu Hause leben, nicht einmal die Terminvergabe angelaufen.

Berlin (dpa) - In den ersten Bundesländern haben die Zentren zur Impfung gegen das Coronavirus geöffnet - vor allem auch für die Menschen über 80 Jahren. Aber wie kommen Hochbetagte, die zu Hause leben, an den Termin?

Die Bundesländer gehen dabei unterschiedlich vor, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt.

In NORDRHEIN-WESTFALEN sollen ab der dritten Januarwoche Briefe an die Menschen über 80 geschickt werden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums kündigt der Brief den Beginn der Impfungen für diese Zielgruppe in den Impfzentren Anfang Februar an und klärt über den Ablauf von der Terminvereinbarung über die Telefonhotline 116 117 bis zur zweiten Impfung auf. «Wenn eine Fahrt in ein Impfzentrum nicht möglich ist, empfehlen wir, zu warten, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, der zu Hause oder von Hausärzten verimpft werden kann», sagte eine Ministeriumssprecherin.

In HESSEN öffnen mehrere Impfzentren am 19. Januar. Die Menschen über 80 Jahren sollen angeschrieben werden. Später sollen mobile Impfteams zu denen fahren, die daheim leben und etwa bettlägerig sind.

In RHEINLAND-PFALZ haben Impfzentren seit Donnerstag geöffnet. Termine für Menschen über 80 können vereinbart werden. Menschen mit Bewegungseinschränkungen werden daheim von ihrem Hausarzt geimpft - wenn der Impfstoff da ist. Die Regierung appellierte an die Bürger, alte Menschen ins Zentrum zu fahren, die das alleine nicht können. Wenn dies nicht möglich sei, sollten die Menschen mit ihrer Krankenkasse klären, ob diese eine Kranken- oder Taxifahrt bezahlen.

Im SAARLAND sind seit Ende Dezember Impfungen in Zentren möglich. Immobile Menschen zu Hause geimpft werden, sobald transportfähige Impfstoffe vorhanden sind.

In HAMBURG können die Menschen über 80, die zu Hause leben, jetzt Termine für die Impfung online und telefonisch buchen. In der kommenden Woche werden sie auch von der Gesundheitsbehörde angeschrieben und auf die Impfmöglichkeit hingewiesen. Die Fahrt ins Impfzentrum müssen die Senioren selbst organisieren.

In NIEDERSACHSEN wird es wohl bis Anfang Februar dauern, bis die Menschen über 80 außerhalb der Heime mit den Impfungen dran sind. Die Senioren sollen angeschrieben und über Impfmöglichkeiten und Terminvergabe via Hotline und Onlineportal informiert werden. Damit die Betagten in die Impfzentren kommen können, sollen im Bedarfsfall separate Buslinien eingerichtet oder bestehende Linien verlängert werden. Alte Menschen können auch Sonder-/Krankentransporte in Anspruch nehmen, die Kosten sollen im Einzelfall übernommen werden.

In SACHSEN gehen ab Montag die Impfzentren ans Netz. Eine Plattform für die Anmeldung wird dann freigeschaltet. Ab Mitte kommender Woche soll man sich auch telefonisch anmelden können. Die Menschen über 80, die zu Hause leben, müssen ins Impfzentrum kommen.

In BADEN-WÜRTTEMBERG können sich die Hochbetagten, die nicht in Heimen wohnen, zu einem Impftermin anmelden - über die Telefonnummer 116117 und die Webseite www.impfterminservice.de. Die Fahrt ins Impfzentrum muss privat organisiert werden. Nur in Härtefällen soll es auch Impfungen für nicht mobile Menschen zu Hause geben.

In SCHLESWIG-HOLSTEIN sind die Impfzentren seit dem 4. Januar geöffnet. Es ist die Anmeldung zur Impfung telefonisch oder online über www.impfen-sh.de möglich. Im Gespräch ist, die Anbindung der Impfzentren über Busse und Bahnen zu verbessern. Unter Umständen können die Transportkosten zu den Zentren von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

In BERLIN werden die Einladungen zum Impfen an die Hochbetagten gerade verschickt. Sie können über eine Hotline einen Termin in einem Impfzentrum vereinbaren. Für die Senioren zahlt der Staat die Taxikosten für Hin- und Rückfahrt. Wer seine Wohnung nicht verlassen kann, soll laut DRK von einem mobilen Team geimpft werden.

In BAYERN ist die telefonische Terminvereinbarung für die Menschen über 80 angelaufen. Die Hochbetagten erhalten in einem Schreiben Informationen über die Impfung und die Terminvereinbarung. Wenn Impfberechtigte nicht mobil sind und nicht in einem Heim leben, können sie laut Regierung auch auf die mobilen Impfteams zurückgreifen. Bayern prüft den Einsatz von Impfbussen, die rausfahren zu den Menschen.

In THÜRINGEN können die über 80-Jährigen Impftermine über das Online-Portal www.impfen-thueringen.de oder telefonisch über die Hotline 03643/495 0490 buchen. Die ersten Impfzentren sollen am 13. Januar öffnen. Pflegebedürftige, die zu Hause leben und immobil sind, müssen laut Gesundheitsministerium zunächst warten. Die Fahrt zu den Impfzentren müssen sich die Menschen selbst organisieren.

In BREMEN sollen die Impfberechtigten Post erhalten. Wann die zu Hause lebenden Menschen über 80 dran sind, war zunächst unklar. Geprüft wird, ob der Transport durch Fahrdienste möglich ist.

