Heftige Kritik an Sozialismus-Thesen von Juso-Chef Kühnert

Kollektivierung von Unternehmen? Eine Welt ohne Wohnungsvermietungen? Der Juso-Chef wird für seine Äußerungen zum Sozialismus heftig angegriffen. Doch es gibt auch Unterstützung.

Berlin (dpa) - Juso-Chef Kevin Kühnert hat mit seinen Vorstellungen über ein sozialistisches Deutschland eine Welle der Empörung hervorgerufen.

Politiker von Union, FDP und AfD griffen Kühnert massiv an und warfen ihm vor, von einer Wirtschaftsordnung wie in der DDR zu träumen. Auch die Grünen lehnten Kühnerts Thesen ab. Vertreter des linken Flügels der SPD und der Linken verteidigten ihn.

Der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation hatte in einem Interview mit der «Zeit» zum Thema Sozialismus gesagt, dass er für eine Kollektivierung großer Unternehmen «auf demokratischem Wege» eintrete: «Mir ist weniger wichtig, ob am Ende auf dem Klingelschild von BMW "staatlicher Automobilbetrieb" steht oder "genossenschaftlicher Automobilbetrieb" oder ob das Kollektiv entscheidet, dass es BMW in dieser Form nicht mehr braucht.»

Gut drei Wochen vor der Europawahl kritisierte der Juso-Chef auch den starken Mietenanstieg in den Städten und wandte sich gegen Vermietungen als Geschäftsmodell. «Konsequent zu Ende gedacht, sollte jeder maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt.»

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte der «Bild»-Zeitung: «Zum Glück haben wir den Sozialismus überwunden, bei dem zwar alle gleich, aber alle gleich arm waren.» Die Forderungen zeigten das «verschrobene Retro-Weltbild eines verirrten Fantasten». CSU-Chef Markus Söder forderte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) auf, Kühnerts Thesen entgegenzutreten: «Jetzt steht die SPD noch mehr unter Beobachtung.» CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Mit solchen Leuten ist kein Staat zu machen und kann eine Regierung nicht funktionieren.» Der Chef der CSU-Bundestagsabgeordneten, Alexander Dobrindt, erklärte: «Wenn die SPD nur noch mit Umverteilungsfantasien von sich reden macht, ist Kühnerts Klassenkampf-Ideologie die logische Folge.»

CDU-Vize Thomas Strobl sagte: «30 Jahre nach dem Niedergang der DDR wollen die Linken wieder den demokratischen Sozialismus.» CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zeigte sich in der «Rheinischen Post» (Freitag) «fassungslos über den Zustand der ehemaligen Volkspartei SPD».

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg sagte laut «Bild»-Zeitung: «Die SPD muss dringend ihr Verhältnis zum Eigentum klären.» AfD-Fraktionschefin Alice Weidel warf Kühnert vor, von einer Neuauflage der DDR zu träumen. Er sei arbeitnehmerfeindlich.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil stellte klar, Kühnert habe über «eine gesellschaftliche Utopie» gesprochen. «Diese ist nicht meine und auch keine Forderung der SPD.» Zugleich rief Klingbeil zu «mehr Gelassenheit» auf. Der Sprecher des Seeheimer Kreises der SPD, Johannes Kahrs, hatte Kühnert auf Twitter «groben Unfug» vorgeworfen. Der Präsident des SPD-Wirtschaftsforums, Michael Frenzel, forderte den Parteiausschluss Kühnerts.

SPD-Vize-Chef Ralf Stegner verteidigte Kühnert hingegen. «Alle wissen, dass die SPD keine Unternehmen verstaatlichen will», sagte Stegner der dpa. Doch Diskussionen über den Tag hinaus müssten erlaubt sein. «Viele junge Menschen sind überzeugt, dass der Kapitalismus, den wir heute erleben, längst an seine Grenzen gestoßen ist.» Der Chef der Parlamentarischen Linken in der SPD-Fraktion, Matthias Miersch, sagte der «Reinischen Post» (Freitag): «Wir müssen in Deutschland politische Debatten und Diskurse führen und aushalten.»

