CSU-Parteitag diskutiert über gendergerechte Sprache

Auf ihrem Parteitag will die CSU nach der Rede von Parteichef Söder auch ein dickes Antragsbuch durcharbeiten. Darin finden sich nicht nur altbekannte Themen, die für Diskussionen sorgen dürften.

München (dpa) - Die CSU steht einer geschlechtergerechten Sprache skeptisch gegenüber.

«Es ist zu unterstützen, dass insbesondere die Sprache von Behörden für jedermann verständlich und leicht zugänglich ist. Ideologisch motivierte Sprachgestaltung ist fehl am Platz», heißt es im 399-Seiten dicken Antragsbuch für den digitalen Parteitag unter dem Punkt «C 15 - Die Verballhornung der Sprache mit überflüssigen Gender-Formulierungen verhindern».

Gleich zwei Anträge befassen sich mit den neuen Schreibweisen von Wörtern, die durch Genderzeichen, Binnen-I oder Gender-Doppelpunkt Männer, Frauen und Diverse gleichermaßen und gleichberechtigt gerecht werden sollen.

Die Forderung des Antragstellers, der Münchner Stadtrat und CSU-Senior Reinhold Babor, ist unmissverständlich: «Die krampfhafte Wortwahl der Gender-Sprache hat in Behörden und in Bildungseinrichtungen zu unterbleiben.» Er beruft sich dabei auf die Haltung der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), die Gendersternchen und Co als nicht konform mit den Regeln der deutschen Grammatik und der Rechtschreibung ablehnt.

Ob der Parteitag der Forderung aber so folgen wird, muss abgewartet werden. Die Antragskommission weißt in ihrer Stellungnahme bereits daraufhin, dass Sprache und das allgemeine Verständnis davon laufend Veränderungen unterliegen. «Gesetzgeberische Festlegungen über den Charakter der Sprache können daher problembehaftet sein.» Es sei daher zu prüfen, ob in Behörden und Bildungseinrichtungen Veränderungen der Sprachgestaltung notwendig seien und ob Verständlichkeit weiterhin gegeben ist.

Tatsächlich haben immer mehr Kommunen - darunter Hannover, München und Kiel - in den vergangenen Monaten Leitfäden mit Empfehlungen für eine gendersensible Sprache vorgelegt - also etwa lieber den Begriff «Familienparkplatz» zu verwenden statt «Mutter-Kind-Parkplatz».

Antrag «C 15» gehört zu den 15 Anträgen, die auf dem Parteitag von den rund 800 Delegierten besonders ausführlich gleich zu Beginn diskutiert werden sollen. Weitere Themen sind die Digitalisierung an den Schulen, der Kampf gegen den Kindesmissbrauch, der Umgang mit der Polizei und die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente und Windeln. Wegen der Corona-Pandemie verzichtet die CSU in diesem Jahr auf ihren großen Präsenzparteitag im Dezember und verlagert ihre Antragsarbeit alleine auf den Internet-Parteitag an diesem Samstag. Im Mittelpunkt steht dabei die Grundsatzrede von Parteichef Markus Söder.

22 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 3
    1
    Ich1966
    27.09.2020

    ein Volk das bereits krank ist wird
    noch kränker gemacht.

    das Ergebnis Vorab mit jungen Pat
    ienten geflutete Psychologie,-Ther
    apeuthen Praxen.

    Das ganze hat mich auch zu der Überlegung veranlast wie geht
    man denn im Werkzeug -Formen
    bau hier vor.

    s.h.
    Sackloch Bohrung = sexistisch!?
    Schrauben Mutter = Anti Christl.

    Solche Ideen kommen nur von
    Leuten die auch daran etwas ver
    dienen;und wenn es der Allgem
    einen Verwirrung dient.

  • 5
    1
    censor
    25.09.2020

    Aus meiner Sicht sollte man über diese sprachkulturellen Entgleisungen nicht diskutieren, sondern die Sprache konsequent wieder aufs Gleis zurückführen.