Gebhardt will 2019 neues Spitzenergebnis für Linke in Sachsen

Radebeul.

Der von der Linken in Sachsen per Mitgliederentscheid zum Spitzenkandidat gewählte Landtagsfraktionschef Rico Gebhardt hat seine Partei aufgefordert, 2019 "um das beste Wahlergebnis zu kämpfen, was wir jemals gehabt haben". Dazu müsse die Linke ihre bisherigen "Selbstzweifel" ablegen und an sich glauben, forderte der 55-Jährige auf dem Landesparteitag am Samstag in Radebeul

Ohne die Umfragen zu erwähnen, die die Linke zuletzt hinter CDU und AfD nur noch als drittstärkste Kraft in Sachsen sehen, fragte Gebhardt: "Wer sagt denn, dass wir den zweiten Platz schon verloren haben?" Für den Wahlkampf rief er die Genossen zu Geschlossenheit auf. "Lasst uns aufstehen vom Sofa, uns rausgehen und die Verhältnisse zum Tanzen bringen."

Bei der Landtagswahl 2014 landete die Linke bei 18,9 Prozent. Ihr bisher bestes Ergebnis in Sachsen, wo sie seit 1999 zweitstärkste politische Kraft hinter der Union ist, erreichte die Partei 2004 mit 23,6 Prozent. In Meinungsumfragen stand sie zuletzt zwischen 17 und 19 Prozent.

Gebhardt unterstrich zugleich das Ziel, den Kampf um Direktmandate, den er selbst bei vorherigen Wahlen eher skeptisch gesehen hatte, im nächsten Jahr zu verstärken. 2014 hatte nur Juliane Nagel im Leipziger Süden für die Linke einen Wahlkreis erobert. Gebhardt geht für 2019 von mehr Gewinnern aus. 

Zudem verwies er darauf, dass mehrere prominente CDU-Politiker auf der Suche nach einem "sicheren" Wahlkreis aus der Stadt geflüchtet seien, weil sie eine Niederlage gegen Linke-Kandidaten befürchteten. Tatsächlich treten sowohl Leipzigs Polizeichef Bernd Merbitz als auch der aus Leipzig stammende Justizminister Sebastian Gemkow außerhalb der Stadt für ein Direktmandat der CDU an.

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6Kommentare
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    Interessierte
    vor 2 Stunden

    Da kam doch gestern Abend auf dem MDR der Lebenslauf von Gysi und man meinte , die Linke gäbe es gar nicht mehr , wenn es ihn nicht gäbe ...
    An sich hört man doch von den Linken relativ wenig , die sind sehr ruhig , wenn nicht gerade die SahraW. auftritt , vielleicht sollte man da wieder mal etwas genauer hinhören , wo sie und auch er doch auch immer so unerwünscht sind und ausgebuht werden , wobei sie aber eben ´auch` für viel Zuwanderung sind ….

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    franzudo2013
    10.12.2018

    Vielen Dank für die Erwiderung und Ihre Gelassenheit. Ich kann mich Ihren Erkenntnissen durchaus anschließen. Das Besondere an Wolf Biermann ist eben die Konstellation "Einer versus Viele". Und der Eine hat unerwarteterweise standgehalten und sich laut zu Wort gemeldet.
    Wenn er in der Vergangenheit feststeckte, dann kann ich das in meiner Wahrnehmung bei der adressierten "Drachenbrut" eben auch nicht ganz ausschließen. Irgendwie kommen immer wieder die alten Reflexe durch und offensichtlich kann keiner aus seiner Haut. Die Widersprüche sind ja auch zwischen Wagenknecht und Kipping mit Händen zu greifen.
    Wahrscheinlich ist schon die semantische Annäherung problematisch, es geht weder um Drachen noch um Helden, weder um Rechts noch um Links.
    Es fehlen die Zwischentöne und die konkreten Ansätze. Und die dialektische Erkenntnis, dass Politik mit Druck oft das Gegenteil erreicht.