Die Grünen lehnten die von Kühnert angestoßene Debatte ab. «Wir möchten die ökologisch-soziale Transformation unserer Gesellschaft», sagte Fraktionschef Anton Hofreiter. «Die Teilstaatlichkeit oder auch Staatlichkeit ist hier nicht die Antwort.» Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte: «Die Erfahrung und auch die Geschichte lehrt uns ja, dass die Frage der Eigentumsform nicht wirklich hilft.»

Linke-Chefin Katja Kipping hingegen wertete Kühnerts Äußerungen als Ausdruck für veränderten Zeitgeist. Viele wollten weg von der reinen Profitlogik, sagte sie SWR Aktuell. Aber selbst sie empfand seine Äußerung zum Wohneigentum als «eine sehr weitgehende Forderung». Der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jan Korte, sagte: «Die SPD sollte sich glücklich schätzen, wenn wenigstens ihre Jugendorganisation sich mit dem Tiefflug nicht zufriedengibt.»

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, warf Kühnert in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» vor, der SPD zu schaden und rief ihm zum Wechsel in «eine linksextreme Partei wie der Linken oder der DKP» auf.

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44Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    Nixnuzz
    06.05.2019

    ".. vielen Bürgern.." aber nicht allen. Sicherlich auch nicht denen, die meine Ergüsse zuerst hier zugesicht bekommen. Bevor das werte Publikum seine Daumen verteilt, hat bereits jemand anders seinen Daumen gesenkt....

  • 1
    1
    Zeitungss
    06.05.2019

    @Nixnuzz: Sie sprechen vielen Bürgern aus der Seeeeeeeeeeeeeele.

  • 4
    1
    Nixnuzz
    06.05.2019

    Bin heute bei Anne Will gelandet und habe die Diskussion "ausgehalten". Wenn - und das ist das Problem - ich für eine CO2-Steuer bin, sehe ich das NICHT umfassend. Es sind Stellschrauben, die wir bewegen können. Trotz meines Wäldchens verheize ich Erdgas und Strom. Also eigen und fremd-CO2-Produktion. Uuups - und Diesel per Pkw. Die nächste "Großstadt" ist 25km weit weg. Hypothese: Ich kann alle Heizenergie aus Strom machen - Leitung liegt. Nachtspeicherofensystem wurde bereits vor 6 Jahren abgebaut. Welche CO2-Abgabe würde im derzeitigen "Strompreis" einen anderen unsinnigen Abgabeteil ersetzen? Genügend Zusatzkosten gibt es ja, die faktisch nix mit der Stromproduktion und deren Weiterleitung zutun haben. Problem: Mein Haus ist ein Altbau aus der Jahrhundertwende 18 - 19-Hundert. Viel Plaschtikschaum ist verklebt worden. Würde meine Gasheizung durch einen Elektroboiler für Heizung und Warmwasser ersetzt werden, wäre das CO2-Klimatisch sinnvoll? Zusätzliche Erdwärme wären ein nichtlösbares Grundwasser-, Felsen- und Kostenproblem. Und des Hausrestwertes.. Weitere Dämm-Massnahmen sind in Auftrag. Solaranlage steht zur Diskussion. Die geplanten Kosten stehen dem Verkauferlös meines kleinen Westhäuschen gegenüber. Einschränkung: Mir liegen noch keine Jahresverbräuche vor, da erst durchgängig seit Januar 2019 hier bewohnt! Aber Stromausfälle kenn ich schon...Als Notreserve gibt es noch einen Raum mit einem kleineren Kachelofen. Trockenes Holz ist für den Notfall in geringer Menge noch da....So sieht es bei mir aus. Von mir ist nicht mehr finanzierbar.
    "Wofür stehen Sie?": Also für CO2-Steuer. Klare Ansage!

  • 3
    1
    Täglichleser
    06.05.2019

    "Nixnutz" was Sie mitteilen, die Presse sagt nicht das, was diskutiert wird. Also Lügenpresse. Zum Schluss Freude über Diskussionen der anderen mit der Bemerkung: Wir machen nichts. Wir rühren
    da nicht dran.
    Sie verstecken sich, lachen über andere!
    Wofür stehen Sie?

