Islamwissenschaftler: "Islamismus ist ein Ventil für frustrierte junge Männer"

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77 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    1
    inoino
    06.11.2020

    3. Keine Abrogation von toleranten Suren in Richtung Suren der Gewalt

    Das Problem hier ist, dass die älteren Suren sanft und friedvoll sind im Gegensatz zu den Nachfolgenden (und Gültigkeit sollen laut Abrogation ja die Jüngeren normativen Bestimmungen Gültigkeit haben).
    Hamed Abdel-Samad: "Mohammed war am Anfang nicht erfolgreich, obwohl die ersten Koranpassagen sanft und friedvoll gewesen sind. Zusammenleben, Toleranz, Rücksichtnahme – niemand war davon beeindruckt. Dann änderte er seine Strategie – und auch die Sprache ändert sich. Mohammed schließt Kriegsbündnisse, im Schatten des Schwertes kam der Erfolg. Erst als Kriegsbeute in Aussicht stand, wurde der Islam auch zu einem ökonomischen Projekt, das immer mehr Anhänger fand. Viele Kriegsfürsten, die Mohammed früher bekämpft hatten, hielten nun zu ihm, weil sie auf das siegreiche Pferd setzen wollten."

  • 2
    1
    Haju
    06.11.2020

    Die wichtigsten Forderungen sollten für jeden Demokraten sein:
    1. Abkehr vom Konzept des Gottesstaates bzw.: GG geht vor Scharia!
    2. völlig straffreie Möglichkeit der Konvertierung bis hin zum Abfall vom Glauben
    3. Keine Abrogation von toleranten Suren in Richtung Suren der Gewalt
    Alles andere wäre zwar ein Rückfall vor Aufklärung und Luther, aber von Seiten der Politik sehe ich da kaum Unterstützung sondern eher Kontraproduktivität.

  • 5
    2
    Jemand
    06.11.2020

    Censor, volle Zustimmung. Aber ein gewisser Frust wird auch eine Rolle spielen - Frust auf unsere Gesellschaft oder ihre Lebenssituation z.B.

  • 11
    2
    censor
    05.11.2020

    Ich halte es für einen fatalen Irrtum, den Gang junger Muslime in den Islamismus mit Frust zu begründen. Im Islam nimmt der Kampf gegen die "Ungläubigen" eine fundamentale u zentrale Stellung ein.

    Was Anhänger des radikalen Islamismus - auch politischer Islam genannt - betreiben, ist weiter nichts als die buchstabentreue Befolgung der Vorschriften des Koran - einer hl. Schrift, deren Anpassung an moderne, liberale oder gar demokratische Gesellschaften grundsätzlich verboten ist.

    Ein vom politischen Teil befreiter Islam, wie er manchen Idealisten vorschwebt, ist also definitiv nicht zu erwarten, weil im Islam eben Religion und Staat eine Einheit bilden. Deshalb kommen viele Muslime mit unserem säkularen Staatswesen nicht zurecht.

    Islamisten sind demnach die religionstreuesten aller Muslime und genießen deshalb hohes Ansehen bei ihren Glaubensbrüdern und auch -schwestern. Das ist der Anreiz für viele junge Männer, Islamist zu werden, nicht Frust.

  • 10
    1
    Malleo
    05.11.2020

    Einen wichtigen Aspekt, weshalb der politische Islam ein Auffangbecken für junge, frustrierte Männer ist, die den Anschluss an die Gesellschaft verloren haben und deshalb offen für Anschläge sind, spricht der Verfasser mutig an.
    Es sind die theologischen Grundlagen von Gewalt im Islam selbst. Folglich ist auch das Potential für Selbsthemmung nur marginal ausgebildet und erfährt in der Regel Geringschätzung.

  • 15
    2
    Tauchsieder
    05.11.2020

    Irgendwie komisch, von Katholiken und Evangelen hört man von ihrer Frustbewältigung diesbezüglich nichts.
    Haben wir hier etwa was verpasst?

  • 4
    12
    KatharinaWeyandt
    05.11.2020

    Interessantes Interview. Um so wichtiger ist es, vorbeugend zu arbeiten, gegen den Frust. Khorchide redet von Lehrkräften, aber dazu sind zum Beispiel auch Flüchtlingssozialarbeiter, die eine Familie lange kennen, eine ganz wichtige Instanz.