Junge Unternehmer fordern höheres Renteneintrittsalter

Berlin (dpa) - Eine vom Wirtschaftsverband «Die jungen Unternehmer» gegründete Kommission fordert ein höheres Renteneintrittsalter. Zukünftig soll der Renteneintritt mit der Lebenserwartung verknüpft werden.

«Wir brauchen tiefgreifende Veränderungen, sonst fliegt uns das Rentensystem bald um die Ohren», sagte die Vorsitzende des Verbands, Sarna Röser, der Deutschen Presse-Agentur.

Durch die steigende Lebenserwartung sei die Rentenbezugszeit in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Deshalb müsse man folglich auch länger arbeiten, um ein bestimmtes Rentenniveau zu erreichen.

Für drei Jahre mehr Lebenserwartung soll beispielsweise zwei Jahre mehr gearbeitet werden, ein Jahr davon soll Ruhestand sein. Der Jahrgang 2000 wäre demnach der erste Jahrgang, der mit 70 in Rente gehen kann. «Wenn die Lebenserwartung weiterhin so schnell steigt wie in den letzten Jahrzehnten, ist ein Renteneintrittsalter von jenseits der 67 unumgänglich», sagte Röser.

Die abschlagsfreie Rente mit 63 für langjährig Versicherte soll den Forderungen zufolge auch abgeschafft werden. Seit 2014 kann man nach mindestens 45 Jahren Renten-Einzahlung mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Diese Form der Rente sei beliebt, hieß es jüngst von Seiten der Deutschen Rentenversicherung. Besonders im Osten Deutschlands, wo viele Menschen in der DDR bereits früh ins Berufsleben starteten.

Eine Expertenkommission der Bundesregierung soll bis März 2020 Empfehlungen zur Zukunft der Rente vorlegen.

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2Kommentare
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  • 1
    0
    Zeitungss
    14.09.2019

    Frau Röser bei ordentlich gezahlten Löhnen und dementsprechenden Sozialbeiträgen wird das System nicht gleich umkippen. Über Fremdleistungen der Versicherungsträger hört man von Ihnen kein Wort. Sie haben einen anderen Hintergrund, es möchte keiner mehr für Hungerlöhne arbeiten und sucht einen zeitigen Abgang. Man kann es auf Ihre Weise auch wieder einmal ins Gespräch bringen. Eine richtige Fachkraft weiß inzwischen was sie wert ist, was sich generell durchsetzen sollte.

  • 3
    0
    Nixnuzz
    14.09.2019

    Nur so auf das Lebensalter gucken und dann bürokratisch entsprechende Forderungen dazu abzuleiten, hat wohl nix mit sozialer Marktwirtschaft oder noch schlimmer sozialer Partnerschaft zu tun. So wie die Grundrente freundlicherweise an etwaige Millionenvermögen - oder weniger.. - ausgerichtet werden soll, sollten Altersarbeitszeiten einem Gesundheitszertifikat entgegenstellt werden. "Habe Rücken" muss nicht immer am Gerippe sondern auch - wie mittlerweile bekannt - an der Psyche der Menschen "in Arbeit" liegen. Wenn z.B. "start-ups" ihr erforderliches Arbeitspensum 1:1 auf alle Mitarbeiter anwenden, könnte das schwierig werden, wenn Teile der Belegschaft das Doppelte oder mehr an Jahren nicht nur im Jackett mittragen. Erfahrung mit Engagement alleine kann auch in die Überforderung und extrem zum vorschnellen Komplettausfall führen. Die Rentenversicherung würds wahrscheinlich...



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