  • 3
    1
    Nixnuzz
    06.05.2019

    He Leute! Bei der derzeitigen Stimmenverteilungslage : "Wenn nächsten Sonntag ..etc." brauchen die Regierenden in ihren Reihen eine vorherrschende Meinung - da zählt in der Regel die des Wählers meistens nix. Machen wir doch aus einer Medialen Pfefferspray-Wolke keinen Staatszusammenbruch! Auch nicht verbal. Wenn selbst einige Wirtschafts-Leute das jetzige Wertesystem für Überarbeitendeswert erachten - warum nicht. Davos wäre ein geeigneter und trainierter Diskussionsort. Und was dann an Meinung vorher reingeht ist garantiert nicht das, was Tage später bei der Presse ankommt..."Schön, das wir uns mal darüber unterhalten haben..Nein, wir rühren da nicht dran.."

  • 7
    3
    Freigeist14
    06.05.2019

    Es war nur eine Frage der Zeit , bis die Diskussion über eine gerechte Reichtumsverteilung von Oben nach Unten mit Stalins Terror in Verbindung gebracht werden wird . Die Bodentruppen des Finanzkapitals ist auch nichts zu abwegig und grotesk .

  • 5
    3
    Zeitungss
    06.05.2019

    @franzudo2013: Wir schreiben inzwischen das Jahr 2019 und nicht 1929 !!!

  • 2
    4
    franzudo2013
    06.05.2019

    Kollektivierung und Enteignung - ganz Rote Brühe; ...
    schließlich beschloss Stalin, die Bauern mit offener Gewalt zu zwingen, sich den sozialistischen Großbetrieben anzuschließen. Im Dezember 1929 forderte Stalin die „Liquidierung der Kulaken“. Nach offizieller Maßgabe galt als Kulak, wer über Produktionsmittel im Wert von mindestens 1600 Rubel verfügte, das entsprach etwa zehn Pferden oder 13 Kühen. In der Praxis wurde aber jeder Bauer als Kulak behandelt, der sich der Kollektivierung entgegenstellte. Damit begann die Entkulakisierung. Die Deportierung wurde für viele Familien rasch zum Todesurteil, weil sie ohne jedes Produktionsmittel in eine unfruchtbare Region verschickt wurden, wo ihnen bei dem Versuch des Neuaufbaus einer Existenz keinerlei Hilfe zuteil wurde. Ein nicht unwesentlicher Aspekt der Entkulakisierung war die Enteignung von Land, Gebäuden, Vieh und Produktionsmitteln, mit denen die oft ärmlichst ausgestatteten Kolchosen aufgewertet werden konnten.

  • 6
    2
    Hirtensang
    06.05.2019

    "Sozial ist, was Arbeit schafft" - ganz "Braune Brühe" Alfred Hugenberg, Vorsitzender der DNVP, am 31.07. 1932 und in den Propaganda-Reden in Vorbereitung der Reichstagswahl im März 1933.

  • 5
    3
    Zeitungss
    06.05.2019

    @franzudo: Sie müssen und können es auch nicht verstehen. Es wäre zweckmäßig, Sie befassen sich mit dem Beispiel Schlecker etwas näher und Sie werden feststellen, es waren Wohltäter auf breiter Front für die Beschäftigten. Bei Ihnen ist es auch SOZIAL, wenn ein AN 3 Shops braucht um seinen Unterhalt zu bestreiten. In diese Richtung kommt von Ihnen keine Zeile, warum auch, wenn es andere Möglichkeiten gibt.
    Ich warte schon heute auf den Tag, wo die AN einzahlen müssen um einer Arbeit nachgehen zu dürfen, um einer Kaste den Wohlstand zu sichern. Auch wenn der Satz NOCH etwas weit hergeholt ist, ist er keinesfalls abwegig.
    Nichts gegen Marktwirtschaft, mit SOZIAL sollte dieser Begriff heute wirklich nicht mehr in Verbindung gebracht werden, der Erfinder diesen Ausdrucks würde im Grab rotieren.

