Debatte über Wahlalter 16 - SPD, Grüne und Linke dafür

1969 trat die Regierung von Willy Brandt mit der Maxime «Mehr Demokratie wagen» an - und senkte dann das Wahlalter von 21 auf 18 Jahre. 1970 wurde dafür das Grundgesetz geändert. Ein halbes Jahrhundert später sagen viele Politiker: Die Zeit ist reif für den nächsten Schritt.

Berlin (dpa) - Fünfzig Jahre nach der Senkung des Wahlalters für Bundestagswahlen von 21 auf 18 Jahre dringt Bundesfamilien- und Jugendministerin Franziska Giffey auf eine weitere Herabsetzung.

«Ich bin überzeugt davon, dass junge Leute mit 16 sehr wohl in der Lage sind, eine verantwortliche Wahlentscheidung zu treffen. Wir sollten Ihnen diese Möglichkeit geben», sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Unterstützung erhielt sie von den Vorsitzenden von SPD, Grünen und Linkspartei, Saskia Esken, Robert Habeck und Katja Kipping.

Die SPD fordere die Absenkung des aktiven und passiven Wahlalters auf 16 Jahre für alle Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen, sagte Esken der dpa. «Wir müssen jungen Menschen die Möglichkeit geben, mitzubestimmen und mitzugestalten.» Habeck sagte: «Wir leben in einer Zeit, in der die Mündigkeit der jungen Generation schon viel früher einsetzt. Es wäre schön, wenn der Gesetzgeber das sehen könnte und nachziehen würde.» 16-Jährige seien nicht weniger interessiert und informiert als 18-Jährige, sagte Linken-Chefin Kipping. «Es ist höchste Zeit, Jugendliche ab 16 mitentscheiden zu lassen. Und das bedeutet: Es ist Zeit für eine Absenkung des Wahlalters auf 16.»

CSU-Generalsekretär Markus Blume zeigte sich dagegen skeptisch. «Es hat sich bewährt, dass Wahlrecht und Volljährigkeit gekoppelt sind», sagte er der dpa. Die volle Strafmündigkeit, der Führerscheinbesitz und andere Rechte und Pflichten knüpften an die Volljährigkeit mit 18 an. «Das ist auch der richtige Maßstab für das Wahlrecht als oberstes Recht in der Demokratie.» Eine Entkoppelung wäre inkonsequent. «Die Jugend ist heute so engagiert wie lange nicht. Die Klimabewegung hat gezeigt, dass politische Teilhabe in vielfältiger Weise möglich ist, ohne dass dafür das Wahlrecht verändert werden müsste», sagte Blume.

Vor 50 Jahren, am 31. Juli 1970, war eine Grundgesetzänderung in Kraft getreten, die das Wahlalter für Bundestagswahlen um drei Jahre senkte. In Artikel 38 heißt es seitdem: «Wahlberechtigt ist, wer das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat; wählbar ist, wer das Alter erreicht hat, mit dem die Volljährigkeit eintritt.» Diesen Schritt hatte Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) in seiner Regierungserklärung zum Amtsantritt 1969 unter der Überschrift «Mehr Demokratie wagen» angekündigt.

«Junge Menschen wollen mitreden, beteiligt sein und selbst gestalten. Das ist gut und belebt die Debatten in unserem Land. Sie wissen, was für ihre Zukunft wichtig ist, und viele wollen auch selbst einen Beitrag leisten», sagte Giffey. «Ihre Sicht auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen muss ernst genommen und berücksichtigt werden.»

Habeck sagte, das Wahlalter 16 sollte möglichst schon bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr gelten. Bei vielen Kommunal- und Landtagswahlen sei dies schon möglich. «Damit werden viele junge Leute früh in die demokratische Willensbildung eingebunden.» Die dabei gesammelten Erfahrungen seien gut. «Es wird Zeit, das auf der Bundesebene auch zu tun.»

