Kandidaten schwören SPD auf gemeinsamen Kampf ein

Ab Montag können die SPD-Mitglieder über ihre neue Führungsspitze abstimmen. Übrig sind inzwischen nur noch sechs Kandidatenteams.

München (dpa) - Unmittelbar vor der Mitgliederbefragung über den künftigen SPD-Vorsitz haben alle Kandidatenduos ihre Partei auf den gemeinsamen Kampf für ein Wiedererstarken der SPD eingeschworen.

Auf der letzten von 23 SPD-Regionalkonferenzen am Samstag in München riefen alle Teams dazu auf, als Partei geschlossen zusammenzustehen - darunter Vizekanzler Olaf Scholz, der als einer der Favoriten gilt, aber auch Karl Lauterbach, der für den Ausstieg aus der großen Koalition wirbt.

Übrig sind nunmehr nur noch sechs Kandidatenduos: Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel zogen sich am Samstag kurz vor Schluss aus dem Wettstreit zurück. Sie begründeten den Schritt damit, dass sie damit die Aussichten eines anderen «linken» Kandidatenduos erhöhen wollten.

Von Montag an können die SPD-Mitglieder über die künftige Führung abstimmen. Sie können sich also nun zwischen zwölf verbleibenden Kandidaten in sechs Duos entscheiden, die sich um die Nachfolge der zurückgetretenen Parteivorsitzenden Andrea Nahles bewerben. Sollte jemand noch für das zurückgetretene Duo Mattheis/Hirschel stimmen, wird die Stimme nach Angaben eines Sprechers als ungültig gewertet.

Das Ergebnis der Mitgliederbefragung soll am 26. Oktober feststehen. Eine Stichwahl danach ist allerdings wahrscheinlich, da es bisher keine eindeutigen Favoriten gibt. Endgültig gewählt wird der neue Vorstand auf einem Parteitag Anfang Dezember in Berlin, die Delegierten sollen sich dabei an das Votum der Parteibasis halten.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil betonte vor Beginn der Mitgliederbefragung den Gestaltungsanspruch der Sozialdemokraten. «Die SPD wird gebraucht. Die SPD ist noch lange nicht am Ende. Wir wollen diese Gesellschaft gestalten», sagte Klingbeil in München. Er zog dabei auch ein durchweg positives Zwischenfazit des laufenden Auswahlprozesses. «Es ist gut, dass wir einen solchen neuen Weg gehen. Wir haben gezeigt, wie lebendig diese Partei ist», sagte er.

Auf beim Parteitag der Südwest-SPD in Heidenheim sagte Klingbeil später, egal, mit wie viel Prozent das Gewinnerteam aus dem Rennen hervorgehe: Die neue Führung verdiene die hundertprozentige Unterstützung der SPD. Denn in den vergangenen Jahren sei dies das eigentliche Problem der SPD gewesen: die Art und Weise, wie man miteinander umgegangen sei.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    0
    OlafF
    12.10.2019

    Kurz und schmerzvoll, keiner in der zukünftigen Riege hat inhaltlichen Unterschiede zu den Linken und den Grünen präsentiert, im Gegenteil diese Parteispitze, hebt sich nicht ab, trottet voran, nur wohin? Wer braucht schon eine Kopie, wenn man die Originale bekommen kann? Für die wortwörtliche Aussage von Claudia Köpping: Das was sich in Halle abgespielt hat, sei fast Alltag im Osten, sagt alles über den Realitätsverlust deutscher Sozialdemokratie, und entfernt sich weiter von ihren ehemaligen Wählern und von der Bevölkerung im Osten.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...