  • 3
    5
    franzudo2013
    05.05.2019

    Ich verstehe ihr Beispiel nicht. Schlecker ist pleite gegangen. Damit sind viele Arbeitsplätze verschwunden.
    Schleckerfilialen gab es auch in sehr kleinen Orten. Heute gibt es da manchmal gar keinen Laden mehr, geschweige denn vergleichbare Arbeitsplätze.
    Es geht hier nicht um den Neid auf eine neureiche Unternehmerfamilie, die für Fehler offensichtlich auch bezahlen muss. Es geht auch nicht um einen Knallfrosch aus Berlin. Es geht um unser soziales Gefüge vor Ort. Zerstört ist schnell, aufbauen macht Mühe.

  • 5
    2
    Zeitungss
    05.05.2019

    @franzudo: Meine Antwort zu den Suppenküchen ist leider wieder einmal in der "Leitung" steckengeblieben.
    Ich hatte dort das Paradebeispiel Schlecker in den Ring geworfen, was der Verhinderungsgrund für die Veröffentlichung sein könnte.
    Wer diesen Vorgang beobachtet hat oder gar ausstehen musste, wird Ihren Ausdruck >SOZIAL IST WAS ARBEIT SCHAFFT< erst richtig Bedeutung beimessen können. Es ist nur ein Beispiel von VIELEN.

  • 2
    8
    franzudo2013
    04.05.2019

    Sozial ist was Arbeit schafft.
    Weder ist die Menge des verteilbaren Wohlstands noch der Arbeit konstant. Aber einige hier kennen nur das kleine Karo. Pflegt nur eure feindbilder und huldigt diesem Kuehnert. Dann treffen wir uns alle in Kürze in den suppenkuechen oder bei der Tafel.

  • 1
    3
    Interessierte
    04.05.2019

    Hier geht es auch um den Sozialismus ...
    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_85691602/kuehnert-debatte-was-meint-die-spd-mit-sozialismus-wolfgang-thierse-.html

  • 2
    4
    Interessierte
    04.05.2019

    Der hat nichts gelernt , wurde heute gesagt / gehetzt …..
    Warum darf er dass denn dann überhaupt machen und das Volk ´vertreten´ ????
    Aber das stimmt …
    Auch ein abgebrochenes Studium , aber 2 Jahre Praktikum bei Dilek Kolat und seit 2016 im Abgeordnetenbüro und nebenbei noch ein Studium seit 2016 , was er seit seiner Wahl 2017 wieder abgebrochen hat ...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kevin_K%C3%BChnert

  • 3
    2
    Zeitungss
    04.05.2019

    @franzudo: Lassen Sie in Ihren Beiträgen doch wenigstens das Wort "SOZIAL" weg, es passt einfach nicht zu Ihren Beiträgen. Ich würde behaupten, mit der Arbeitnehmerschaft haben Sie nichts am Hut, außer sie sollen fleißig arbeiten und Zurückhaltung üben, was Ansprüche betrifft.
    Gewerkschaften untergraben die Tarifautonomie, so Ihre Meinung, weil sie keinen Lohnabstrich zulassen und für ordentliche Verhältnisse sorgen, in dem Fall haben Sie aus Ihrer Sicht allerdings recht.

  • 2
    1
    Zeitungss
    04.05.2019

    @Nixnuzz: Soweit ich Ihre Einstellungen bewerten kann, würde ich behaupten, Sie haben mich schon verstanden, auch wenn meine Meinung nicht den gewünschten Regeln entspricht und ein großer Teil der Leser mich lieber im AUS sehen würde, was gelegentlich schon bei der Zensur beginnt. Mir blieb allerdings durch meine Einstellung auch schon vieles erspart, was heute abrechenbar ist.

  • 5
    6
    Freigeist14
    04.05.2019

    Kaum fertig mit Schreiben lesen ich die hanebüchenen "Thesen " Franzudos@ zum Mindestlohn und Gewerkschaften . Da treffen Johannes Kahrs` Vermutungen über K.Kühnert wohl eher zu .