Andernfalls bestehe das Risiko, wichtige Teile der Gesellschaft von den politischen Entscheidungsprozessen auszuschließen, die gerade ihre Zukunft maßgeblich bestimmen werden, sagte Esken. «Die Fragen der Klimapolitik, der Überwindung der Folgen der Corona-Pandemie, unsere Familienpolitik oder auch der Zukunft unserer Arbeitswelt müssen gemeinsam mit jungen Menschen beantwortet werden.»

Auch die Jungen Liberalen wollen nun den nächsten Schritt gehen: «Es ist überfällig, dass das Wahlalter überprüft und mindestens auf 16 gesenkt wird», sagte die Vorsitzende des FDP-Nachwuchses, Ria Schröder, der dpa. Es gebe heute «einen ganz großen Mangel in der Generationengerechtigkeit der politischen Entscheidungen», bemängelte sie. «Bislang gibt es in der Politik gar kein Interesse, jungen Menschen gute Angebote zu machen, weil die einfach für die Wahlentscheidung nicht so relevant sind. Das würde sich ändern, wenn man jungen Menschen die Macht in die Hand gibt mitzuentscheiden.»

 

39Kommentare
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  • 1
    0
    mops0106
    02.08.2020

    @harzruessler1911: Sorry, ich hatte bei meiner Aussage vergessen, zu vermerken, dass es ein Eingehen auf den Kommentar von @Lum war. Dass Sie das mit der absoluten Altersgerechtigkeit nicht ernst meinen, war mir klar.

  • 1
    3
    RingsOfSaturn
    02.08.2020

    Ich verstehe nicht, wieso Lebenserfahrung eine Rolle für eine Wahlentscheidung spielen soll, darauf wurde hier ja mehrmals hingewiesen. Ich traue auch 16-Jährigen, die jetzt nicht so viel weniger Lebenserfahrung wie 18-jährige haben, durchaus zu, einzuschätzen, von wem sie regiert werden wollen und wer für sie den Rahmen gestalten soll, in dem ihre Zukunft liegt

  • 1
    0
    harzruessler1911
    02.08.2020

    @ mops

    also mein "Hinweis" zur absoluten Altersgerechtigkeit war absolut nicht ernst gemeint.

  • 1
    4
    Lum
    02.08.2020

    @mops0106, Sie schreiben, nur „mündige“ Bürger sollten eine Wahlentscheidung treffen. Genau das bliebe ja bei einem stellvertretenden Elternwahlrecht gewahrt. Die Eltern sind in der Regel mündig und wählen die Partei, die nach ihrer Meinung die Interessen des Kindes am besten vertritt. Eltern treffen ja viele Entscheidungen für ihre Kinder – über die Schule, die Erziehung, die Krankenbehandlung und so weiter. Warum dann nicht auch diese?

    Die „Mündigkeit“ ist aber an sich auch ein guter Punkt. Warum ist gerade das Alter das beste Kriterium, um diese Mündigkeit festzustellen? Warum dürfen schwer Demenzkranke weiter wählen, obwohl sie viel weniger „mündig“ sind als viele Jugendliche?

  • 3
    1
    mops0106
    02.08.2020

    Wahlalter ab 0???

    "Das Schöne daran wäre, dass dann wirklich jeder Staatsbürger eine
    Stimme hätte."

    Wenn ich noch nicht mal sprechen, denken, reflektieren kann, soll ich wählen dürfen? Wenn Eltern jetzt schon ihre Wahlentscheidung auch danach richten, was die Parteien für Familien tun, dann ist das richtig. Aber diesen dann noch Stimmen nach Anzahl ihrer Kinder zu geben?

    Eine Wahlentscheidung sollten nur mündige Bürger treffen dürfen mit einer gewissen Reife - das dies bei manchen Leuten vielleicht nie der Fall sein wird, ist eine andere Frage. Ebenso finde ich es als Atheist nicht in Ordnung, wenn Babys der Kirche "beigetreten" werden.

