Nord Stream 2: Wer profitiert, welche Alternativen es gibt

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Umstrittenes Erdgasprojekt könnte nun am Fall Nawalny scheitern - Umwelthilfe bereitet zudem Klage vor

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1919 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    0
    Progress
    10.09.2020

    JochenV/ Ihre Gedanken finde gut, sie beschreiben die Lage treffend. Man wünschte sich solche Überlegungen von den Journalisten der MSM. Die trauen sich nicht ... Klar, der AP wäre dann womöglich als Journalist weg.

  • 5
    0
    gelöschter Nutzer
    10.09.2020

    Wie schrieb letztens ein Kommentator: "In der Politik gibt es keine Zufälle!"

  • 7
    0
    JochenV
    09.09.2020

    "Wer profitiert ?"= Ihre Überschrift, FP, kann man vielleicht umdrehen: "Wer verliert ?": Komisch, seit unserer Unterstützung des Kiewer Putsches und der Verdammung der Volksentscheide mit Sanktionen, seit der willkürlichen Einengung der Verdächtigen weltweiten Klimaveränderungen auf das CO2 und dort vor allem auf unsere Verbrennungsmotoren, seit der willkürlichen Einengung unseres gesundheitlichen Gesamtbildes im Land auf ein Virus (noch nicht einmal eine Krankheit) und nun auch noch der Versuch des angeblichen Ahndens eines hinsichtlich des Verursachers gar nicht aufgeklärten Vergiftungsdeliktes sind die Verlierer doch immer nur unsere Bürger, unsere Gesundheit, unser Gemeinwesen sowie unsere materielle Lebensgrundlage, der Wirtschaftsstandort Deutschland. Und nun die Frage "Wer profitiert?": Wen stört Deutschland mit einem funktionierenden Wirtschaftsstandort und einer guten Brückenfunktion in Europa, also ein Deutschland für Frieden und Zusammenarbeit statt Konfrontation und Interventionismus und lockdowns ? Oder alles Zufall ???

  • 1
    1
    mops0106
    09.09.2020

    Jochen, volle Zustimmung. Beim Lesen des letzten Satzes musste ich lachen, obwohl die ablaufende Maschinerie übel ist.

  • 5
    1
    JochenV
    09.09.2020

    Stimmt, @hinterfragt, und bereits der Gebrauch russisch klingender Benennungen ist in keiner Weise auf nur den Russen vorbehalten. Es steht auch die Frage, wer extensiv Laboratorien für B-Kampfstoffe so betreibt, gerne auch auf fremden Territorien..." Also wer jetzt so 'nen Krach macht, behauptet bestimmt auch, dass ein Keim (Virus) sofort mit einer Krankheit gleichzusetzen sei.

  • 14
    1
    Malleo
    09.09.2020

    Die Scheinheiligkeit ob der moralischen Überlegenheit des Westens ist kaum noch zu überbieten.
    Nichts Genaues weiß man nicht, die Qualitätsenthusiasten für Aufklärung des „Giftanschlages“ an der Charité scheiterten und das Bundeswehrlabor sorgt für absolute Transparenz in der Kommunikation.
    Unter diesen Vorzeichen, unabhängig vom Anschlag, der durch nichts zu rechtfertigen ist, werden in Berlin die Klingen gewetzt, wohl wissend, dass es sich um einen innerrussischen Konflikt handelt.
    Wichtig in dieser Frage, die man sich aber im politischen Berlin nicht stellt, ist die: Cui bono?
    Rüttgers, der Transatlantiker, der auf einer Brücke steht, die mich an Spannbetonbrücken erinnern: veraltete Konstruktion, schlecht gewartet und nicht mehr sanierbar, hat schon mal eine Duftmarke gesetzt.
    Nordstream 2 geht gar nicht mehr
    Frackinggas: unbedingt
    Wer da nicht ins Grübeln kommt!
    Auch kein Widerspruch der Grünen, die schon mal ihre Agenda vergessen und das Fracking Gas der Amerikaner kaufen würden.
    All die anderen Vorschläge aus dem Sanktionsportfolio bedienen die traditionellen (erfolglosen) Rituale.
    Was macht man eigentlich, wenn das "Sanktionspotential" ausgereizt ist?
    Russland den Krieg erklären?
    Über so viel Dummheit kann man nur den Kopf schütteln.
    Bei all dieser Hyperventilation gegen Russland sollte man auch einen Blick auf Aktivitäten der lupenreinen US- Demokratie werfen, die mit „gezielten Tötungen“ Terroristen eliminiert, obwohl kein Prozess das je belegt hat und dabei noch im „friendly fire“ unschuldige Zivilisten ums Leben kommen?
    Gab es eine Reaktion dieser Bundesregierung, außer dem Ruf nach „schonungsloser Aufklärung“, auf Khashoggis „Zerlegung“, veranlasst durch den saudischen Geheimdienst?
    Hat man je ein Barrel Öl weniger gekauft?
    Fragen über Fragen!