  • 6
    3
    Freigeist14
    04.05.2019

    Tauchsieder@ unterstellen Sie doch nicht den Aussagen Kühnerts Ihre grotesken Behauptungen. Von einer Planwirtschaft war nie die Rede . Sowas schliesst man wahrscheinlich nach ausführlichem Studium der Springer -Presse . Wenn allein Frau Klatten (Kommentar dazu ?) in den letzten Jahren ihr Aktien-Vermögen auf 19 Mrd .Euro steigern konnte darf man wohl noch Fragen stellen über eine gerechte Verteilung von Reichtum . Der Aktienmarkt hat sich völlig von der Real-Wirtschaft entfernt . Und dort werden weitere Milliarden mit nicht reinvestierten Unternehmensgewinnen gemacht ,die den Deutschen Aktienkurs in den letzten 25 Jahren um 470 Prozent steigen ließen . Umverteilung von unten nach oben .

  • 7
    1
    Täglichleser
    04.05.2019

    Tauchsieder vielleicht ist es auch mal gut,
    wenn einer mal etwas Radikaleres sagt,
    vielleicht kommen dann mal ein paar Gesetze mehr durch, die die Auswüchse des
    Kapitals begrenzen.
    Oder sind Sie für die unbegrenzte Bereicherung einzelner zu Lasten der Allgemeinheit?

  • 4
    5
    Tauchsieder
    04.05.2019

    Na toll Zitat: - "Wie früher, wenn man sich traute, auf die Reformbedürftigkeit des Staatssozialismus hinzuweisen" - Zitat Ende.
    Das hat man nur einmal gemacht, dann war es vorbei mit irgendwelchen Äußerungen. Wenn es denn nur Änderungen wären, was er anspricht ist ein komplettes Umkrempeln des Staates von einer Marktwirtschaft hin zu einer Planwirtschaft.

  • 10
    4
    Täglichleser
    04.05.2019

    "Deluxe" genau so ist es! Keiner rührt am System. "Das ist schliesslich unantastbar,
    alternativlos.

  • 4
    8
    franzudo2013
    04.05.2019

    Die soziale Marktwirtschaft hat Schlagseite. Sie weder richtig sozial noch richtig Marktwirtschaft.
    Waren es nicht die Sozialdemokraten, die es zugelassen haben, dass in derselben Fabrik dieselbe Arbeit unterschiedlich bezahlt wird? Waren es nicht die Gewerkschaftskartelle die die Arbeitsmaerkte verriegeln und die Tarifautonomie untergraben? Haben nicht die Sozis mit dem Mindestlohn die Tarifpartnerschaft beerdigt und etliche Existenzen ruiniert, weil sich Planwirtschaft nicht marktwirtschaftlich abbilden lässt?
    Und jetzt kommt der Nachwuchs der ehemaligen Arbeiterpartei und kuriert sein Aufmerksamkeitsdefizit mit unglaublichem Unsinn!

  • 9
    5
    Deluxe
    04.05.2019

    Es ist doch völlig egal, was Kühnert gesagt hat.

    Wichtiger und höchst bemerkenswert ist, wie laut der Aufschrei widerhallt, sobald mal jemand kritisch hinterfragt, ob das derzeitige System möglicherweise gewisser Änderungen bedarf.

    Sofort sind religiöse Eiferer zur Stelle, die Blasphemie wittern und ihren Gott, den freien Markt, bedroht sehen.

    Wie früher, wenn man sich traute, auf die Reformbedürftigkeit des Staatssozialismus hinzuweisen. Der selbe Fundamentalismus, die selbe Hybris, die selbe Realitätsverweigerung wie im Politbüro.

  • 4
    0
    Nixnuzz
    04.05.2019

    @Zeitungss: Hab ein bisschen Verständnisprobleme, was sie dezidiert sagen wollen. Dachte immer, ich sei zu kompliziert - aber sie schaffen mich...Vis a vis ging es vielleicht einfacher? ;-)

  • 3
    4
    Zeitungss
    03.05.2019

    Wie wäre es, wenn im Land der (sozialen) Murxwirtschaft noch jemand die Waage ablesen könnte, ist fast unvorstellbar, wäre allerdings bei der Wahrheitsfindung wirklich hilfreich, hartnäckige ausgeschlossen.