  • 3
    2
    Malleo
    02.08.2020

    Der grüne Habeck schätzt ein, "dass junge Leute mit 16 sehr wohl in der Lage sind, eine verantwortliche(!) Wahlentscheidung zu treffen"!
    Ich bin dagegen der Überzeugung, dass Wähler durchaus auch unverantwortliche Entscheidungen treffen
    Was bleibt ihnen denn übrig?
    Muss ich die allgemeinen Geschäftsbedingungen der BRD unterschreiben oder den Stimmzettel gar unterschreiben?
    Kann ich bei Nichtgefallen einer Regierung diese umtauschen?
    Mediziner warnen davor, das Wahlalter noch weiter abzusenken, denn bei einer Lebenserwartung von fast 100 Jahren würden 16 jährige wohl mindestens 20 Regierungen wählen.(müssen)
    Stress und Sucht zu gleich! :-))

  • 1
    3
    Lum
    02.08.2020

    Ab Tag 0 - das fänd ich gut. Es gibt eine Menge tolle Vorschläge, wie sich ein Wahlrecht ab Geburt umsetzen ließe: z. B. durch Registrierung als Wähler im Rathaus oder stellvertretend durch die Eltern.

    Das Schöne daran wäre, dass dann wirklich jeder Staatsbürger eine Stimme hätte. Aktuell ist es ja häufig so, dass Eltern ihren Kindern einen Teil ihrer Stimme "leihen", damit sie auch repräsentiert sind.

  • 1
    1
    harzruessler1911
    01.08.2020

    Lum hast in dem Punkt recht , dass dies letztes Jahr gekippt wurde. Habe noch mal nachgesehen.
    Es ist natürlich fraglich , ob die zu assistierende Person (Verwandte oder Betreuung) tatsächlich nur technische Hilfe leiset, also ohne Beinflussung auf deren Meinung.
    Schwerst erkranke zur Wahlurne zu schleppen nun ja ... Mir haben die letzten Wahlzettel bei der Kommunalwahl schon gereicht , so dass ich davon ausgehe , dass ein schwerst Demenzkranker dies gar nicht bewältigen kann in Punkto Meinungsbildung. Ich sage es mal ganz drastisch, eventuell, kennt er/sie die Politiker und Parteien nicht einmal mehr, sondern ist in seinem Geist irgendwo Jahrzehnte zurück.

    Ich bin aber nicht dafür, Menschen mit leichteren Graden auszuschließen, solang diese in Tat ihre Wahlzettel selbst ausfüllen können, auch wenn diese mehr Zeit brauchen.

    Lum ob das gerecht ist?

    Ich muss mir hier einigen anschließen . Wenn man wählen möchte ab 16 und wie Erwachsene behandelt werden sollen , dann sollen diese nicht nur die Rechte für sich vereinnahmen, sondern auch die Pfichten.
    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ihnen die Lebenserfahrung fehlt, was nicht selten auch bei jungen Erwachsenen noch der Fall ist. Ebenso sehe ich hier noch die Gefahr durch zu starke Beeinflussung des Elternhauses, im besonderen egal in welche Richtung dies eine dogmatisch politisch Ausrichtung hat.

    Um Deine Frage zu beantworten ob dies gerecht sei. Wenn Du absolute Altersgerechtigkeit willst , dann müsste man wie ich bereits unten schrieb beim Tag 0 anfangen.

  • 4
    4
    Lum
    01.08.2020

    Natürlich gibt es unterschiedliche Schweregrade der Demenz. Aber seit der letzten Europawahl werden auch schwer Demente, die in allen Bereichen betreut werden, nicht mehr von der Wahl ausgeschlossen. Jugendliche, die aber durchaus politisch interessiert sind und eine Wahlentscheidung treffen könnten, werden vom Wahlrecht ausgeschlossen. Ist das nicht ungerecht?

  • 5
    1
    harzruessler1911
    01.08.2020

    Erstens gibt es unterschiedliche Ausprägungen von Demenz, weswegen diese erkrankten Personen nicht perse vom Wahlrecht ausgeschlossen werden . Ist die Erkrankung allerdings so schwer ausgepregt, dass die Person einer kompletten Betreuung ( nicht nur Teilbereichen ) unterliegt, wird vom Betreuungsgericht angeordnet , dass dieser aus dem Wahlverzeichnis gestrichen wird.

