NSU-Prozess endet mit hohen Strafen

Die Liste der Gräueltaten des NSU ist lang: zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und viele Raubüberfälle. Fast 440 Tage hat das Oberlandesgericht München darüber verhandelt. Doch auch nach dem Urteil reißt die Kritik nicht ab, Fragen bleiben offen.

4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    3
    Interessierte
    13.07.2018

    Ich kann dem @cn3boj00 nur Recht geben , ich wollte das Gleiche schreiben wie in seinem ersten Beitrag - man hat eine´n Schuldige´n - und nun ist gut .…
    Und @cn3boj00 , ich haben versehentlich einen Damen nach unten gedrückt , das steht also 9:7 , waren die Daumen vorher nicht anders herum ???

  • 5
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    cn3boj00
    12.07.2018

    Hallo @hkremss: Unbestritten! Ich habe keine Wertung abgegeben, wie ich das Urteil finde. Ich finde es auch richtig! Worum es mir aber geht, ist daran zu erinnern, dass das Thema eigentlich nicht abgeschlossen ist, dass die Verstrickungen staatlicher Behörden in die rechtsextreme (und auch linksextreme?) Szene endlich Konsequenzen haben müssen. Darüber wurde in den letzten Monaten kaum gesprochen, alles drehte sich um diese Frau. Doch wenn man verhindern will, dass so etwas wieder passiert, reicht es nicht aus, diese Frau zu verurteilen (wobei es ganz sicher zu einer Revision kommen wird, deren Ausgang offen ist).
    Die Tatsache, dass bekennende Nazis auf der Gehaltsliste des Verfassungsschutzes standen, deren Ziel es offenbar nicht war, zur Aufklärung beizutragen, sondern Geld zu beschaffen und die Szene zu warnen, Zeigt das Versagen dieser Institution. Denn vermutlich hat sich bis heute dort auch nichts geändert. Der Staat ist mitschuldig an rechtem (und wohl auch linken) Terror, und das hätte der Richter gern erwähnen dürfen. Denn ich befürchte, dass kein Untersuchungsausschuss je die Wahrheit ans Licht bringen wird, und das nach dem Abschluss des Falls das Interesse der Politik noch weiter einschlafen wird.

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    hkremss
    11.07.2018

    @cn3boj00: "So bleibt der Eindruck, dass das Urteil der Versuch ist, die längst eingeschlafene Aufarbeitung abzuschließen, indem eine Schuldige präsentiert wird." Das sehe ich nicht so. Beate Zschäpe IST schuldig, zu dieser Überzeugung ist das Gericht gekommen. Wenn man den Rechtsstaat ernst nimmt, sollte man darauf vertrauen, dass dieses Urteil rechtskräftig wird oder mit rechtsstaatlichen Mitteln revidiert wird. Das ist eine wichtige Botschaft an die Opfer und Hinterbliebenen. Dieser Mammutprozess gegen Frau Zschäpe musste irgendwann enden, das ist nun geschehen. Und das obwohl die Angeklagte sich in keinster Weise konstruktiv an der Aufklärung beteiligt hat! Ob darüber hinaus Behörden versagt haben oder weitere Beteiligte unbehelligt davon kommen, ist eine völlig andere Frage. Die Aufarbeitung der Umstände, die all das ermöglicht oder gar befördert haben, wird noch sehr lange dauern und vermutlich werden es am Ende eher Journalisten sein, die die ganze Wahrheit ans Licht bringen. Und wenn daraus dann weitere Prozesse entstehen, soll es so sein. Aber diesen notwendigen Urteilsspruch zu Frau Zschäpe in ein schiefes Licht zu rücken, halte ich für grundfalsch, denn es wurden unschuldige Menschen ermordet von einer Gruppe in der Beate Zschäpe ein aktives Mitglied war.

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    cn3boj00
    11.07.2018

    Ob dieses Urteil Bestand haben wird, ist bei der Beweislage fraglich. Wie dem auch sei, man hat erst einmal einen Schuldigen gefunden. Doch die Frage nach dem Versagen der Behörden, allen voran dem Verfassungsschutz, der so etwas quasi erst möglich machte, und den blinden sächsischen und thüringer Kriminalbehörden, bleibt weiter bestehen. So bleibt der Eindruck, dass das Urteil der Versuch ist, die längst eingeschlafene Aufarbeitung abzuschließen, indem eine Schuldige präsentiert wird.



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