Zehn Staaten nehmen Minderjährige aus Moria auf

Auf Lesbos entsteht ein großes Zeltlager. Hier sollen die meisten der durch Brandstiftung obdachlos gewordenen Migranten erst einmal unterkommen. Das passt nicht allen. An der angekündigten Aufnahme von 400 Minderjährigen aus Moria beteiligen sich zehn europäische Länder.

Berlin (dpa) - Nach dem Großbrand im Migrantenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos wollen Deutschland, acht weitere EU-Staaten und die Schweiz zusammen 400 unbegleitete Minderjährige aufnehmen. Die Linkspartei und die Grünen halten das für nicht ausreichend.

Die griechischen Behörden begannen auf Lesbos am Freitag mit der Errichtung eines provisorischen Zeltlagers. Darin soll bis auf Weiteres ein Großteil der mehr als 12.000 Migranten untergebracht werden, die durch die Zerstörung des Lagers Moria obdachlos geworden sind. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll das Zeltlager auf einem Schießübungsfeld der griechischen Armee errichtet werden, nur wenige Kilometer nördlich der Inselhauptstadt Mytilini an der Küste.

Aus Angst vor der Reaktion von Inselbewohnern, die die Schließung des Lagers Moria und die Abreise aller Migranten fordern und sich auch gegen den Aufbau neuer Lager stemmen, verstärkte Athen die Polizeieinheiten auf Lesbos mit Wasserwerfern und Personal. Trotz der starken Polizeipräsenz demonstrierten zwischenzeitlich viele Hundert Migranten, in einigen griechischen Medien war von 2000 die Rede. Sie riefen unter anderem: «Wir wollen gehen, lasst uns frei!» Die Polizei löste die Demonstration jedoch schnell auf. Um Straßenblockaden aufgebrachter Einwohner zu vermeiden, wurden die Zelte für das neue Lager von Hubschraubern auf das Gelände geflogen.

«Unsere Kontakte mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben bis zur Stunde dazu geführt, dass sich mit uns zehn europäische Mitgliedsländer an den Hilfen – das heißt an der Umsiedlung für die unbegleiteten Minderjährigen - beteiligen», sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Berlin. Es sei angesichts der Regierungsbeteiligung der Grünen in Österreich «überraschend», dass Wien keine Zusage gemacht habe. Man sei noch mit weiteren Ländern im Gespräch. Seehofer präzisierte, dass sich unter den aufnahmewilligen Staaten auch die Schweiz befindet, die nicht Mitglied der EU ist.

Ein Großteil der Menschen - je 100 bis 150 - werde von Deutschland und Frankreich aufgenommen, erklärte der Minister. In Deutschland sei eine Ankunft der Jugendlichen spätestens bis Monatsende geplant. Eine genaue Zahl könne aber erst genannt werden, wenn die Gespräche mit den anderen EU-Staaten abgeschlossen seien. «Die 400 Minderjährigen sind ein erster Schritt und diesem ersten Schritt wird ein weiterer folgen», erklärte Seehofer. Er wolle, dass man sich dabei auf die Aufnahme von Familien mit Kindern konzentriere.

Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hält das für nicht ausreichend. «Das hat nichts mit Humanität und Ordnung zu tun, die herrschen muss, das ist ein Tropfen auf einen heißen Stein, der schon verdampft ist, bevor er überhaupt ankommt», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Göring-Eckardt forderte, Deutschland solle mehr Migranten aus Griechenland aufnehmen.

Das Lager Moria war in der Nacht zum Mittwoch durch zahlreiche Brände fast vollständig zerstört worden. Statt der vorgesehenen knapp 3000 Migranten waren dort mehr als 12.000 Menschen untergebracht gewesen. Einige der Migranten sollen Feuer gelegt haben, nachdem für die Bewohner des Lagers wegen Corona-Infektionen Quarantäne verordnet worden war. Die «Nicht-Lösung» in den Verhandlungen zu einer gemeinsamen europäischen Asylpolitik habe zu der jetzigen katastrophalen Situation auf Lesbos geführt, sagte Seehofer.

Deutschland werde auf Anforderung Griechenlands auch praktisch helfen. Das Technische Hilfswerk will zunächst mit Lastwagen Zelte, 1400 Feldbetten und Schlafsäcke nach Athen bringen.