In BRANDENBURG sollen sich die Menschen über 80 bei der Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung (KVBB) für die Impftermine anmelden. Zur Frage, wie die Hochbetagten in die Impfzentren kommen sollen, ist die KVBB im Gespräch mit den Landkreisen und kreisfreien Städten.

In MECKLENBURG-VORPOMMERN werden derzeit die ersten Briefe an Bürgerinnen und Bürger über 80 Jahren versandt. Jeder, der einen Brief erhält, kann sich an ein Callcenter wenden zur Terminvereinbarung. Um mobilen älteren Personen lange Wege zu den Impfzentren zu ersparen, werden Alternativangebote diskutiert.

In SACHSEN-ANHALT sollen Menschen über 80 ab Montag in den ersten Impfzentren geimpft werden. Die ersten Impfzentren bieten telefonisch unter 116 117 oder im Internet unter www.impfterminservice.de Termine an, bald sollen Termine in allen Impfzentren buchbar sein.

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99 Kommentare
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  • 1
    3
    Bär53
    11.01.2021

    @OlafF: Wenn die Impfung so wirkt, wie sie soll, ist jeder Geimpfte ein potenzieller Patient weniger auf der Intensivstation. So gesehen dient sie natürlich erst einmal meinem Eigenschutz. Das ist richtig und das wäre für mich schon ein guter Grund, das Angebot anzunehmen.
    Falls Sie recht haben und es so ist, dass auch Geimpfte Viren verbreiten können, dann ist das halt so! Ich werde mit Rücksicht auf meine Umgebung dann die Hygiene- Regeln so gut wie möglich auch weiterhin einhalten!
    Aber letztlich ist ja dann auch jeder selbst für sich verantwortlich.

  • 4
    4
    OlafF
    10.01.2021

    Nach einer weit verbreiteten wissenschaftlichen These unserer Chef-Epidemologen stecken asymptomatisch Gesunde bei minimaler Viruslast bereits am Anfang (der Infektion) Gesunde an.

    Geimpfte nach Karenzzeit, still Gefeite und Gesundete ohne Rückfall stecken dann , wenn man dieser These folgt trotzdem an.

    Jetzt meine freundliche Frage: Warum sollte sich dann jemand impfen lassen, außer freiwillig und bei eigener Überzeugung zu seinem eigenen Schutz?

  • 1
    1
    klali
    10.01.2021

    Sorry, der erste Versuch eines Kommentars war ein klassischer Mausabrutscher ...

  • 6
    6
    klali
    10.01.2021

    @Echo1: Die Strategie "Gesunde stecken keine Gesunden an" scheint mir im -Angesicht von bereits 1,4 Millionen Toten weltweit - nicht diskutabel. Wenn Sie wissen, wie sich die Ansteckung vollzieht, dann dürfen Sie keinerlei Kontakte pflegen, denn nur jemand der vollkommen isoliert lebt, kann auch behaupten virusfrei zu sein.
    Aber vielleicht hilft es sich die Augen zuzuhalten und zu hoffen, dass das Virus Sie und Ihre " erfahrenen Alten" nicht sieht.

  • 4
    5
    klali
    10.01.2021

    @Echo1: Ihre Glaube, dass Gesunde Menschen keine gesunden Menschen anstecken scheint für Sie eine hinreichende Strategie gegen ein Virus, das bis

  • 5
    13
    Echo1
    09.01.2021

    Die gesunden Alten haben ihre Erfahrungen, was ihnen hilft. Die ich kenne, sind skeptisch gegen das Impfen. Sie sagen, ich bin so alt geworden, dass brauch ich nicht mehr. Den Alten nicht diesen Zwang antun. Auch die Söhne dürfen das nicht. Hört Euch mal an, was die Alten zu sagen haben. Die glauben nämlich nicht, dass gesunde Menschen gesunde Menschen anstecken können.

  • 8
    0
    klapa
    08.01.2021

    Genau, die Alten haben alle Zeit der Welt. Nur keine Eile.

    In Sachen Bürokratie ist Deutschland einsame Spitze.

  • 4
    3
    Dickkopf100
    08.01.2021

    Diese Art und Weise der Terminvergabe ist an Armseligkeit nicht zu übertreffen. Mein "alter Herr" ist 81Jahre alt und zum Glück noch fit wie ein Turnschuh. Der macht sein Ding allein und ist glücklich damit. Nur eines ist sicher: er verzichtet eher auf die Impfung, bevor er sich am Telefon ewig zum "Löffel" macht. Sagt er so... Mit Internet kann er nichts anfangen. Nun warte ich gespannt darauf, wie es sich in Sachsen entwickelt, damit ich meinen Vater irgendwie zu einem Termin bringe. Zum Glück habe ich Internet und kann damit umgehen. Nur viele andere grade ältere Leute können das nicht und da kann man sich vorstellen, wie die Telefone "heiß" laufen werden. Und bei dem wenigen Personal, welches da in den "Callcentern" sitzt, wird das sicher ein Geduldsspiel. Aber bei uns im Vogtlandkreis läuft es sowieso immer etwas anders als gedacht...

  • 8
    1
    Urlaub2020
    08.01.2021

    Die älteren Menschen zu Hause sollen sich Telefonisch um einen Termin kümmern,da werden die Menschen wohl keinen Termin bekommen .Aber Stundenlang in der Warteschleife ausharren.A wenigstens gehen diese Menschen nicht Einkaufen damit sind sie keiner Gefahr ausgesetzt.