Oppermann: «Bundestag muss kleiner und weiblicher werden»

Berlin (dpa) - Vor der Feierstunde des Bundestags zu 100 Jahren Frauenwahlrecht an diesem Donnerstag hat sein Vizepräsident Thomas Oppermann eine umfassende Reform des Wahlrechts gefordert.

«Der Bundestag muss kleiner und weiblicher werden», sagte der SPD-Politiker der «Welt». «Das können wir mit einem großen Wurf erreichen, einer Reform des Wahlrechts, die beide Probleme gleichzeitig löst.» Diese sollte erst zur übernächsten Bundestagswahl in Kraft treten, sodass sich alle Beteiligten langfristig auf die neue Regelung einstellen könnten.

Oppermann schlug konkret vor, die Zahl der Wahlkreise von jetzt 299 auf künftig 120 zu reduzieren, dafür aber in jedem Wahlkreis zwei Direktkandidaten wählen zu lassen - jeweils einen Mann und eine Frau. «Die Optionen des Wählers werden also erweitert: Er kann einen Mann, eine Frau und eine Partei wählen. Wir hätten also quasi ein Drei-Stimmen-Wahlrecht», sagte der SPD-Politiker. Durch die Reduzierung der Wahlkreise gäbe es außerdem einen Puffer, mit dem fast alle Überhang- und Ausgleichsmandate abgedeckt werden könnten. Die Zahl der Abgeordneten würde somit abnehmen.

Der Bundestag zählt derzeit mehr als 700 Sitze - so viele wie nie zuvor. Der Frauenanteil ist im Vergleich zur vorherigen Wahlperiode gesunken - auf rund 31 Prozent.

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4Kommentare
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  • 4
    1
    Malleo
    17.01.2019

    Oppermann hat "divers" vergessen.
    Fataler Lapsus Linguae!

  • 6
    0
    cn3boj00
    17.01.2019

    Davon wird der Bundestag nicht besser - wie man an Oppermann selber sieht. Denn wie fähig ein Abgeordneter ist kann man leider nicht durch Gesetz bestimmen. Und falls Herr Oppermann das nicht begriffen hat: nur der Bundestag selber kann beschließen, kleiner zu werden - aber welcher Abgeordnete würde freiwillig auf einen Job verzichten, wo man mit so wenig Verantwortung so gutes Geld und eine so gute Absicherung erhalten kann?
    Eine Verringerung der Wahlkreise könnte man sofort beschließen. Was gibt es da langfristig vorzubereiten? Und den Frauenanteil zu erhöhen könnten die Parteien einfach von sich aus machen: jeden zweiten Platz auf der Liste eine Frau. Einfach mal machen statt quatschen.

  • 5
    4
    Deluxe
    17.01.2019

    Willkommen in der Bundestägin.

    Ist das weiblich genug?

  • 7
    2
    BlackSheep
    16.01.2019

    Mir würde die Formulierung der Bundestag muss kleiner und fähiger werden besser gefallen. Nur auf Quoten zu schielen und die Qualität der Arbeit zu ignorieren ist doch MIst!



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