Die Visegrad-Länder Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn wollten mit dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis darüber sprechen, welche Hilfe zum Wiederaufbau des Lagers benötigt werde. Das sagte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki nach einem Treffen am Freitag und erklärte, Polen habe bereits 150 Modulbau-Häuser bereit gestellt. Keines der Visegrad-Länder beteiligt sich an der geplanten Aufnahme der 400 unbegleiteten Minderjährigen.

Der für Migration zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Margaritis Schinas, sagte: «Moria existiert nicht mehr.» Mit Hilfe der Europäischen Union solle nun eine neue, modernere Einrichtung errichtet werden, in der Asylverfahren schneller durchgeführt werden könnten. Dies wolle er dem griechischen Regierungschef vorschlagen. Schinas bekräftigte zudem, dass die EU-Kommission am 30. September neue Vorschläge für die jahrelang blockierte Reform der EU-Migrations- und Asylpolitik vorlegen werde.

«Die Bilder auf der Straße campierender Flüchtlinge und Migranten, oft ganzer Familien, die so die Nacht verbringen mussten, die gehen jedem nahe», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es gehe jetzt vorrangig darum, für eine Unterbringung der Migranten zu sorgen «und zwar besser und würdiger als zuvor», sagte Seibert. Er gehe davon aus, dass die geplante Reform der Asylpolitik auch bei einem für den kommenden Freitag geplanten Treffen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (beide CDU) Thema sein werde. Dies sei «vielleicht das schwierigste europäische Thema derzeit», räumte Seibert ein. Dennoch sei es falsch, jetzt «die Flinte ins Korn zu werfen».

Die Linksfraktion forderte, Deutschland solle in einem ersten Schritt alle Menschen, die durch die Brände in Moria obdachlos wurden, aufnehmen, soweit diese nicht in andere aufnahmebereite Länder möchten. 16 Unionsabgeordnete hatten am Donnerstag die Aufnahme von 5000 anerkannten Flüchtlingen vom griechischen Festland gefordert. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), betonte jedoch, dies sei nicht die Ansicht der Mehrheit seiner Fraktion. Dass sich Deutschland jetzt an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen und Familien mit Kleinkindern beteiligt, aber schon. «Bei anderen Katastrophen in der Welt helfen wir auch zunächst vor Ort und fliegen nicht gleich Tausende Betroffene nach Deutschland», sagte Middelberg. Wichtig sei eine Beschleunigung der Asylverfahren auf den griechischen Inseln.

«Wir schicken gerne Mitarbeiter vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, damit sie die griechischen Behörden bei der Bearbeitung der vielen Asylanträge unterstützen». Das habe die Bundesregierung in der Vergangenheit auch schon angeboten, aber von griechischer Seite habe man damals keinen Bedarf gesehen.

Seehofer betonte, Deutschland habe seit 2015 insgesamt 1,73 Millionen Asylbewerber aufgenommen. Derzeit kämen an jedem Werktag 300 bis 400 Menschen ins Land. «Wir nähern uns wieder den Höchstzahlen der Vergangenheit.» Dass Deutschland nun 100 bis 150 Jugendliche aufnehme, sei ein «ganz konkretes Beispiel praktizierter Nächstenliebe». Die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ute Vogt, lobte Seehofer dafür, dass dieser sich bereits seit einem Jahr um europäische Lösungen in der Migrationspolitik bemühe.

Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Gottfried Curio, wies darauf hin, dass die griechischen Behörden davon ausgehen, dass Migranten die Feuer in Moria legten. «Man macht sich hilflos, um dadurch Ansprüche zu erpressen», sagte Curio über die Migranten, die er auch als «Feuerteufel» bezeichnete.

2121 Kommentare
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  • 3
    1
    Malleo
    12.09.2020

    Wer sind die 10?

  • 7
    2
    censor
    12.09.2020

    @vonVorn - man muss nur die Anzahl der weltweiten Militärstützpunkte von Russland und den USA vergleichen, um zu sehen, wer mehr militärische Ambitionen hat, die Welt nach seinem Geschmack zu gestalten.

    Die Russen zeichnet ein wesentliches Merkmal aus: Sie fallen nicht als Invasoren in fremde Länder ein, sondern führen Krieg entweder zu ihrer eigenen Verteidigung oder im Bündnisfall, wenn Bündnispartner sie um Hilfe bitten (zB Syrien).

