Die Grünen fordern Rechte für bis zu vier Eltern pro Kind

Berlin (dpa) - Die Eltern trennen sich und finden neue Partner, ein lesbisches Paar bekommt ein Kind mit einem schwulen: Für solche Fälle fordern Grünen-Politiker Rechte und Pflichten für bis zu vier Eltern.

Neben den biologischen Eltern sollten bis zu zwei soziale Eltern die «elterliche Mitverantwortung» erhalten können - unabhängig von Trauscheinen, fordern die Bundestagsabgeordneten Volker Beck und Katja Dörner. «Voraussetzung ist, dass die Beteiligten sich einig sind und keine Sorgerechtsstreitigkeiten entstehen.»

Soziale Eltern hätten dann die Möglichkeit, Entscheidungen beim Arzt zu treffen, Schulausflüge zu erlauben oder mit dem Kind in den Urlaub zu fahren. Sie hätten zwar Unterhaltspflichten für das Kind, aber keine Unterhaltsansprüche an das Kind - sonst drohe später eine finanzielle Überbelastung von Sohn oder Tochter. Soziale Eltern könnten dem Vorschlag zufolge Kindergeld, Freibeträge und Elterngeld bekommen und Kindererziehungszeiten bei der Rentenversicherung geltend machen. Solche Konstellationen der Elternschaft sollten schon vor der Geburt eines Kindes vereinbart werden können, fordern Beck und Dörner.

«Wir Grünen sollten offen sein für die Diskussion über neue familienrechtliche Absicherung jenseits von Verlobung und Ehe für alle», heißt es in dem Papier, das am Wochenende auf einem Kongress der Parteilinken diskutiert werden sollte. Bloßes Zusammenleben sei aber auch nicht ausreichend - es solle keine «Zwangsverrechtlichung» von Lebensgemeinschaften geben.

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6Kommentare
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    finnas
    05.09.2016

    Stoff für eine Familiensaga.

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    gelöschter Nutzer
    04.09.2016

    Meine erste Frau brachte zu DDR-Zeiten ein Kind mit in die Ehe und es kamen noch zwei gemeinsame Kinder dazu.
    Ihr Kind bekam ohne Adoption meinen Familiennamen.
    Nach knapp 5 Jahren kam über die Wende ihr Scheidungsbegehren, worüber Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen nur den Kopf schüttelten.
    Später heiratete ich wieder und bin es im nächsten Jahr schon 25 Jahre in 2-ter Ehe mit einem gemeinsamen Kind.
    Über Familienpolitik Ost und West braucht mir niemand etwas zu erzählen.
    Der Dumme ist immer der Mann, auch wenn Frau später jammert, dass das Geld angeblich nicht reichen würde.
    Das Scheidungsrecht der DDR war zwar für Männer oft inhumaner in Bezug auf den Kindesumgang, dafür ist das bundesdeutsche weitaus heuchlerischer.

    Im SED-Staat wurden Kinder schon mit 18 Jahren in die Welt gesetzt, weil der Staat dafür die Vorraussetzungen geschaffen hatte - aber auch erst Mitte der 70-er Jahre.

    Man hatte nämlich erkannt, dass ohne ausreichende Kinderbetreuung und entsprechenden Wohnraum der DDR der Nachwuchs fehlte.
    So wurde ein Sozial-Programm beschlossen, von dem dieser reiche Staat nur träumen kann.

    Viele reden immer noch von der immensen Staatsverschuldung der DDR - so mancher Staat der EU, vor allem auch dieser, wären froh, heute eine solche Staatsverschuldung vorweisen zu können.

    Der Untergang der DDR war nicht allein nur die Sache von Honecker und Konsorten, denn heute müssten die Türkei oder China ebenfall zum Untergang verurteilt werden, reduziert man die Sache allein auf die Einhaltung der Menschenrechte.

    Wir aber "buttern" noch fleißig in diese Länder rein - dem deutschen "Wohlstand" wegen.

    Nun bin ich etwas vom Thema abgekommen:

    Meine leiblichen Kinder aus erster Ehe sah ich nach über 7 Jahren (mit 16 Jahren) erstmals wieder, weil die Mutter alle Briefe verschwinden ließ.
    Heute haben wir alle einen guten Kontakt untereinander - sowohl mein Kind aus zweiter Ehe und auch meine jetzige Gattin.

    Meine Kinder wurden stets nach den Maximen erzogen, wie es mein Großvarer mit mir tat, denn für mich gab es keinen Kita-Platz in den 60-ern und meine Mutter musste halbtags an 6 Tagen in der Woche arbeiten.
    Vater war auch die ganze Woche unterwegs und so wuchs ich mehr bei meinen Großeltern als zuhause auf.
    Nur in den Ferien war ich mit Vater auf den Fernstraßen in der DDR unterwegs.

    Unsere Tochter hatte nach der Wende das Glück, in den Kitas und Schulen von Pädagogen mit Ost-Studium betreut zu werden und das hat sich gelohnt:
    Mit 23 Jahren Abitur, Ausbildung, Wohnung und mehr Geld in der Tasche als ihre Eltern.
    Sie und ihr ältester (Halb-)Bruder haben übrigens die gleichen Lebensauffassungen von Familie, Arbeit und Beruf und diese Auffassungen stammen nicht aus dieser Zeit, auch wenn meine Kinder nur zum geringen Teil oder überhaupt nicht das Leben in der DDR kennen gelernt haben.

    Eines brachte ich allen bei:
    Wer Rechte für sich in Anspruch nehmen will, der hat auch Pflichten zu übernehmen und Regeln einzuhalten.

    Gerade dies findet man heute weit weniger.
    Letztens sagte ein Vietnamese in einem ZDF-Bericht:
    "Die Kinder in Deutschland haben zu viel Rechte."

    Komisch, denn die besten schulischen Leistungen bringen oft die Kinder vietnamesischer Eltern.

    Unser Kind hatte und hat vielleicht deshalb auch Freunde mit vietnamesischer Abstammung...

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    berndischulzi
    03.09.2016

    Irgendwie scheint der grüne Lebenswandel nicht die besten Auswirkungen aufs Hirn zu haben.

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    BlackSheep
    03.09.2016

    FP, allerdings sollte man auch nicht so tun als ob Scheidungen keine Folgen für das Kind haben. Es ist doch auch keine Lösung zu sagen die leiblichen Eltern kriegens nicht mehr hin zusammenzuleben, da kreieren wir halt soziale Eltern.

  • 1
    7
    FPcomment
    03.09.2016

    Am besten Ehescheidungen verbieten, so nach dem Motto "Was Gott zusammgefügt hat, soll der Mensch nicht trennen". Crashy, aus welchem Jahrhundert stammen sie eigentlich und wie war das in ihrer SED denn so?

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    gelöschter Nutzer
    03.09.2016

    Sind DIE GRÜNEN jetzt total übergeschnappt???

    "Soziale Eltern"?

    Ich denke, das sind mehr oder weniger egoistische Eltern, denn wer fragt eigentlich das Kind?

    Allein schon bei Trennungen im Rahmen von ehelichen und nichtehelichen Partnerschaften beginnt doch schon die Ungerechtigkeit und die Machtlosigkeit der Trennungskinder.

    Irgendwelche "Dritten" fällen dann Urteile und das Kinder und der zum Unterhalt verurteilte müssen sich dem Beugen - egal ob das Kind will oder nicht.

    ...und nun dieser Blödsinn, der mehr Unheil anrichtet als er denn nutzt und wir wundern uns, wenn wir die "Fachkräfte" aus dem Ausland holen müssen.



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