  • 4
    5
    Lum
    01.08.2020

    Die (vermutete) politische Ausrichtung eines Menschen kann doch kein Argument sein, ihm das Wahlrecht zu- oder abzuerkennen!

    Und bezüglich der vermeintlichen mangelnden Reife wäre zu hinterfragen, warum ("unreifen") Jugendlichen das Recht zu wählen verwehrt wird, unmündigen, z. B. dementen, Erwachsenen aber nicht. Warum soll hier der Gleichbehandlungsgrundsatz nicht gelten?

  • 7
    5
    Interessierte
    01.08.2020

    Die Jugend ist gut informiert und gehen zu Demos ...

    Das ist doch falsch , die Demos werden doch organisiert und die Jugend wird mit Sprüchen und Trillerpfeifen losgeschickt und bekommt dafür noch einen Obolus ...

  • 5
    3
    censor
    31.07.2020

    @OlafF - Ich kann Ihrem Kommentar nur zustimmen. Wir beobachten doch schon seit längerem, dass der Meinungskorridor immer mehr eingeschränkt wird. Wer in der DDR aufgewachsen ist, kennt das Phänomen von früher. Dennoch haben wir als Jugendliche jede Nische genutzt, um die damalige "politische Korrektheit" auszutricksen. Wir waren kritisch gegenüber den eigenen Medien - hatten wir doch den Vorteil, uns im "Westfernsehen" die andere Seite ansehen zu können. Dadurch hatten wir immer zwei Meinungen - eine für die Öffentlichkeit und eine private. Wie sehr die Medien in diesem System gefangen waren, zeigte sich in der Wendezeit. Kritischer Journalismus blühte geradezu auf (sehr gut zu beobachten an der FP - ich habe noch Zeitungen aus der Wendezeit!). Inzwischen bricht wieder dieser polit. Kampf um die Beherrschung der öffentlichen Meinung von oben aus - und unsere Kanzlerin meint lapidar dazu, wer eine "abweichende" Meinung habe, müsse eben "Gegenwind" ertragen, was geradezu ein Freibrief dafür ist, politisch unkorrekte Meinungen abzuwürgen. Wie sollen gerade junge Leute, die ihren Platz in der Gesellschaft noch finden müssen, unter diesen Bedingungen zu eigenverantwortlich und kritisch denkenden, freien Bürgern heranwachsen? So erzieht man unmündige Untertanen. Einziger Trost: In der DDR hat es letztlich auch nicht funktioniert, auch wenn es 40 Jahre dauerte.

  • 8
    2
    OlafF
    31.07.2020

    Auch ich nehme mir das Recht heraus, auf Dinge hinzuweisen und dagegen aufzutreten! Auch nach dem xten Versuch! Nennt sich glaube ich Meinungspluralität? Bereits in der Schule machen Jugendliche die Erfahrung, dass bei uns jeder alles sagen kann. (...muss aber mit den Konsequenzen leben, so unsere Staatschefin). Als Erwachsener lernen viele später ihren Rücken zu krümmen und das zu sagen was gehört werden möchte. Mit dem Strom kommt man leichter voran. Einige brechen aus, klammern sich an Felsen und werden von Rattenfängern herausgefischt. Ich ergänze die Aufzählung der Rechtsextremisten der Vollständigkeit halber: Salafisten, Sektenprediger und Linksextremisten. Warum ist das so? Weil unsere Gesellschaft nicht in der Lage ist mit anderen Meinungen "im eigenen Lager" umzugehen, ohne sie sofort auszugrenzen ? Das selbe geschieht mit Jugendlichen, sie finden kein Gehör und wenden sich in ihrer Bedürfnis um Anerkennung denen zu, welche ihnen zuhören. Dieser Prozess findet überall statt, in den Schulen, etablierten Parteien, Medienanstalten, selbst im Austausch mit anderen im Urlaub. Prüfen Sie es nach: Wie oft im Verlauf eines Gesprächs erklingt der Satz: Das dürfe man nicht mehr öffentlich sagen? Wenn dann irgend ein Pressevertreter es wirklich schafft objektiv zu berichten, so heiß es später. Wie konnte er nur so wenig Haltung zeigen und nur die falschen Fragen stellen. Nein, nicht das Herabsetzen des Wahlalters verbessert unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern ein offener Diskurs mit g e r a d e m Rücken ohne Lü (g-) ck en.