    Die UNO-Charta legalisiert ausdrücklich diese beiden Kriegsgründe und ansonsten nur noch einen Dritten: das UN-Mandat - eine Voraussetzung, die von westlichen Ländern immer wieder ignoriert wird (Bsp. ebenfalls Syrien).

  • 12
    3
    mops0106
    12.09.2020

    Es kamen und kommen seit Jahrzehnten zum großen Teil Wirtschaftsmigranten/ Armutsflüchtlinge. Daran hat sich nichts geändert und wird sich nichts ändern, weil Deutschland und die EU das leider fördert.

    Die Syrer bekamen als Kriegsflüchtlinge temporären Schutz. Die meisten wollen aber bleiben und auch diese dürfen das.

    Natürlich wurde das von der Regierung/ Medien etc. damals so verkauft, als ob eine riesige Menge an Fachkräften käme. Meiner Meinung nach können das nur sehr gutgläubige Gemüter geglaubt haben.

    Wenn heute festgestellt wird, dass Syrer ein höheres Bildungsniveau haben als z.B. Menschen aus Afghanistan, Eritrea oder Somalia, sagt das ja nicht, dass das Niveau gut ist.

    Nicht umsonst sinkt das Bildungsniveau in Deutschland immer weiter ab, da es nach unten angepasst wird. Abschlüsse sind heute mit denen von früher nicht mehr gleichzusetzen.

    ------------------------------
    Dass das Lager von Insassen angezündet wurde, haben griechische Zeitungen schon am Mittwoch geschrieben. Es war auch nicht das erste Mal, dass das dort gemacht wurde. Und dass Menschen jetzt weiter dürfen "ins gelobte Land" wird wahrscheinlich eine unheilvolle Signalwirkung auslösen.

  • 8
    2
    censor
    12.09.2020

    tbaukhage "Hör' auf zu lügen." - Wenn Sie pampig werden und mir Lüge unterstellen, breche ich die Diskussion mit Ihnen ab.

    Ich weiß noch genau, in welcher Hochstimmung die dt. Konzerne waren, dass wir nun endlich den Fachkräftemangel in den Griff bekämen.
    Man hat tatsächlich vorgehabt, Assad die Ärzte, Ingenieure u a qualifizierten Fachleute abzuwerben und damit gezielt das Assad-Regime zu schwächen.

    Dass diese Rechnung nicht aufgehen konnte, hätte man sich doch denken können.

    Es kamen Leute, die das Geld für Schlepper aufbringen konnten und eben die Massen an jungen Männern, die vorher ihre Pässe entsorgt und sich selbst zu Syrern erklärt hatten.
    Dafür gibt es massenhaft Zeugen, und arabische Muttersprachler bestätigten, dass man (wenn man arabisch kann) die Dialekte unterscheiden kann. Wir aber konnten das nicht, und in Marokko wurden die Gefängnisse gelehrt, als der Aufruf erging, alle Syrer dürften ohne Pass rein. Da gelang es in der Hektik der Massenzuwanderung sogar Schwarzafrikanern, sich als Syrer auszugeben.

    Der Skandal ist bis heute folgender: die wirklich Bedürftigen sitzen heute noch in Bombentrümmern, während sich die Kräftigen und Wohlhabenden in unseren Sozialsystemen eingenistet haben. Das soll keine Pauschalisierung sein. Es gibt immer Ausnahmen.

    Und ich kenne selber welche, die wirklich hier angekommen sind im wahrsten Wortsinn. Sie haben deutsch gelernt, benehmen sich anständig und arbeiten. Und die sind hier, wie ich bereits schrieb, herzlich willkommen.

  • 4
    9
    tbaukhage
    12.09.2020

    @censor: Hör' auf zu lügen - es hieß nie, dass das ALLES Fachkräfte wären!

    Die meisten, die 2015 hierher kamen, flüchteten vor Not, Elend, Zerstörung, Mord und Verfolgung. Dass danach auch massenhaft Wirtschaftsflüchtlinge hierher kamen, bestreitet niemand. Konsequentes Abschieben, auch im großen Stiel, solcher Flüchtlinge wäre angesagt, vor allem aber endlich ein Einwanderungsgesetz, das seinen Namen auch verdient.

