Mutiertes Coronavirus in Sachsen nachgewiesen

Großbritannien-Rückkehrer ist in Quarantäne. Sozialministerin Köpping fordert schneller Versorgung mit mehr Impfstoff.

Die mutierte Coronavirus, die erstmals in Großbritannien nachgewiesen wurde, ist nun auch in Sachsen aufgetreten. Das teilte das sächsische Sozialministerium am späten Donnerstagnachmittag mit. Es wurde bei einer Person aus Dresden ausgemacht, die aus Großbritannien zurückgekehrt war.

Laut Regierungsangaben hat sich die infizierte Person "nach der Ankunft sofort in Quarantäne begeben". Das zuständige Gesundheitsamt betreue den Fall und geht nicht von "der Gefahr einer weiteren Verbreitung" aus.

Das Sozialministerium hat die Gesundheitsämter im Freistaat angewiesen, Einreisende aus Großbritannien und Südafrika besonders sorgfältig bei der Quarantäneüberwachung zu begleiten. Der aktuelle Fall ist laut Ministerium durch ein stichprobenartiges Screening von positiven Proben beim Robert Koch-Institut nachgewiesen worden.

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) forderte auch mit Blick auf diesen neuen Fall und die weiterhin hohe Anzahl an Corona-Neuinfektionen, dass Sachsen schneller mit mehr Impfstoff versorgt werden müsse: "Bisher erfolgt die Verteilung des Impfstoffes nach der Einwohnerzahl der Bundesländer. Ich glaube, dass auch andere Faktoren bei neuen Lieferungen eine Rolle spielen sollten." Sachsen habe aktuell die bundesweit höchste Inzidenz. "Ein Faktor sollte auch sein, welche Bundesländer einen besonders hohen Anteil an älteren Menschen haben. Dazu gehört Sachsen. Wir haben eine Million Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Sie müssen schnell besonders geschützt werden." (kok)

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22 Kommentare
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  • 5
    1
    saxon1965
    08.01.2021

    @BobuBobu: Die weiter hohen Zahlen an positiv Getesteten ließe vermuten, dass die Mutation bereits weit verbreitet ist. Das der PCR-Test jedoch nicht unumstritten ist, ist ja bekannt. Ehe ich jedoch wieder einmal nicht veröffentlicht werde...
    Ausschlaggebend ist jedoch auch bei der neuen Mutation die Letalität der Erkrankten. Bisher verstarben mit bzw. in Zusammenhang mit dem Virus 4.040 Menschen bis 69 Jahre (davon 2.737 zwischen 60 u. 69), 7.011 waren 70-79 und rund 24.440 waren noch älter. Bei knapp 8.000 Verstorbene von über 90 Jahren liegt doch auf der Hand wo die Prioritäten liegen sollten?
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1104173/umfrage/todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/
    Es muss die Frage erlaubt sein, ob bei dieser Faktenlage die richtigen Entscheidungen getroffen wurden. Bei den Kindern, Jugendlichen und Berufstätigen bis 60 Jahre verstarben bisher (10 Monate) 1.315 Menschen, was 3,7 Prozent aller Verstorbenen sind.

  • 36
    3
    BuboBubo
    07.01.2021

    Zufallstreffer. Man kann davon ausgehen, dass die Mutation in D schon deutlich weiterverbreitet ist, als bekannt.

    In GB wird etwa jeder 15. positive Corona-Test einer Genom-Sequenzierung unterzogen. Dabei können die Mutanten identifiziert werden.
    In Deutschland findet das "stichprobenartig" statt - nur etwa jeder 900. Befund wird dahingehend untersucht. Auf diese Weise findet man die Mutationen erst, wenn sie Allgemeingut geworden sind.
    Warum ist das so? Herr Spahn wird es wissen.

    https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/sequenzierung-corona-spahn-101.html