  • 8
    4
    censor
    31.07.2020

    Die Gründe für eine solche Absenkung des Wahlalters sind durchschaubar. Es war schon immer so: wem die Sachargumente fehlen oder wer seine politischen Ziele auf Ideologien anstatt auf verantwortungsbewussten Pragmatismus stützt, tritt zur Durchsetzung seiner Ziele an die Bevölkerungsgruppe heran, die am leichtesten zu beeinflussen ist. - Und das sind nunmal die Jungen, noch formbaren Geister, denen es an all dem noch mangelt, was einen mündigen Bürger (im wahrsten Wortsinn) ausmacht. Ein Blick in die Geschichte spricht Bände. Und auch die jüngeren Ereignisse zeigen, wie leicht man junge Leute manipulieren kann. Nach der Dauerindoktrinierung in der DDR gab es ca. 2,5 Jahrzehnte, in denen unsere (Ost)Jugend verhältnismäßig liberal aufwachsen durfte, ohne die polit. Frühbeeinflussung in KIta und Schule. Diese Zeiten scheinen (wiedermal) vorbei zu sein. Genützt hat es der Gesellschaft noch nie und der Politik nur temporär, ihre Agenda auf der Basis der Zustimmung von Menschen durchzuziehen, deren Urteilsfähigkeit noch nicht ausgereift ist. Je tiefer die Indoktrination durch die Politik, um so schlimmer ist eines Tages das Erwachen in der Realität.

  • 3
    8
    tbaukhage
    31.07.2020

    @ralf66: Zum Thema "rechte Rattenfänger" --> https://www.bento.de/politik/chris-ares-wie-afd-politiker-und-neonazis-mit-rechtem-rap-geschaefte-machen-wollen-a-d1e549e0-9464-4cb8-afd3-363bb88e4d44#refsponi

  • 1
    4
    Nixnuzz
    31.07.2020

    @tbaukhage: 1 grüner. Ich sehe allerdings auch ein kleines Problem in der Struktur der Alt-Parteien, das es nur wenig engagierende Neuzugänge und dann noch begrenzte Demokratie-Grundkenntnisse gibt. Mit zum Demokratie-Verständnis gehört auch die Lern-Pflicht zu den vorhandenen Gesetzen- und Verordnungen - die zum Teil sicherlich überdenkenswert wären. Ob allerdings zu jedem Problem höchst-hierachische Entscheidungswege erforderlich sind...??

  • 4
    14
    tbaukhage
    31.07.2020

    Es gibt hier in D genügend politisch aktive Kräfte, die gegen Menschenrechte und Demokratie auftreten, deren Tagespolitik durch Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Homophobie und andere diskriminierende Positionen geprägt sind, die Missliebige am liebsten "ausschwitzen" wollen und die auf Schulhöfen und in Jugendtreffs Ausschau halten nach jungen Anhängern. Und leider auch immer wieder fündig werden.
    Wenn ich hier so quer lese, scheint dass einigen Kommentatoren "unbekannt" und anderen ganz Recht zu sein.
    Und JA, ich nehme mir das Recht heraus, auf solche Dinge hinzuweisen und dagegen aufzutreten!

  • 12
    2
    ralf66
    30.07.2020

    @tbaukhage, was sind denn bei Ihnen ''Parolen rechter Rattenfänger'' wohl hoffe ich noch nicht die, die der rot, links, grünen Mainstreammeinung nicht folgen, der grünen Ideologie von Klimawandel und E-Autos nicht nachhängen, einer konservativen politischen Richtung folgen?
    Sie sollten sich als Lehrerin nicht rausnehmen andere politische Richtungen völlig zu verteufeln weil Sie diese nicht mögen und Ihre politische Einstellung nicht als alleinige korrekte unfehlbare Lehre verkaufen.
    Die Errungenschaften der Wende, einer freien politischen Meinungsäußerung auch wenn die nicht in Ihr politisches Schema passt sollten schon noch gewahrt werden.
    Es geht nicht und niemals darum Ideologien zu vertreten und auf Gedeih und Verderb zu unterstützen, es geht um realistische politische wirtschaftliche Zusammenhänge, über diese nachzudenken und herauszufinden, was ist politisch sinnvoll und wirtschaftlich nützlich, um der breiten Masse zu dienen und gerecht zu werden!

