AfD-Landesvorstand geht gegen Vorstandsmitglied Przybylla vor

Dresden/Zwickau.

Der sächsische AfD-Landesvorstand geht gegen das Vorstandsmitglied Benjamin Przybylla vor. Nach Informationen der "Freien Presse" hat das Gremium bei seiner Sitzung am Dienstagabend Przybylla aufgefordert, binnen 48 Stunden sein Amt niederzulegen. Da Przybylla der Aufforderung nicht sofort nachkam, entband ihn der Vorstand von allen seinen Aufgaben und Funktionen.

Auslöser für den Beschluss war nach Informationen der "Freien Presse" das jüngste Verhalten von Przybylla. Der Landesvorstand wirft ihm unter anderem vor, unabgesprochen die Nähe zu Pro Chemnitz gesucht zu haben. Przybylla trat am vergangenen Freitag bei der Kundgebung der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz auf. Die AfD wolle nicht dulden, dass ein Vorstandsmitglied bei Pro Chemnitz spreche, heißt es. Die sächsische AfD hatte auf ihrem Parteitag Mitte September in Markneukirchen mehrheitlich beschlossen, dass sie keinen Schulterschluss mit Pegida und ähnlichen Organisationen möchte. Zudem hatte Przybylla Anfang der Woche im Kreisverband Zwickau für Aufsehen gesorgt. In einer E-Mail warf er den früheren Kreisvorsitzenden Sven Itzek und Frank-Frieder Forberg Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Geldern vor. Die aktuelle Kreisvorsitzende Janin Klatt-Eberle distanzierte sich anschließend davon.

Der Pressesprecher der sächsischen AfD, Andreas Harlaß, wollte die Informationen der "Freien Presse" nicht bestätigen. Sitzungen des Landesvorstandes seien generell nichtöffentlich, sagte er. Zudem nehme man zu etwaigen Personalangelegenheiten nie Stellung. Przybylla selbst äußerte sich auf Anfrage auch nicht.

Unklar ist, was passiert, falls Przybylla der Aufforderung zum Rücktritt aus dem Landesvorstand nicht nachkommt. Einfach ausschließen kann der Landesvorstand sein Mitglied nicht, da Przybylla vom Parteitag gewählt wurde.

Bewertung des Artikels: Ø 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen
2Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 7
    2
    DTRFC2005
    05.10.2018

    AFD grenzt sich von Pro Chemnitz ab? Hm, allein mir fehlt der Glaube. Wenn dem so ist, dann müsste man sich auch von ganz anderen in der AFD abgrenzen, die die Sprache von Hass, Rassismus und Menschenfeindlichkeit jeden Tag trällern. Ich denke ich muss hier keine speziellen Namen benennen. Aber davon mal abgesehen, wer sich in eine Menschenmenge bzw. Demo begibt, die Hass, Rassismus und Menschenfeindlichkeit skandieren, der darf sich nicht wundern, wenn man ihn u.a auch als Rechts einstuft. An dem Montag nach der Tat (worauf sich Pro Chemnitz ja so gern bezieht ) könnte man eventuell die Leute die da mit liefen verstehen, das sie in einer Art Schockstarre das ganze noch nicht verarbeitet haben.Aber selbst an diesem Tag, hätte man einfach weggehen können, als klar wurde, das es sich nicht um einen Trauermarsch handeln kann.Ich sehe die Bilder immer noch vor mir, wie sich ein Zug von Menschen mit Kranz und Blumen bewaffnet, von den Massen regelrecht feiern ließ. In dem Moment war mir klar, das man regelrecht darauf gelauert haben muss, das etwas beim Stadtfest passiert, was man verwenden kann, um wieder mehr Anhänger in seine Reihen zu bekommen. Ein Hutbürger würde jetzt sagen- es sind ja bald Wahlen-.

  • 9
    3
    Distelblüte
    04.10.2018

    Die AfD will sich von Pro Chemnitz distanzieren, und auch von Pegida... Das klingt ein wenig nach "Die Geister, die ich rief, die werd ich nicht mehr los".
    Und doch werden morgen wieder jede Menge Leute bei Pro Chemnitz mitlaufen, entweder trotz des Wissens, dass diese Gruppe rechtsextrem ist, oder auch genau deswegen.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...