    Bis dahin werde ich weiter Hilfe zur Selbsthilfe hier leisten und diejenigen politischen Kräfte unterstützen, die politischen Druck auf die hier Regierenden und auf die in den Heimatländern der Flüchtlinge ausüben. Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: Lieber das teurere Öl in Norwegen kaufen, als das billigere bei den Scheichs, auch wenn dadurch Benzin und Diesel etwas teurer werden.

  • 4
    3
    vonVorn
    12.09.2020

    @censor, ich glaube hier haben viele Illusionen über die Häufigkeit der russischen Kriege.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Milit%C3%A4roperationen_Russlands_und_der_Sowjetunion
    Diese LIste ist der Grund warum ich wenn jemand über amerikanische Kriege schimpft auch die Russen erwähnen muss, alle Kriegstreiber sind gefährlich, auch die in Moskau.

  • 9
    3
    censor
    11.09.2020

    tbaukhage "Ja, Hilfe zur Selbsthilfe ist wichtig. Vor Ort mit Geld, Waren und Knowhow oder hier im Lande, in dem wir Fachleute ausbilden, die dann wieder zurück in ihre Heimat gehen".

    Vor 5 Jahren hieß es, die Flüchtlinge, die bei uns ankommen, seien alles Fachkräfte, die HIER so dringend gebraucht würden. Inzwischen hat sich diese Annahme ja als großer Hoax herausgestellt.

    Die Statistiken besagen, dass nach wie vor jeder 2. Arbeitslose in Deutschland Migrant ist, und 3 von 4 Syrern in Deutschland lebt ganz oder teilweise von Hartz IV.
    Quelle: statista sowie
    https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-09/fluechtlinge-syrer-hartz-iv

  • 6
    4
    klapa
    11.09.2020

    Und erwähen darf man, dass die Flüchtenden aus vielen Ländern kommen, gegen die DE eine Reisewarnung erlassen hat.

    Wie passt das zusammen?

  • 14
    5
    censor
    11.09.2020

    tbaukhage
    "Dazu sollten wir erstmal aufhören, den kriegsführenden Ländern im Nahen Osten Öl abzukaufen mit dem Geld, was wir von deren Kriegsgegnern für die Waffen bekommen, die wir dorthin liefern".

    Wissen Sie, wer im Nahen Osten alles Krieg führt? Da ist neben den Ländern dort fast der ganze Westen involviert, dazu noch der Großtürke, die Golfstaaten, die Kurden, verschiedene islamistische Gruppierungen und der IS.
    Der Westen beliefert traditionell alle mit Waffen, die welche brauchen. Das war schon immer so. ZB im 1. Golfkrieg Irak gegen Iran. Da bekamen beide Kontrahenden amerikanische Ware zum Verballern.

    Wenn Sie das abstellen wollen, müssen Sie sich mit den einflussreichsten Magnaten der Welt anlegen.

    Und woher beziehen wir unser Öl, wenn wir es nicht mehr bei den Scheichs kaufen? Ich schlage vor, bei den Russen. Das wird die anderen auch hoch erfreuen.

    Man sieht also, es hängt alles mit allem zusammen - und wer den gordischen Knoten löst, darf sich etwas wünschen. Man kann ihn auch zerschlagen wie Alexander der Große, aber dann muss man auch selbst ein bisschen mehr Größe haben, damit man das Echo vertragen kann.

    Trump hat übrigens damit begonnen, Kriege zu beenden. Er zieht Truppen, wenn auch zaghaft, aus der Region ab und hat als erster Präsident seit langem keinen neuen Krieg angefangen. So kann es auch gehen. Genau deshalb wird er auch so gebasht.

    Der Westen muss beginnen, sich dort unten heraus zu halten. Die ständigen Interventionen -vor allem der USA- sind die Ursache allen Übels.

