80.000 Euro als Darlehen für Wohnung im Freistaat

Mit der neuen Förderung will Koalition Familien aus Großstädten herauslocken

Ausgenommen sind nur Dresden, Leipzig und Chemnitz: Wer demnächst außerhalb der drei kreisfreien Städte Wohnraum in Sachsen zur Eigennutzung erwirbt, errichtet, saniert oder umbaut, kann zur Finanzierung auf ein staatlich gefördertes Darlehen zurückgreifen. Voraussetzung ist, dass die positiven Einkünfte im Haushalt pro Jahr nicht höher als 100.000 Euro (bei Alleinstehenden 60.0000 Euro) sind, wie Innenminister Roland Wöller (CDU) am Dienstag ankündigte. Für jedes Kind erhöhe sich diese Einkommensgrenze um 10.000 Euro.

Die dazu vom CDU/SPD-Kabinett beschlossene Förderrichtlinie soll noch vor Weihnachten, nämlich am 21. Dezember, in Kraft treten. 2019 werden insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Für den Eigenanteil sind laut Wöller mindestens 20 Prozent der Gesamtsumme vorgeschrieben.

Wer Wohnraum neu errichtet oder schon bestehenden erwirbt oder erweitert, kann mit einem Darlehen bis zu 80.000 Euro rechnen. Bei Sanierungsmaßnahmen zur Werterhaltung oder -erhöhung einer bereits im eigenen Besitz befindlichen Wohnung winken maximal 40.000 Euro. Die Darlehen, die über die Aufbaubank abgewickelt werden, hält Wöller auch wegen ihrer 25-jährigen Bindung an den bei Vertragsschluss gültigen Zinssatz - derzeit 0,75 Prozent - für attraktiv.

"Jede Familie und jede Person, die sich mit Wohneigentum an eine kleinere Gemeinde bindet, trägt zur Zukunft des ländlichen Raumes bei", so Wöller. Dass die Förderung auch im Umland der drei Großstädte möglich ist, sei "bewusst entschieden" worden, da die Ansiedlung dort der "zunehmend angespannten Situation" auf dem Mietmarkt der Ballungszentren entgegenwirke.

Kritisch reagierten die Grünen. Ihr Landtagsfraktionschef Wolfram Günther sprach von einer "Gießkannenförderung für Häuslebauer". Er äußerte zugleich die Befürchtung, dass die "staatlich geförderte Zersiedelung" zur Verödung weiterer Ortskerne in Sachsen beitragen werde.

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