Koalition will Populismus durch Sozialpolitik bekämpfen

Rechtspopulismus in Deutschland steht auch am letzten Tag der Haushaltsberatungen im Bundestag im Fokus - auch wenn es um ganz andere Sachthemen geht.

Berlin (dpa) - Die große Koalition will Verunsicherung und Rechtspopulismus durch spürbare Sozialpolitik bekämpfen.

Politische Scharlatane nutzten verbreitete Ängste aus, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bei den Haushaltsberatungen im Bundestag. «Wer das nicht will, der muss dafür sorgen, dass die Menschen sich auf einen starken Sozialstaat verlassen können.»

Die AfD trage hingegen zu einer «mutwilligen Zerstörung der Zukunft» bei, sagte der CDU-Abgeordnete Matthias Zimmer. «Kleinkriminelle, Neonazis und AfD-Funktionäre bilden eine unheilige Allianz.» Ausländische Investoren würden dadurch immer mehr abgeschreckt, Arbeitsplätze bedroht.

Linke und Grüne warfen der Koalition vor, zu wenig gegen Kinder- und Altersarmut zu tun. Linken-Chefin Katja Kipping forderte «Mut zu grundlegenden Alternativen» angesichts der sozialen Spaltung im Land. Die FDP hielt der Koalition andersherum unsolide finanzierte Wahlgeschenke etwa durch die Mütterrente vor: «Wer glaubt, dass er in der Herausforderung mit Populisten einfach sein Portemonnaie zücken muss, der wird scheitern», sagte ihr Abgeordneter Johannes Vogel.

Der AfD-Abgeordnete Uwe Witt hielt Heil eine «verdrehte linke Ideologie» vor. Das Land sei in einer Identitäts- und Existenzkrise. Nötig sei ein Paradigmenwechsel in der Flüchtlingspolitik. Millionen Migranten lebten von Hartz IV. Der CDU-Sozialexperte Peter Weiß attestierte Witt und der AfD, inhaltlich in der Sozial-, Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik nichts beizutragen.

Heil räumte ein, dass es eine schwierige Aufgabe sei, Konsens über eine langfristige Sicherung der Rente zu erreichen. Nach den Schritten im laufenden und kommenden Jahr wie der doppelten Sicherungslinie bei Rentenbeitrag und -niveau solle die Rentenkommission der Regierung Anfang 2020 Vorschläge für die weitere Zukunft machen.

Weiß wies auf die geplante Senkung des Arbeitslosenbeitrags um 0,5 Punkte auf 2,5 Prozent hin: «Der wirtschaftliche Erfolg kommt konkret bei den Bürgerinnen und Bürgern an.»

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2Kommentare
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  • 1
    0
    Nixnuzz
    16.09.2018

    Naja - wenn umgekehrt sich Wähler oder Betroffene mit den Hintergründen der 2010 beschäftigen aber dann nur bei punktuellen negativen Wirkungen steckenbleiben, entwickelt sich nix weiter. Wenn politische Wirkung erreicht werden soll, kann das Verharren auf alten (Fehl-)Entscheidungen ohne neue Sammelbewegungen nicht korrigiert werden. Also bleibt nix anderes übrig, nicht nur faktische Werbung sondern auch das Ranschmeissen an die "Leidtragenden" zu praktizieren. AfD ohne Populismus via Medien gäbs wohl nicht....

  • 2
    1
    franzudo2013
    14.09.2018

    Die Agenten der Agenda 2010 reden von sozialer Gerechtigkeit. Wenn da mal kein Populismus im Spiel ist.....



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