Flutkatastrophe: Sachsen hilft in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

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Erste Hilfsgüter auf dem Weg, DRK ruft zu Spenden auf

Dresden.

Die Sächsische Landesregierung hat zusammen mit verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen erste Hilfsmaßnahmen zur Unterstützung der von der Unwetterkatastrophe betroffenen Menschen in Nordrhein-Westfahlen und in Rheinland-Pfalz gestartet. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte am Freitag in Dresden, dass man sachsenweit Hilfe angeboten habe. Vor allem die Feuerwehren und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) haben reagiert und bereits erste Konvois auf den Weg in den Westen geschickt. "Wir in Sachsen erinnern uns noch alle an die Flutkatastrophen von 2002, 2010 und 2013, als wir aus ganz Deutschland Hilfsangebote erhielten, dieses Mal wollen wir helfen", sagte der Ministerpräsident.

Bert Wendsche, Präsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages (SSG) und Oberbürgermeister der Stadt Radebeul betonte die Notwendigkeit von koordinierten Maßnahmen, damit die Unterstützung auch dort ankomme, wo sie gebraucht werde. "Die Länder werden die Organisation übernehmen und uns informieren", so Wendsche, der die Hochwasser von 2002 und 2013 erlebt hat.

Seit Donnerstagsabend stellt das DRK Sachsen seine Hilfe zusammen. "Was in NRW und Rheinland-Pfalz am notwendigsten ist, sind Dinge des täglichen Bedarfs wie Betten und Decken, Nahrung und Medikamente", berichtet Nicole Porzig, stellvertretende Vorsitzende des DRK Sachsen. Freitagnachmittag fuhr der erste DRK-Konvoi mit diesen Sachen von Dresden Richtung Westen.

Rettungs- und Hilfsmaßnahmen nach einer Katastrophe wie aktuell in den westlichen Bundesländern laufe immer nach einem Drei-Punkte-Plan ab, erklärt Kai Kranich, Pressesprecher des DRK. Im ersten Schritt gelte es Menschen zu retten und in Unterkünfte zu bringen, damit sie betreut werden können, das ist in den ersten Stunden und Tagen nach der Katastrophe der Fall. Danach folgt das Aufräumen, was mehrere Wochen, teilweise auch Monate in Anspruch nehmen kann. Wiederaufbau und die Errichtung von Hochwasserschutzmaßnahmen sind dann die nächsten Schritte, die oftmals Jahre oder gar Jahrzehnte dauern.

Aktuell hat jedoch erst einmal die Erstversorgung Priorität. Zusammen mit Nicole Porzig appellierte Bert Wendsche an alle Menschen, die Hilfe leisten möchten: Sachspenden würden derzeit nicht gebraucht, weil die Organisation und die Logistik zu aufwändig seien. Die Staatsregierung habe sich deshalb entschieden, das Spendenkonto "Sachsen hilft!" wieder freizuschalten. In den Jahren der sächsischen Flutkatastrophen wurde über diese Verbindung Millionen Euro an Spenden gesammelt. "Wir freuen uns über alle, die helfen möchten", sagt Porzig.

Allerdings werden auch Länder und der Bund finanziellen Hilfen bereitstellen müssen, um welche Summen es gehen wird, kann derzeit noch niemand sagen. Was jedoch bereits feststeht: es wird um Milliardenbeträge gehen.

Wer spenden möchte, für den ist das Spendenkonto "Sachsen hilft!" freigeschaltet:

Institut: Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE30 8502 0500 0003 5760 13
BIC: BFSWDE33DRE