Söder: Bestimmte Anti-Corona-Maßnahmen noch für längere Zeit

Wie könnte eine Exit-Strategie aussehen, wie könnte der Weg zurück zu mehr Normalität in Deutschland aussehen? Bayerns Regierungschef Söder kündigt an, dass der Anti-Corona-Kampf wohl noch länger dauern wird.

München (dpa) - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat zur Eindämmung des Coronavirus noch länger andauernde Beschränkungen etwa in der Gastronomie in Aussicht gestellt.

Zudem stimmte er die Menschen am Montagabend darauf ein, dass das Tragen von Masken auch hierzulande in Zukunft immer mehr ausgeweitet werden dürfte.

«Wir müssen die Menschen auf ein Leben mit der Pandemie vorbereiten. Dazu gehört natürlich das verstärkte Tragen von Masken dazu», sagte der CSU-Vorsitzende in der ARD. Und er fügte hinzu: «Da gehört auch dazu, dass Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktsperren in bestimmten Bereichen wie der Gastronomie sicher noch länger erhalten bleiben.» Aber es könne auch «Lichtblicke» geben, wo man sich weiterentwickeln könne. Dieser Weg müsse «in sich schlüssig» sein. Wie dieser Weg aussehen könnte, darüber wollten die Ministerpräsidenten kommende Woche mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten, betonte Söder. «Wir müssen vorsichtig sein und dürfen keinen Rückfall riskieren.»

Zuletzt hatten Bund und Länder geltende Kontaktsperren und weitere Beschränkungen noch einmal bis einschließlich 19. April verlängert.

«Der verstärkte Einsatz von Masken ist dringend notwendig», sagte Söder. Diese schützten zwar weniger den Träger selbst, «aber den anderen vor Ansteckung». «Damit wird natürlich ein erhöhter Schutz gewährleistet.» Es sei deshalb wichtig, so viele Masken wie möglich auch in Deutschland herzustellen, um die Bevölkerung damit besser zu versorgen. Und dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen müssten, etwa bei der Arbeit, im öffentlichen Nahverkehr oder in Geschäften, brauche man «einen verstärkten Einsatz von Masken, absolut». Grundschülern könne man dagegen kaum eine Maskenpflicht auferlegen.

Zudem sprach sich Söder für eine freiwillige Handy-App aus, um Infektionsketten nachverfolgen zu können. «Wir brauchen auf jeden Fall ein Nachverfolgungssystem», sagte er. «Wir brauchen eine deutsche App.» Wäre eine solche App verpflichtend, hätte das eine größere Wirkung - aber das sei mit der Idee, die man in Deutschland habe, nicht vereinbar. Sinnvoll sei deshalb die freiwillige Lösung.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz rechtfertigte das geplante langsame Hochfahren des öffentlichen Lebens in seinem Land. «Wir waren sehr, sehr restriktiv, und wir waren sehr, sehr schnell in unseren Maßnahmen», sagte er. Deshalb könne man Österreich nun ganz behutsam und schrittweise wieder hochfahren. Es brauche dazu aber «Begleitmaßnahmen» wie die Maskenpflicht in einigen Bereichen.

Söder sagte dazu, Österreich sei ungefähr drei Wochen voraus - allein schon deshalb, weil die «Hauptinfektionen» in Bayern und großen Teilen von Deutschland aus Österreich gekommen seien. «Wir haben uns ja sozusagen über das Skifahren in ganz Deutschland infiziert.» Vor allem der Skiort Ischgl gilt als Ausgangspunkt vieler Ansteckungen.

Über die Ankündigungen von Kurz zur langsamen Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen sagte Söder: «Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das Modell eins zu eins taugt, denn es ist an einigen Stellen nicht sehr konsequent.» In Deutschland sei man nun besser beraten, die Maßnahmen fortzusetzen und deren Wirkung abzuwarten.

«Das ist nicht wie ein Gewitter, das einfach so vorbeizieht», sagte Söder über die Corona-Krise. Man müsse aufpassen, dass man nicht durch zu schnelle Entscheidungen einen schweren Rückfall bekomme. Man dürfe nicht zu früh wieder aufstehen. Auch Österreich habe jetzt nicht plötzlich alles gelockert. «Die Ausgangsbeschränkungen bleiben ja.»


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