  • 4
    6
    Interessierte
    03.05.2019

    Da haben sich aber viele auf den Schlips getreten gefühlt ...
    Und warum heißt denn das BMW-Werk nicht "Quant-Werk" , wie ehemals Krupp ?
    Und 31 Milliarden haben die ....
    Und da lächeln die noch , wo wir so viele arme Menschen haben und Afrika hungert !
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/die-reichsten-deutschen-bmw-familie-quandt-ist-die-nummer-eins-a-995719.html

  • 8
    7
    SimpleMan
    03.05.2019

    Es kann durchaus sinnvoll sein, Betriebe zu verstaatlichen oder besser formuliert, zu vergesellschaften. Nur leider hat Kevin Kühnert sich, meiner Meinung nach, dass falsche Beispiel gesucht. In den Bereichen von Bildung, Gesundheit und Kultur sollte man marktwirtschaftliche Prinzipien weiter zurückdrängen und die Ausgaben für diese Bereiche von der gesamten Gesellschaft tragen lassen.

  • 3
    10
    Freigeist14
    03.05.2019

    Tauchsieder@ Ihr Eifer ,Kevin Kühnerts Interview zur Generalabrechnung mit Sozialismus-Thesen zu machen , bereitet mir persönlich eher Vergnügen . Das Popcorn steht bereit . Für eine Bier dazu ist es noch zu früh am Tage .

  • 7
    8
    Tauchsieder
    03.05.2019

    Ergänzend vielleicht noch so viel zu dieser Person:
    Dieser linke Politiker offenbart immer wieder erneut eine völlig weltfremde Sicht auf unser Land und unsere Gesellschaft. Das zeigt sich aktuell an den irren Forderungen des Juso-Chefs zu den Verstaatlichungen von Automobilkonzernen und Enteignungen von Betrieben.
    Dieser Postkommunist trauert den für ihn schönen Zeiten vor 1989 nach, als der Staat unangefochten das Sagen hatte, die Anderen für sich schuften ließ und sie durch Horch & Guck nach Belieben drangsalieren konnte.
    All diese Dinge hat ein Kevin Kühnert aus eigener Erfahrung nicht gemacht, da thronte Klein-Kevin noch in die Windeln. Seine Familie lebte auch nicht im mangelverwalteten Osten Berlins, sondern im eleganten Südwesten der Stadt. Klein-Kevin hat also die ganzen negativen Auswirkungen der Planwirtschaft, der VEB und den zuvor stattgefunden Enteignungen nie selbst zu spüren bekommen.
    Möglicherweise ist hier der Grund dafür zu finden, dass der fast Dreißigjährige, von Enteignungen und volkseigenen Betrieben träumt und die Kollektivierung zur Überwindung des Kapitalismus herbeisehnt. Die Geschichte hat nachhaltig bewiesen, dass das nicht funktioniert, scheint ihm aber nicht zu stören.
    Na dann Hr. Kühnert, fangen wir an, vielleicht - VEB Automobilwerke Wolfsburg, oder VEB Kombinat BMW-Daimler, oder ....!

  • 10
    4
    Täglichleser
    03.05.2019

    Kühnert spricht auch über Regulierung, was und wie produziert wird. Interessant.
    Ehrlich, was wird uns oft für Wegwerfmist als
    Qualitätsprodukt angeboten. Wie ärgern uns. Und der Umwelt, dem Klima schadet es. Warum nicht Eingriff in diese Dinge,
    wenn es nur dem Profit einzelner dient.

  • 5
    12
    Tauchsieder
    03.05.2019

    Bei solchen Äußerungen muss sich die SPD nicht wundern das sie dort steht, wo sie steht und weiterhin an Zustimmung verlieren wird. Vor allem in den Ostgebieten. Geradezu eine Steilvorlage für die AfD und die anderen Weichspüler zu den kommenden Wahlen, da muss man sich nicht mal selbst anstrengen.
    Als Unbeteiligter stellt sich einem sofort die Frage nach dem Zustand einzelner Personen, nehmen die irgendetwas?