  • 9
    2
    Sterntaler
    30.07.2020

    @tbau..., Sie polarisieren unsachlich.

  • 9
    1
    klapa
    30.07.2020

    Wer hat das behauptet, tbaukhage, Jugendliche sind m. M. n. ob ihrer Unerfahrenheit für jede Art von Rattenfänger zu fangen.

  • 2
    14
    tbaukhage
    30.07.2020

    @klappa: ... während Jugendliche für die Parolen rechter Rattenfänger ja völlig immun sind. Selten so (bitter) gelacht!

  • 7
    3
    Sterntaler
    30.07.2020

    @From..., ich muss Sie enttäuschen, Sie irren leider.

  • 9
    3
    klapa
    30.07.2020

    Wünsche denen, die hier so locker mit Senilität und Demenz spielen, als wären sie sicher, dass es sie nie betreffen könnte, viel Glück, wenn sie diese Altersgruppe erreicht haben und vielleicht keine Chance mehr haben, darüber nachzudenken, weil ihnen das Denken versagt bleibt.

    Man soll auch politischen Gegenern nichts Schlechtes wünschen.

  • 11
    5
    klapa
    30.07.2020

    Die DDR-Deutschen können ein Lied von der Beeinflussung der Jugend in Pionier- und FDJ-Organisation singen.

    Das geschieht heutzutage nicht mehr unbedingt vom Staat zentral gesteuert, aber nichts desto weniger wirksam auch über derart unausgegorene Vorschläge.

    Das betrifft nicht nur jede von Diktatur geprägte Gesellschaft, sondern auch jene, die sich versuchen, diese vermeintlichen Vorzüge zu eigen zu machen.

    Jugend läuft immer Gefahr, aus Mangel an Erfahrung und Wissen, staatlicher Propaganda zum Opfer zu fallen.

  • 13
    2
    OlafF
    30.07.2020

    Die Beeinflussung der Jugend, schon immer eine Trumpfkarte der Politik, deren Beeinflussbarkeit ist im Forum unstrittig, besonders wenn sie durch eine rosafarbene Brille schmackhaft oder bei Bedarf durch das Schüren von Hysterie gesteuert werden kann.. Wenn man darauf anspielt, dass für das treffen von Entscheidungen Wissen, Lebenserfahrung und die Fähigkeit sich zwischen Propaganda und Wirklichkeit zu entscheiden erforderlich ist, stellt dies scheinbar bereits für einige eine zu hohe Hürde dar: "Zu erkennen das entgegen anderen Säugetieren der Mensch sich erst später voll entwickeln kann, nachdem er durchs weibliche Becken passte." Das braucht halt etwas Zeit. Bei den meisten in etwa mit 18 Jahren, bei einigen...schwer zu sagen.

  • 18
    6
    Lesemuffel
    30.07.2020

    Man sollte die Menschen nicht schon mit 16 davon überzeugen, dass sie mit Wählen nichts verändern können. Dafür haben sie noch das ganze Leben Zeit, um dahinter zu kommen.

  • 16
    5
    ralf66
    30.07.2020

    Unmöglich die Debatte, Schüler gehören in die Schule und nicht an die Wahlurne. Wenn ich schon Mitbestimmung höre da reicht es mir bei dem Alter von 16 Jahren schon. Mitgestalten, mitbestimmen ohne sich dabei anzustrengen oder gar Hände und Klamotten dreckig zu machen das ist fein, FFF-Bewegung da sieht man wie es geht, ja mit dem Mund haben wir schon genug Weltverbesserer und Reformatoren wo nichts dabei rumkommt und jetzt beeinflussen noch unerfahre Jugendliche die Politik mit dem Kreuz bei links, rot, grün, dass wahre Ziel dieser Aktion, man weiß um eine treue Wählerschaft dieser Altersklasse ab 16 bei diesen Parteien und erhofft sich so Wahlsiege einzufahren, in der Schule geformt, noch nichts erlebt um sich eine eigene politische Meinung bilden zu können, dass ist ein guter Wählerstamm für links, rot, grün.

