Poggenburg und Co. gründen "Aufbruch deutscher Patrioten"

Dresden. Irgendwann in der Nacht zu Freitag änderte André Poggenburg sein Profilbild bei Facebook: Nun prangt dort neben seinem Konterfei ein neues Parteisymbol. "AdP - Aufbruch deutscher Patrioten" nennt sich die Partei, über die am Donnerstag bereits viel spekuliert wurde. Eine Gruppe selbsternannter Nationalkonservativer um den ehemaligen sachsen-anhaltischen AfD-Chef André Poggenburg will der AfD damit Konkurrenz machen.

Viel ist über die neue Partei, die schon bei den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen antreten soll, noch nicht bekannt. Auf einer Facebook-Seite ist als Vorstandsmitglied Poggenburg angegeben, ebenso eine Telefonnummer in Leipzig und eine E-Mailadresse. Der neue Internetauftritt der AdP Mitteldeutschland verrät derzeit auch nicht mehr. Dort ist lediglich groß das Parteilogo. Dies ist allerdings von einiger Aussagekraft, denn es wird unter anderem von einer blauen Kornblume bestimmt.

Eine blaue Kornblume war in den 1930er Jahren das Erkennungssymbol der österreichischen Nationalsozialisten, als diese von 1930 bis 1938 illegal waren. Neben Poggenburg und seiner Gruppierung "Die Nationalkonservativen" hatten auch andere politische Rechtsaußen damit in der Vergangenheit provoziert. Im Berliner Abgeordnetenhaus trug beispielsweise Andreas Wild diese Blume am Jackett im November. Der Abgeordnete, der von der AfD aus der Fraktion geworfen worden war, behauptete, wie die "Berliner Zeitung" damals berichtete, dass die Blume ein Symbol der deutschen Romantik sei. Nach Ordnungsrufen des Parlamentspräsidenten zog er die Jacke schließlich aus. Zuvor war Wild auch mit der Kornblume aufgefallen, als er am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht bei einem Schweigemarsch für die ermordeten Berliner Juden das Symbol als Kleidungsschmuck verwendete.

Neben Poggenburg gehören anscheinend Egbert Ermer, ehemaliger Vorsitzender der AfD im Landkreis Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge, und Benjamin Przybylla, ehemaliger AfD-Politiker aus dem Kreisverband Zwickau, zur AdP. Beide hatten bereits verkündet, dass sie die AfD verlassen werden. Nun laden sie gemeinsam mit Poggenburg zum "Neujahrsempfang" der AdP am kommenden Mittwoch ein. Er soll in eben jener Gaststätte stattfinden, in der die drei bereits im November aufgetreten waren. Damals hatten sie massive Kritik an der Ausrichtung der AfD geübt. Sie warfen der Parteiführung vor, dass sie sich von Pegida und "Pro Chemnitz" abgrenze, aus Angst vor einer Beobachtung des Verfassungsschutzes gegen die Parteijugend vorgehe und sich schon klammheimlich auf eine Koalition mit der CDU einstelle. Dies lässt zumindest erahnen, in welche politische Richtung es nun auch mit der AdP gehen könnte. (kok)

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