  • 6
    0
    Hinterfragt
    09.09.2020

    "...Wer kann so ein Gift, wie es nun bei Nawalny nachgewiesen ist, besitzen?..."
    Jeder, der die Formel kennt und die Möglichkeiten zur Herstellung hat ...

  • 5
    0
    Hankman
    09.09.2020

    @Birbils: Die Liste ist vermutlich länger als gedacht. Denn es haben nicht nur staatliche russische Stellen Bestände. Es gibt auch im Westen in Labors und bei Geheimdiensten zumindest Proben, die für Abwehr- und Analysezwecke aufbewahrt werden. Und damit meine ich nicht nur die OPCW-Referenzlabore. Welche anderen Akteure in Russland oder international solches Zeug illegal besitzen, vielleicht auch aus Altbeständen oder in Form der nötigen Komponenten, oder sich das Zeug vielleicht auf verschlungenen Wegen beschafft haben, weiß niemand so genau. Das allein reicht also leider zur Beweisführung nicht aus. Man braucht noch mehr Indizien.

  • 14
    0
    Dickkopf100
    08.09.2020

    Am Ende gewinnt immer die Wirtschaft...? Dachte ich jedenfalls immer. Wenn Nord-Stream fällt, wer profitiert dann wohl? Nicht die Demokratie, denn die ist im Fall Navalny doch sowieso nur Aushängeschild. Aber die USA haben durch ihr " Fracking " so viel Öl, und vor allem Erdgas, dass sie das Zeug nicht losbekommen, ohne die Preise zu ruinieren. Darum wollen sie auf dem europäischen Markt Fuß fassen. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Daher drohen die auch immer gleich mit Sanktionen. Und solange die Köpfe der Bundesregierung so tief im Enddarm der US-Administration stecken, wird dann wohl eher Nord-Stream auf Eis gelegt. Man will Trump wohl nicht verärgern. Und da ist es auch vollkommen egal, dass Russland trotz aller politischen Probleme mit Europa immer zuverlässig Gas lieferte. Immerhin zahlt die EU auch recht gut.

  • 1
    1
    Birbils
    08.09.2020

    Wer kann so ein Gift, wie es nun bei Nawalny nachgewiesen ist, besitzen?
    Derjenige ist auch der Täter

  • 12
    2
    Hankman
    08.09.2020

    Gute Übersicht, liebe FP! Mir war noch nicht bekannt, dass der Anteil des Erdgases aus Nord Stream 2, der lediglich durch Deutschland durchgeleitet ist, so hoch ist. Ja, man sollte bedenken, dass das ein von Unternehmen aus mehreren Ländern finanziertes Projekt ist. (Die Amerikaner tun immer so, als würde der deutsche Staat es bezahlen und als wäre es auch der Staat, der dann das Erdgas kauft. Unsinn.) Sollte die Bundesregierung Nordstream 2 tatsächlich stoppen, kämen Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe auf die Bundesrepublik oder ggf. auf die EU zu. Ein irrer Gedanke, dafür dann inmitten der Coronakrise noch Steuergeld auszugeben. Und bisher liegen noch keine auch nur halbwegs gerichtsfesten Beweise dafür vor, was passiert ist.

    @mops0106 hat Recht mit dem Verweis auf Saudi-Arabien. Nach dem Mord am Regimegegner Jamal Kashoggi haben Bundesregierung und EU sehr zögerlich und vorsichtig reagiert. Zur Erinnerung: Ein saudisches Killerkommando war eigens nach Istanbul gereist und hatte Kashoggi dort im saudischen Konsulat aufgelauert. Der Oppositionelle wurde ermodert, seine Leiche zersägt und dann mutmaßlich in Säure aufgelöst. Ja, Saudi-Arabien hat den Mord schließlich zugegeben, es gab einen Prozess, inzwischen abgemilderte Strafen. Aber wer wirklich den Befehl gab, wer wirklich verantwortlich ist - nämlich möglicherweise der Kronprinz -, das liegt nach wie vor im Dunkeln. Deutschland verhängte Einreiseverbote für ein paar Saudi und stoppte zeitweilig Rüstungslieferungen. Immerhin. Aber das war's dann auch. Dabei ist Saudi-Arabien eine quasi-feudale Diktatur, die mit Demokratie und Menschenrechten überhaupt nichts anfangen kann und die Opposition brutal unterdrückt. In der Region betreibt das Land eine aggressive, expansive Politik. Einige im Westen scheint das alles aber nicht so zu stören. Das Land hat jede Menge Öl, kauft in den USA massenweise Waffen, hat geostrategische Bedeutung als Partner der USA und mag den Iran nicht.

    Warum der Verweis auf Saudi-Arabien? Weil mich immer wieder ärgert, dass der Westen und auch Deutschland meist mit zweierlei Maß messen. Je nachdem, welches Land betroffen ist, gibt es unterschiedliche Reaktionen auf vergleichbare Sachverhalte. Das ist bigott.