  • 11
    1
    Nixnuzz
    03.05.2019

    Heute morgen SAT1 , Bericht zum geplanten Münchner Wohnungsneubaugbiet: Ja der alte Bauernhof in 3.Generation ist im Überbauungsplan nicht mehr drin und eine Verlagerung ist anzunehmen... Also doch §14 - nur anders formuliert. München ist doch SPD-mehrheitlich regiert?..mit einem beigestellten CSU-Bürgermeister?... SPD-JUSO-"Enteignung" nur eine Plakat-Show? Wie oft passiert das wirklich - unter anderen Fadenscheinigen Begründungen..??

  • 7
    6
    Täglichleser
    02.05.2019

    "Einspruch" also nach Ihren Ausführungen doch die DDR schuld

  • 9
    7
    Freigeist14
    02.05.2019

    Jetzt können wieder alle hyperventilieren . Bezeichnend ,das der Wirtschaftsforum der SPD gar den Parteiausschluss Kühnerts fordert . Von den Beleidigungen des Seeheimers Kahrs` ganz zu schweigen . Auf die SPD bleibt Verlass .

  • 5
    3
    Nixnuzz
    02.05.2019

    Kann den Mitschreibern zustimmen, die diese Kühnert'schen Thesen mehr oder weniger als Knallbonbon aus einem Bauchgefühl heraus betrachten und sich über den aufgewirbelten Politik-Staub freuen. Wer nur den jährlichen Planwirtschaftswechsel der Handy-Industrie betrachtet oder seinen Laptop nach 2 - 3 Jahren bedauernd ansieht, muss feststelllen, das es durchaus eine Planwirtschaft massiv gibt - nur wird die nicht von der Politik - und damit dem Wähler - sondern von den Märkten und Börsen vorgegeben. Oder will noch jemand, das sein alter Farbfernseher mit NTSC-System einen Röhrenwechsel bekommt? ..für die Akustik...? Ein Großteil des Bruttosozialproduktes der DDR wurde doch "Planmäßig" für diesen 1 Computer-Mikro-Chip verbraucht. Was wurde der Bevölkerung als Planziele andersartig vor- und damit hinters Licht geführt? Wer kann sich für diese Regeneration alter Menschenführungsstrukturen noch immer erwärmen oder muss alles, was nach '89 ins Land kam, weiterhin massiv verneint und miss-achtet werden? Nicht alle Wessies sind in politisch-verantwortlicher Position sondern etliche Bundesbürger nur Menschen, denen diese Ablehnung und Verneinung einfach auf den Keks geht.

  • 13
    6
    Einspruch
    02.05.2019

    @Täglichleser: Mir fällt kein Sozialistisches System ein, das nicht pleite gegangen ist. Und das lag nicht an den Arbeitern, sondern am System. Korrupt, Entscheidungen nicht wirtschaftlich sondern ideologisch. Das Ende ist bekannt.
    An der Überwindung dieser Pleite knabbern wir noch heute. Wäre das System konkurrenzfähig gewesen, wer weiß. Dann müsste man sich heute nicht die Besserwesserei anhören. Hätte Hätte, Fahradkette.
    Und solche Kühnerts, die gab es damals auch. Später hießen die anders.

  • 13
    10
    Täglichleser
    02.05.2019

    "Einspruch" es geht doch um die Analyse
    unserer heutigen Gesellschaft. Nicht nur um Deutschland. Um die vernetzte Welt
    und da kann man doch nicht in Begeisterung geraten. Da sind doch Ängste
    über unsere Zukunft berechtigt. Das ist ein
    Ding ohne DDR. An den jetzigen Zustand ist sie nicht schuld.

  • 15
    11
    Einspruch
    02.05.2019

    Dem fehlen paar Jahrzehnte DDR und Mangelwirtschaft. Dann wäre er eventuell geheilt.

