Merkel: Einheit "beispiellose Leistung eines ganzen Volkes"

Berlin (dpa) - Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung am 3. Oktober hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bürgerrechtlern und Protestteilnehmern in der DDR für die friedlichen Demonstrationen gedankt. Sie hätten damals mit ihrem Einsatz und Mut die Wiedervereinigung möglich gemacht, sagte Merkel am Mittwoch in der Generaldebatte des Bundestages. «Dieses Jubiläum ist Anlass zu großer Freude und zu Dankbarkeit». Es sei auch Anlass für Dankbarkeit «für die historisch beispiellose Leistung eines ganzen Volkes, in diesen 30 Jahren die Wiedervereinigung im Äußeren und Inneren zu vollziehen».

Es sei in den 30 Jahren gelungen, die Unterschiede in den Lebensverhältnissen zwischen Ost und West deutlich zu reduzieren, sagte Merkel. «Aber es bleiben strukturelle Unterschiede. Weitere Anstrengungen sind notwendig.» Einheit sei ein fortdauernder Prozess nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch zwischen Stadt und Land und strukturschwachen und strukturstarken Regionen - «und das in ganz Deutschland».

Mit Blick auf die Corona-Pandemie sagte Merkel, man werde dieses «wunderbare Jubiläum» nicht so feiern können, wie man sich das vor einem Jahr vorgestellt habe. «Es wird leiser werden, als es dem Anlass eigentlich entsprechen würde».

22 Kommentare
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  • 7
    1
    Lesemuffel
    30.09.2020

    Das erste Mal, dass die deutsche Bundeskanzlerin während ihrer Kanzlerschaft das Wort "Volk" benutzt hat, allerdings reichte es nicht zu dem Satz "eine beispielslose Leistung des ganzen d e u t s c h e n
    Volkes", aber immerhin hat sie es noch in ihrem Wortschatz.

  • 8
    2
    censor
    30.09.2020

    Was hat denn Frau Merkel zur Einheit beigetragen? Sie saß nach eigenen Angaben in der Sauna, als die Mauer fiel, und erfuhr davon erst aus den Medien.

    Pfarrer Gauck und Leute wie Althaus und Tillich, die nach der Wende in der Politik Karriere machten, waren vorher systemtreue Opportunisten bzw stramme CDU-Blockparteiler, die ihre Briefe "mit sozialistischem Gruß" unterzeichneten.

    Frau Merkel legte in der DDR eine bemerkenswerte Karriere hin, ohne in irgendeiner Partei zu sein - bemerkenswert, weil sie als Pfarrerstochter die EOS besuchen und Physik (sogar in Moskau) studieren durfte. Warum, das plaudert Egon Krenz in seinem 3-std. Interviews mit Jakob Augstein aus - sie galt als Aushängeschild für die Aussage: "Seht, wie liberal die DDR ist. Bei uns treten sogar Pfarrerstöchter der FDJ bei und engagieren sich politisch".

    Natürlich ist die Einheit eine beispiellose Leistung des gesamten Volkes (schön, dass der Volksbegriff zur Feier des Tages wieder mal fallen darf).

    Das haben wir aber nicht Politikern zu verdanken, die erst aus der Versenkung erschienen, als das Volk die Wende auf der Straße friedlich erstritten hatte - und die dann zielstrebig der Partei beitraten, welche die besten Aufstiegschancen bot.