  • 6
    10
    tbaukhage
    11.09.2020

    @censor: "Wer den Menschen wirklich helfen will, der beendet Kriege und baut die Heimat der Leute wieder auf." ... DAS ist der einzige Satz, den ich jederzeit und rückhaltlos unterschreiben kann. Auch, wenn er nicht zuende gedacht ist.
    Dazu sollten wir erstmal aufhören, den kriegsführenden Ländern im Nahen Osten Öl abzukaufen mit dem Geld, was wir von deren Kriegsgegnern für die Waffen bekommen, die wir dorthin liefern.
    Ja, Hilfe zur Selbsthilfe ist wichtig. Vor Ort mit Geld, Waren und Knowhow oder hier im Lande, in dem wir Fachleute ausbilden, die dann wieder zurück in ihre Heimat gehen.

  • 13
    3
    censor
    11.09.2020

    cn3boj00 - Also, wer Deutschland in der Flüchtlingspolitik "wegschauen" vorwirft, der muss die letzten Jahre geschlafen haben.

    Deutschland ist (neben Schweden) das Land, welches die meisten Migranten bei sich aufgenommen hat und diese auch noch vorbildlich beherbergt.

    Eine Problemlösung auf EU-Ebene muss schon aus folgendem Grund scheitern: Die Migranten wollen nämlich mehrheitlich gar nicht in andere Länder, sondern explizit nach Deutschland. Warum? Weil sie bei uns die besten ökonomischen Aufnahmebedingungen und die toleranteste Migrationspolitik vorfinden.

    Unter diesem Aspekt gesehen, sollten wir schon überlegen, wie man andere Wege gehen kann. Wir können nicht alle aufnehmen.
    Eine eur. Lösung könnte u.a. so aussehen, dass Asylrecht und Unterbringungsbedingungen in allen Ländern standardisiert würden. Das würde den Anreiz nehmen, allein Deutschland zum Ziel zu nehmen.

    Ich schrieb es bereits mehrfach: Wer den Menschen wirklich helfen will, der beendet Kriege und baut die Heimat der Leute wieder auf.

  • 9
    12
    cn3boj00
    11.09.2020

    10 Staaten nehmen 400 Kinder auf (zusammen), welch ein großartiges Signal! Und Seehofer fängt wieder von der EU-Lösung an. Mindestens ein Jahr herrschte Ruhe, nach dem Motto: wir schaffen das, wir sitzen das aus! Wir schauen einfach weg! Wenn es in den letzten 4 Jahren zu keiner EU-Lösung gekommen ist, wie lange wollen wir da noch warten? Zum Glück kam auch noch Corona, es gibt andere Themen zum demonstrieren, wer redete noch über Flüchtlinge? Doch kaum steht ins haus, dass irgendeine Stadt 10 Kinder aufnimmt, werden schon wieder Geschütze aufgefahren. Armes Deutschland, arme EU.

  • 7
    6
    censor
    11.09.2020

    Nixnuzz - Die Frage bzgl. der Begründung, warum keine sächsische Stadt dabei ist, ging usprünglich an @tbaukage".
    Da Sie sich in Ihrem Kommentar aber auf meine Frage bezogen haben, geht diese jetzt an Sie.
    Nur nochmal zur Klarstellung.

  • 6
    7
    censor
    11.09.2020

    Nixnuzz "Zumindest verbumfidele ich die Statistik von Freiberg oder Marienberg und Umgebung als Einzel-Wessie mit Flüchtlingsausweis und juristisch historisch als Migrant. Ich bin jetzt hier zuhause. Und darf ich das gemäß GG. Oder gibt es hier eine entsprechende Erzgebigs-Ausgabe mit regionalen Abweichungen?"

    Was soll das denn? Fühlen Sie als "Einzel-Wessi" sich in unserem schönen Sachsen denn nicht wohl? Behandelt man sie hier etwa als Ausländer?

    Ich wollte von Ihnen nur wissen, ob Sie eine Erklärung dafür haben, warum unter den Städten, die sich bereit erklärt haben, Moria-Migranten aufzunehmen, keine sächsische Stadt ist.

    Hätte ich gewusst, dass Sie aus den gebrauchten Bundesländern stammen, wäre diese Frage überflüssig gewesen.

  • 13
    10
    Nixnuzz
    11.09.2020

    Deutschland hat seit 2015 mehr Migranten aufgenommen, als alle EU-Staaten zusammen: 1,73 Millionen. Jeden Tag kommen mindestens mehrere hundert Menschen dazu.- laut Seehofer heute im Parlament : Täglich 3 - 400. Oder ca. 12.000 pro Jahr. Wie hoch ist umgekehrt die Absetzbewegung pro Jahr nicht nur aus den neuen BL sondern auch aus der gesamten Republik? Wie ist die gesamte Mengenbilanz?