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    Freigeist14
    10.12.2018

    Franzudo@ Wolf Biermann ist für mich eine tragische Figur. Der Fehler der SED-Führung war es, diesen Liedermacher auszubürgern und damit echte Dissidenten und kritische Geister zu enttäuschen ,mit Verboten zu schikanieren und ins Ausland zu vertreiben. Biermann dagegen wurde mit der Ausbürgerung zu einem geltungsbedürftigen Möchtegern-Wadenbeißer . Er war einmal für einen freiheitlichen Sozialismus und wechselte dann ins konservativ-antikommunistische Milieu .Der Tiefpunkt war der inszenierte kasperhafte und haßerfüllte Auftritt im Bundestag 2014 gegen die Linkspartei.ZITAT : Herr Biermann war früher klug,scharf und konsequent.Aber er erleidet das gleiche Schicksal so vieler in der Vergangenheit Steckengebliebener,die eine böse Vergangenheit immer wieder wachrufen und dadurch ihre Bedeutung zu behalten erstreben. "Wer zu lange gegen Drachen kämpft wird selbst zum Drachen" hat August Strindberg einmal gesagt. Und noch etwas Franzudo: Auch der Marktradikalste kommt nicht ohne einer Planung über das nächste Geschäftsjahr .

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    franzudo2013
    10.12.2018

    Freigeist, Sie scheinen Ihren Namen zu Unrecht zu tragen. Es klingt mehr nach einem in der Wolle gefärbtem Tschekisten. Wolf Biermann als Ewiggestrigen zu bezeichnen ist nur eine infame Behauptung Ewigmorgiger.
    Mit der Planwirtschaft ist es heutzutage wie mit dem Antifaschismus. Die neue Planwirtschaft wird nicht sagen: Ich bin die Planwirtschaft. Sie wird sagen: Ich bin die Antiplanwirtschaft.
    Was ist denn die EU anderes als Planwirtschaft ? Sieht man deutlich an der Fehlallokation der Ressourcen und der permanenten Krise.

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    Freigeist14
    08.12.2018

    Haecker@ das man bei Feudalismus,Kapitalismus oder Sozialismus von Gesellschaftsordnung spricht dürfte Ihnen doch nicht entgangen sein. Und im Grundgesetz steht nichts von einem fixiertem Kapitalismus . Eigentum verpflichtet .Die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien forderte sogar die CDU nach 1947 in ihrem "Ahlener Programm" . Die Rückkehr in eine zentralistische Planwirtschaft mit einem vermeintlichen Volkseigentum ist nur eine infame Behauptung Ewiggestriger wie der Klampfen-Barde und "Drachentöter" W. Biermann .

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    Haecker
    08.12.2018

    Wie sagte Wolf Biermann am 09.11.2014 im Bundestag? "Ich weiß schon, Ihr wollt immer. Aber Ihr könnt nicht."
    Man rufe nur mal "www.dielinke-sachsen.de" auf: Da ist (schon seit mindestens Anfang d.J.) eine Seite vorgeschaltet, da heißt es: "Wir brauchen ein anderes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem". Wohl gemerkt: Sie verstehen den Kapitalismus nicht nur als Wirtschaftssystem, das nicht durch das Grundgesetz gedeckt wäre (wie manche behaupten), sondern als G e s e l l s c h a f t s system - so, wie sie es bis 1989, als sie hier noch an der Macht waren, immer gesagt haben. Das Gesellschaftssystem aber, das sie überwinden wollen - wie sie also ganz offen sagen - , ist aber im Grundgesetz festgeschrieben.
    Vom "Demokratischen Sozialismus" spricht auch die SPD, aber nicht als Gesellschaftssystem, sondern im Sinne von Eduard Bernstein.
    Ich habe kein Interesse daran, dass die AfD zur Landtagswahl stärker wird, als Die Linke. Aber 17 % sind für Die Linke auf jeden Fall viel zu viel.



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