    Was die Energie-Strategie betrifft, halte ich Nord Stream 2 auch nicht für so obsolet, wie es die ansonsten sehr geschätzte Frau Kemfert sieht. Sie denkt in Richtung 2050. Das wären 30 Jahre. Da hätte sich die Pipeline längst amortisiert. Außerdem hat Russland angekündigt, in die Wasserstoffproduktion einzusteigen und künftig dem via Nord Stream 1 und 2 gelieferten Erdgas auch Wasserstoff beizumengen. Wenn das zutrifft, könnte die neue Pipeline durchaus einen Brücke in die Zukunft schlagen.

  • 12
    1
    mops0106
    08.09.2020

    Selbst wenn Russland/ Putin mit dem Fall Nawalny zu tun habe sollte. Was hat das mit Nord Stream 2 zu tun? Bei der Zusammenarbeit mit Saudi Arabien sind wir doch auch nicht zimperlich.
    Hier geht es auch meiner Meinung nach nur um die Durchsetzung amerikanischer Interessen. In der Politik gibt es keine Freundschaften, nur Interessen. Schaden würde es Deutschland als Ganzes, weil wir für die sogenannte Energiewende in keiner Weise gerüstet sind und dies in absehbarer Zeit auch nicht sein werden. Wir müssten dann teures, umweltschädliches Fracking-Gas importieren. Das ist der Plan. Atomstrom sowieso.
    Ostdeutschland würde der Stopp des Projekts am meisten schaden; auch die schon diskutierten Russland-Sanktionen. Auch hier gilt: In der Politik gibt es keine Zufälle.

  • 4
    3
    Interessierte
    08.09.2020

    Vielleicht war es die USA , um das Projekt zu stoppen ?
    Oder vielleicht sogar die Deutschen oder jemand von der Nato ???
    Oder vielleicht ein Freund , der ihn nicht mochte , aber man will ja nichts vermuten ...

  • 2
    2
    Interessierte
    08.09.2020

    Vielleicht war der Fall Nawalny auch der Aufhänger für dieses Problem ?

    "Unter den Linden" sollte man mal gucken .
    Über die Frau Dagdelem habe ich mich gewundert , hoffentlich behält sie ihren Job

  • 8
    2
    Progress
    08.09.2020

    Noch ein Nachtrag: Meine persönliche Vermutung ist, dass auch Merkel umkippt und das für unsere Energiesicherheit wichtigste Projekt im Interesse der US-Administration fallen lassen muss. Staaten mit eingeschränkter Souveränität und dementsprechenden Regierungen bleibt keine andere Wahl.

  • 11
    0
    Pedaleur
    08.09.2020

    Ich bin einigermaßen erfreut, dass sich ostdeutsche Ministerpräsidenten für ostdeutsche Interessen einsetzen. Einigermaßen, weil immernoch deutlich wird, dass es mal eine Grenze gab und jenseits dieser die erlernten Denkmuster bei den Wortführern verfestigt sind.

  • 17
    0
    Progress
    08.09.2020

    Zu viele Erörterungen. Es ist ganz einfach: Wem nützt die Pipeline? Deutschland und Westmitteleuropa! Wem schadet eine Nichtvollendung? Deutschland und Mittelwesteuropa! Wem nützt ein Stopp? Den USA, sowie den inländischen Freunden der USA, die unsere nationalen Interessen nicht vertreten.

  • 12
    0
    gelöschter Nutzer
    08.09.2020

    "... da dieses Projekt von allen zuständigen nationalen und EU-Behörden genehmigt worden sei."
    Ich weiß nicht, was die ganze Diskussion soll? Die US-Administration nimmt sich heraus Europa Sanktionen anzudrohen. Tolle "Freunde" sind das! Die Russen liefern seit Jahrzehnten verlässlich Gas, selbst zu Zeiten des Kalten Krieges.
    Und was die Umwelthilfe betrifft, die kann eines am besten: Klagen! Wenn man klimaschädliche Energiegewinnung gegen klimaneutrale Energie ersetzen will, dann sollte man Zweiteres erst einmal in ausreichender Menge haben. Aber vielleicht liefern uns dann unsere Nachbarn ja Atomstrom?

  • 11
    0
    Hinterfragt
    08.09.2020

    Wenn man sich den letzten Abschnitt "Was würde ein Baustopp oder ein Ausstieg für die beteiligten Unternehmen bedeuten?" zu Gemüte führt, erkennt man die totale Ahnungslosigkeit von Teilen der Bundesregierung und Parlamentariern.

    Da werden für bisher NUR Vermutungen Milliarden mal einfach so in der Ostsee versenkt ...

    Im Übrigen, wenn Russland als Antwort Deutschland den Ölhahn abdreht, wird es "lustig" ...
    "...Russland ist der mit Abstand wichtigste Lieferant von Rohöl für Deutschland – mit einem Importvolumen von rund 31 Millionen Tonnen Rohöl im Jahr 2018. Damit macht Rohöl aus Russland aktuell etwa ein Drittel des kumulierten Rohölimportvolumens der Bundesrepublik aus..."
    Quelle Statista