Mehr Schutz für "heldenmütige Radler"

Zu wenige Radwege und dann auch noch zugeparkt. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will das ändern - mit einem ganzen Maßnahmenbündel.

Dresden.

Fahrradfahren in Deutschland soll nach Plänen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer attraktiver und sicherer werden - auch mit schärferen Regeln für Autofahrer. "Wir müssen Radfahrer noch besser schützen", sagte der CSU-Politiker am Montag anlässlich eines Radverkehrskongresses in Dresden. Dazu gehöre zum Beispiel eine deutliche Erhöhung der Bußgelder fürs Parken in zweiter Reihe und auf Schutzstreifen für Radler. Derzeit seien fürs Autoabstellen auf Schutzstreifen 15 bis 35 Euro fällig, was aber kaum einen abschrecke. Zahlen zur künftig geplanten Höhe nannte Scheuer vorerst nicht. Erleichtert werden sollten außerdem die Voraussetzungen für den Bau von Radwegen. Räder könnten auch mehr für Lastentransporte in Städten genutzt werden.

"Ich will, dass Ihr Radlerleben erleichtert wird", sagte Scheuer vor rund 800 Gästen. Man brauche zum Radfahren stellenweise ziemliches Heldentum, meinte er und zählte einige Anforderungen auf: Konzentration, Gelassenheit, Kraft und Ausdauer, Geschick, Risikofreude und Mut. Jeden Tag an parkenden Autos vorbeizufahren und dabei zu hoffen, dass sich keine Tür öffnet. Viele fühlten sich daher auf den Straßen nicht sicher. "Radfahren darf keine Heldentat mehr sein, sondern pures Vergnügen und Normalität", betonte der Minister. Scheuer stellte mehrere Ziele für einen neuen Radverkehrsplan vor, der 2021 als Basis für die künftige Bundesförderung in Kraft treten soll. "Ich wünsche mir einen lückenlosen Radverkehr in Deutschland", sagte er. Dies bedeutet laut Ministerium etwa, dass Radwege nicht plötzlich an Kreuzungen enden sollen. Auch der Bund habe zu tun, möglichst viele Radwege an Bundesstraßen und Bundeswasserwegen zu bauen, sagte Scheuer. Bei der Sanierung von Straßen solle nun immer geprüft werden, ob gleich ein Radweg mit entsteht. Künftig solle begründet werden müssen, warum im Einzelfall kein Radweg gebaut wird.

Zu denken ist laut Ministerium auch daran, dass Radwege breit genug für neue Mobilitätsformen sind - etwa für Elektro-Tretrolller, die Scheuer möglichst noch im Sommer auf Radwegen zulassen will. Für mehr Sicherheit sollten auch Vorschriften geändert werden. Auch zu konkreten Summen für Investitionen wurden zunächst keine Angaben gemacht. Ein Element könnten außerdem "smarte Lösungen" wie eine grüne Welle für Radfahrer auf bestimmten Strecken sein. Dafür könnten Radler laut Ministerium künftig Sender haben, die mit Ampeln kommunizieren. (dpa)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    cn3boj00
    14.05.2019

    Scheuer in Wahlkampflaune: je nachdem wo er auftritt verspricht er hier mal das, dort das Gegenteil, und reden kann man ja viel wenn der Tag lang wird. In Zukunft muss man begründen warum man keinen Radweg baut - mit dieser Maßnahme wird die zahl der Radwege jetzt ganz bestimmt mächtig in die Höhe schnellen.

  • 3
    0
    kartracer
    14.05.2019

    Ich kann mir nicht helfen, das klingt so recht nach der Planung und dem Bau des BER!
    Von Allem was Scheuer hier so von sich gibt, werden 90% in Schall und Rauch aufgehen, wenn ich den Prozentsatz nicht sogar etwas zu groß vermute, natürlich den erfüllbaren.
    " Dafür könnten Radler laut Ministerium künftig Sender haben, die mit Ampeln kommunizieren." ist das nicht toll?



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...