  • 9
    3
    harzruessler1911
    30.07.2020

    Naja, das angeführte Argument es gibt im Wahlrecht auch kein Maximalalter, in Bezug auf senil und dement ist schon arg an den Haaren herbei gezogen..., da
    dies im Umkehrschluss ja bedeuten würde, dass das Wahlrecht ab dem Zeitpunkt eingeführt müsste, sobald sich das Kind sich dazu entscheidet die Gebärmutter zu verlassen... um auch auch ja jegliche Altersbeschränkung zu umgehen. Mal davon abgesehen ist nicht jeder perse im hohen Alter senil oder dement.
    Was aber mal grundsätzlich fast jedem Jugendlichen in diesem Alter fehlt, ist im Besonderen die Lebenserfahrung in der Arbeitswelt und die Erfahrung für seinen Unterhalt selbst aufzukommen. Und die, welche in diesem Alter bereits Erfahrungen in diese Richtung machen mussten, stammen im günstigsten Fall aus einem kleinen Familienbetrieb (Bauernhof o. ä) und im schlechtesten leben sie auf der Straße....

  • 14
    4
    mops0106
    30.07.2020

    Es kann nicht nur Rechte, es muss auch Pflichten geben. Wenn das Wahlalter auf 16 gesenkt werden würde und man hier als Erwachsener gelten möchte, müsste auch das Alter für eine Verurteilung nach Erwachsenenrecht gesenkt werden. Einerseits sollen Menschen oft noch nicht reif genug sein, um die Folgen ihrer Taten abschätzen zu können, was ja stimmt. Andererseits sollen wichtige Wahlentscheidungen getroffen werden können. Das passt nicht zusammen.

  • 7
    15
    FromtheWastelands
    30.07.2020

    @Sterntaler Falsch, es zeigt das die Jugend sich Gedanken über ihre Zukunft macht und dabei weiter denkt als viele vor ihr, denen es beim Thema Zukunft nur um Job, Karriere, Geldverdienen und Eigentumserwerb ging.
    Und durch die Proteste haben sie gemerkt das sie eine Stimme haben. Nun gilt es den Zeichen der Zeit zu folgen und ihnen die Macht zu verleihen die die Älteren schon haben, die Teilhabe am demokratischen Prozeß.

  • 15
    7
    Sterntaler
    30.07.2020

    @from*, gerade FFF zeigt doch die Unreife dieser Altersgruppe ....

  • 9
    19
    FromtheWastelands
    30.07.2020

    Die Herabsetzung ist überfällig, scheinbar ist es die einzige Möglichkeit die Politik dazu zu zwingen einen Teil der Bevölkerung ernst zu nehmen indem man sie am demokratischen Prozeß teilnehmen läßt. Der Umgang mit den FFF-Protesten hat überdeutlich gezeigt daß die jungen Generationen weder ernst genommen werden noch ihre Meinung interessiert.
    Es gibt auch kein Maximalwahlalter und selbst senil und dement hat man noch das Recht zu wählen, wieso also der Jugend dieses Recht verweigern.

  • 17
    5
    klapa
    30.07.2020

    Spätestens nach der ersten dafür vorgesehenen Wahl, wenn das Ergebnis für Rot/Grün nicht wie erhofft ausgefallen ist, wird man von dieser Seite aus dafür plädieren, diese Entscheidung rückgängig zu machen.

    Dann würden auch wieder ganz starke Argumente für das Wahlrecht ab 18 Jahre gefunden werden.

    Jede propagierte Änderung des Wahlrechts hat ein politisches Ziel, das mit bestimmten Hoffnungen verbunden ist.