  • 11
    13
    Täglichleser
    02.05.2019

    Wer aufgeweckt mit einer durchschnittlichen Intelligenz denkt, dass
    Weltgeschehen über Jahre verfolgt hat,
    nicht nur an sein Eigenwohl denkt,
    weiss eigentlich, dass so die Menschheit
    mit diesem aktuellen Kapitalismus
    kaputt geht.
    Und da darf der Juso-Chef durchaus darüber eine Diskussion anstossen, wie
    das menschliche Fiasko gestoppt werden
    kann.
    Und das geht nur durch sozialen Ausgleich.
    Europaweit, weltweit.
    Daumen hoch für Kühnert. Klasse!

  • 7
    6
    Freigeist14
    02.05.2019

    Christian Lindner ermahnte altväterlich die "Friday for future " - Bewegung und reklamierte den politischen Durchblick für seine Generation und acals@ sieht Kevin Kühnert seine jugendliche Unbedarftheit nach , sich für so etwas "sozialistisches " wie die Verstaatlichung von Großunternehmen auszusprechen . Dabei dürfte es mittlerweile bekannt sein ,das Kevin Kühnert nur zur Streichelung der sozialdemokratischen Seele so etwas vorschlägt . Wenn so ein Vorschlag zur Reife käme würde sowieso SPD-mäßig "Sachzwänge " und staatstragende "Verlässlichkeit" den Juso-Chef zur "Vernunft " zwingen . Also keine "DDR reloaded " ,Herr acals@ . Glück gehabt .

  • 16
    8
    Blackadder
    02.05.2019

    @acals: Wenn ich mir so ansehe, was andersrum Privatisierungen so alles in den letzten Jahrzehnten verschlimmbessert haben (Bahn, Post …), da frage ich mich so, was besser /schlimmer ist? Staatseigentum oder Privateigentum ?

  • 3
    8
    Interessierte
    02.05.2019

    Das ist der - Anfang vom Ende ....
    Karl Marx hatte schon gesagt , das der Kapitalismus nicht ewig geht !
    Und die Margot hatte gemeint , das Samenkorn ist bereits gelegt ....

    Zum Karl Marx kam gestern gerade ein Film im Phönix
    https://programm.ard.de/TV/phoenix/phoenix-history--karl-marx/eid_28725898117482

    Der Kapitalismus setzt Kräfte frei , die hätte es zuvor noch nie gegeben
    Und dass es mit Arm und Reich so nicht weiter geht
    Und man sprach von Lohnsklaven und Arbeitersklaven
    Und der Kapitalist meint : Nach uns die Sintflut
    Und man sprach von Gier und Geldvermehrung + man kann sich dann alles leisten
    Und darin wurde am Schluß gesagt : Der Sozialismus siegt

    Und der Historiker sprach von einer Abenddämmerung und es ist fraglich , ob es den Kapitalismus in 30/40 Jahren noch gibt ….

    Und die , die dem Kühnert widersprechen , stecken sicher da mit drin und haben große Angst !!!
    heute im Info um 12.10
    https://www.mdr.de/mediathek/radio/mdr-aktuell/mdr-aktuell-radio-zum-nachhoeren-100.html

  • 7
    10
    acals
    02.05.2019

    Wie sagte das Churchill doch zutreffend: Wer mit 20 kein Kommunist, mit 30 nicht liberal und mit 40 nicht konservativ ist, der wäre nicht von dieser Welt.

    Da die heutigen 30/40 die neuen 20 sind , ist bei Herrn Kühnert alles im Lot.

    Er muss sich nur die Frage beantworten, wer im Kollektiv dann Verantwortung zu tragen hat - den Kopf hinhält wenns schief läuft/welches Strafszenario es bei Verstößen gäbe ... - und was der Anreiz wäre sich diesem Stress auszusetzen.
    Sind diese Frage geklärt bzw. wird deren Antwort mitgegeben, kann Sinn und Unsinn tiefengeprüft werden. So bleibts bei ... na ja, jugendlichem Leichtsinn.

    Realexistierend lief die kollektive Verantwortungslosigkeit (zB " ... wir sind dann mal weg von die Arbeit, im Konsum im Werk gibts grad Bananen. Den Versuch mach ich dann ein andermal zu Ende. ... oder dürfen meine Kinder nichts Gesundes zu essen bekommen?")



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