    Anmerkung: 2019 betrug der Ausländeranteil an unserer Bevölkerung 12.5%.
    26% der Bürger hatten Migrationshintergrund.: Und - was heißt das jetzt?

    "....ist keine aus Sachsen dabei!" - Und wie würden Sie diesen Fakt begründen wollen? Zumindest verbumfidele ich die Statistik von Freiberg oder Marienberg und Umgebung als Einzel-Wessie mit Flüchtlingsausweis und juristisch historisch als Migrant. Ich bin jetzt hier zuhause. Und darf ich das gemäß GG. Oder gibt es hier eine entsprechende Erzgebigs-Ausgabe mit regionalen Abweichungen?

  • 14
    8
    censor
    11.09.2020

    @mops -
    Die "Zeit" schrieb am 17.5. 2016 u.a. folgendes:

    Zitat Titel:
    Schaffen wir das? Können wir den Andrang der Flüchtlinge verkraften? Um den Vormarsch der extremen Rechten zu stoppen, müssen wir unseren humanitären Impuls zügeln.

    Zitat aus dem Text: ""Übersteigt der Ausländeranteil die Zehn-Prozent-Grenze, wird jedes Volk rebellisch", hat der Sozialdemokrat Heinz Kühn, von 1966 bis 1978 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, vor 30 Jahren gesagt."

    und weiter:
    "Das lebendige Bewusstsein seiner Identität (Anm: des Volkes) ermöglicht erst die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Einwanderern.

    Geht dieses Bewusstsein verloren, wird es tatsächlich oder vermeintlich bedroht, hat die Willkommenskultur keine Chance mehr. Dann werden die populistischen, fremdenfeindlichen und nationalistischen Parteien und Bewegungen weiteren Zulauf bekommen und am Ende dem europäischen Integrationsprojekt den Garaus machen, wenn nicht überhaupt der Demokratie".

    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-05/migration-einwanderung-integration-auslaender-in-deutschland/seite-3

    Anmerkung: 2019 betrug der Ausländeranteil an unserer Bevölkerung 12.5%.
    26% der Bürger hatten Migrationshintergrund.

  • 19
    12
    mops0106
    11.09.2020

    @tbaukhage:

    Deutschland hat seit 2015 mehr Migranten aufgenommen, als alle EU-Staaten zusammen: 1,73 Millionen. Jeden Tag kommen mindestens mehrere hundert Menschen dazu.

    Wann ist für Sie das Ende des Machbaren erreicht? Ich sehe die Verwerfungen in unserer Gesellschaft, die zunehmende Gewaltkriminalität etc. und sage, mir (und vielen anderen Menschen) reicht es schon lange.

    Wer weitere Aufnahmen wünscht ( bestimmte Politiker, Kirchenvorstände, NGO...) möchte bitte selbst für die Unterkunft, Versorgung und alles weitere sorgen. Das betrifft für mich auch Privatpersonen.

  • 8
    15
    censor
    11.09.2020

    tbaukage - "...von den zehn deutschen Städten, deren Bürgermeister Aufnahmebereitschaft signalisiert haben, ist keine aus Sachsen dabei!"

    Und wie würden Sie diesen Fakt begründen wollen?

  • 17
    28
    tbaukhage
    11.09.2020

    @Mops: Ich kann natürlich verstehen, dass man sich sorgt, wenn (durchschnittlich) 540.000 Deutsche von einem minderjährigen Flüchtling überrannt werden.
    Kein Grund zur Panik, von den zehn deutschen Städten, deren Bürgermeister Aufnahmebereitschaft signalisiert haben, ist keine aus Sachsen dabei!

  • 33
    21
    mops0106
    11.09.2020

    "Die 400 Minderjährigen sind ein erster Schritt und diesem ersten Schritt wird ein weiterer folgen», erklärte Seehofer. Er wolle, dass man sich dabei auf Familien mit Kindern konzentriere."

    Und wieder geht es weiter.

  • 37
    20
    klapa
    11.09.2020

    Darf man fragen, wie alt diese 'Minderjährigen' sind?