SPD-Vorsitz: Mit Köpping jetzt zwei Bewerber aus Sachsen

Sachsens Integrationsministerin tritt im Duo mit Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius an. Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz ist bereit zur Kandidatur.

Dresden.

Die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping bewirbt sich gemeinsam mit Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius um den SPD-Bundesvorsitz. Entsprechende Informationen, die am Freitagmorgen aus Parteikreisen drangen, bestätigte Sachsens SPD-Chef Martin Dulig am Nachmittag.

"Die Bundespolitik hat in den vergangenen Jahren einen einseitigen Westblick gehabt", sagte Dulig. "Mit Petra Köpping in einer Doppelspitze würde sie den Blick einer engagierten Kämpferin für den Osten bekommen." Er habe Köpping deswegen gefragt, ob sie kandidiere. Auch Pistorius habe eine "klare Haltung". Beide seien das "richtige Führungsduo für die deutsche Sozialdemokratie". Köpping und Pistorius selbst wollen sich am Sonntag in Leipzig erklären. Köpping ist nicht die einzige Bewerbung aus den Reihen der sächsischen SPD: Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens möchte mit seiner Amtskollegin aus Flensburg, Simone Lange, die Sozialdemokraten führen. Beide wollen am Samstag die Grundzüge ihrer Bewerbung vorstellen.

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz bereitet sich auf eine Kandidatur vor. Dies hat er nach Informationen des "Spiegel" am Montag in einer Telefonschalte mit den Interimsvorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel angekündigt: "Ich bin bereit anzutreten, wenn ihr das wollt", soll er gesagt gehabt. Momentan sucht Scholz eine Partnerin für ein Bewerber-Duo. Zuletzt hatte der Finanzminister noch ausgeschlossen, dass er als Bundesvorsitzender antrete. In der sächsischen SPD wurde der Fakt, dass Scholz' Kandidatur am gleichen Tag wie die des Duos Köpping/Pistorius bekannt wurde, als Zeichen von Nervosität gewertet. Scholz habe erkannt, dass die beiden seinen Ambitionen gefährlich werden könnten, hieß es. Köpping kann dem Vernehmen nach mit der Unterstützung vieler ostdeutscher Landesverbände rechnen. Vor allem Schwesig, die die SPD in Mecklenburg-Vorpommern führt, soll sich für sie stark machen.

Um den SPD-Vorsitz bewerben sich auch weitere Gespanne: die beiden Bundestagsabgeordneten Nina Scheer und Karl Lauterbach, die ehemalige NRW-Familienministerin Christina Kampmann und Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt, sowie der schleswig-holsteinische Fraktionsvorsitzende Ralf Stegner und die ehemalige Bundespräsidenten-Kandidatin Gesine Schwan. Stegner und Schwan präsentierten sich am Freitag in Berlin. Beide zeigten sich davon überzeugt, dass die Große Koalition langfristig keine Zukunft habe.mit dpa

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