    Vorgeschoben werden allerdings Begründungen allgemeiner Art, die kaum belegt werden können.

  • 14
    9
    Sterntaler
    30.07.2020

    @klapa, korrekt, das linksgrüne Lager verspricht sich davon Stimmenzuwachs. Reiner Egoismus. Bin gespannt wann die CDU mit AM umfällt um den grünen Wunsch-Koalitionspartner zu stärken.

  • 22
    10
    Malleo
    30.07.2020

    Natürlich haben die Befürworter die hüpfenden FFF- Schüler als Potential für krude rot-grüne Ideen erkannt.
    Das ändert aber nichts daran, dass es zum Verständnis komplexer Vorgänge in dieser schönen Welt ein Stück weit mehr Kenntnis braucht als dem Folgen von "Ich will die Welt retten"- Überschriften.
    Denkt der grüne Wuschelkopf auch daran, diese 16 jährigen dann gleichfalls für den freiwilligen Dienst an der Waffe und dem Erwachsenenstrafrecht zu begeistern?
    Dann ist wohl Schluss mit lustig! Oder sehe ich das falsch?

  • 12
    18
    RingsOfSaturn
    30.07.2020

    @vonVorn:
    Und CDU/CSU wollen das Gegenteil.

    Auf Ebene der Parteien über das Thema zu diskutieren macht in meinen Augen meinen Sinn.

    Viel eher müsste die Diskussion um die Sache gehen: wollen wir die jüngeren Leute in die politische Willensbildung, und damit auch in die Debatte um politische Themen sowie deren Findung mit einbinden? Wollen wir ihnen die Möglichkeit geben dabei auch Verantwortung zu übernehmen?

    Ich finde das Ansinnen gut, denn meiner Erfahrung nach können und sollten wir unseren Jugendlichen mehr zutrauen.

    In meinen Augen darf so ein Schritt aber nicht als Einzelmaßnahme stattfinden, sondern muss auch gesellschaftlich vorbereitet werden, z. B. in den Schulen und vor Ort in der Politik

  • 10
    4
    harzruessler1911
    30.07.2020

    Wahlalter senken, ein Punkt welcher mich hin und und her gerissen hat.
    Aktuell bin ich zu dem Schluss gekommen, und lehne mich damit der Einschätzung von @VonVorn aus seinem ersten Satz im Besonderen diesem Teil "" "" wenn ich die am leichtesten zu beeinflussende Bevölkerungsgruppe""" an.
    Anders sehe ich den Punkt, dass die Grundstimmung der Jugend links wäre.
    Denn wer ohne Rücksicht darauf, dass sich ein Großteil der Bevölkerung, z. B. grüne Forderungen, so wie diese gestellt werden, gar nicht leisten können und damit soziale Kriterien außer Acht lassen, ist aus meiner Sicht nicht gerade links gerichtet.
    Auch der jeweilige Einfluß im Elternhaus dürfte nicht zu unterschätzen sein, ich denke da u. a. an Starke Zunahme der Briefwahlen.

    Vielleicht sollte man erst einmal anders beginnen. Ua. beim Unterricht in der Schule, in welchem man z. B. neben weltpolitischen Punkten, als Schwerpunkt innenpolitische lehrt. Das Wahlprogramme der Parteien und ich meine aller Parteien, durgenommen und verglichen werden. Und dies nicht nur an höheren Schulen. Ist nur ein kleiner Ansatz, denn Betonun liegt hier auf vergleichen und nicht darauf den eventuelle Wahlwillen der Schule oder des Lehrers zu impfen.

    Warum es in Deutschland eine Wahlmüdigkeit hat aber meines Erachtens ganz andere Gründe.

  • 34
    16
    vonVorn
    30.07.2020

    Das hat doch nichts mit Demokratie zu tun, wenn ich die am leichtesten zu beeinflussende Bevölkerungsgruppe zur Wahl zulasse. Die wollen doch bloss die linke Grundstimmung in der Jugend nutzen um ihre Wahlchancen zu verbessern.