Sachsen hofft in diesem Jahr auf Weihnachtsmärkte

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Sachsen ist berühmt für sein Brauchtum und seine Traditionen im Advent. Bergparaden und Weihnachtsmärkte sind Kulturgut, Touristenmagnet und Wirtschaftsfaktor. Können sie 2021 stattfinden?

Dresden.

Mitten im Sommer bereitet sich Sachsen erneut auf einen Advent in der Coronapandemie vor. Impfungen, Tests und die Erfahrung mit Hygiene- und Schutzregeln machen die Organisatoren optimistisch, dass Brauchtum und Traditionen diesmal auch gepflegt werden können. "Mein Ziel ist ganz klar, dass Weihnachtsmärkte 2021 stattfinden können", sagt Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU). Anfang der Woche hat sie mit Kommunen und privaten Veranstaltern beraten, unter welchen Bedingungen das auch bei eventuell wieder höheren Infektionszahlen möglich sein kann. Weitere Abstimmungen sollen folgen - für eine eindeutige Regelung.

Die Entwicklung der Infektionslage kann laut Klepsch natürlich niemand voraussagen. Sie hofft aber, "dass sich noch mehr Menschen impfen lassen und wir so mehr Sicherheit gewinnen". Denn das "Weihnachtsland Sachsen" sei, neben der kulturellen Bedeutung, auch ein bedeutender Tourismusfaktor, vor allem im Erzgebirge sowie in Dresden und Leipzig, sagt die Ministerin. "Der Anteil der drei Destinationen prägt mit rund 70 Prozent das sächsische Gesamtergebnis für den Dezember stark."

Chemnitz ist fest entschlossen. "Sollte es die Coronalage zulassen, werden rund um das Rathaus wieder viele Stände für weihnachtliches Flair sorgen", macht der auch für Ordnung zuständige Bürgermeister Miko Runkel klar. "Stand jetzt wird der Chemnitzer Weihnachtsmarkt in diesem Jahr auf jeden Fall stattfinden." Ähnliches ist aus dem Erzgebirge zu hören: "Wir Annaberg-Buchholzer wollen! Nur das Wie steht tatsächlich noch in den Sternen", sagt Stadtsprecherin Annett Flämig. "Es ist besonders wichtig, eine generell gültige Regelung für Märkte, speziell Sondermärkte wie Weihnachtsmärkte, festzusetzen, sodass diese nicht unter Groß- und Massenveranstaltungen fallen." Auch das Spielzeugdorf Seiffen plant wie immer, in positiver Erwartung. Dort soll das 2020 ausgefallene 30. Jubiläum der Seiffener Weihnacht nachgeholt werden. "Wir arbeiten an einem Konzept, welches uns nach jetzigem Stand der Kenntnisse die Seiffener Weihnacht ermöglicht, auch an einer Strategie, falls Testungen der Besucher nötig werden", sagt eine Sprecherin.

Auch andere Kommunen in Südwestsachsen planen mit angezogener Handbremse. Heißt: vorbehaltlich der pandemischen Entwicklung. Dazu gehört das vogtländische Auerbach, wo im Advent stets das Treffen der Weihnachtsmänner ein Höhepunkt ist. Zu den beliebtesten Märkten gehört der Schwarzenberger. In welchem Umfang er stattfinden und ob es Bergparade und Märchenaufzug geben wird, stehe noch nicht fest. Plauen plant, das Festgelände zu vergrößern, um die Abstände zwischen Verkaufsständen und Besuchern zu vergrößern. Großzügiger soll auch der Markt in Freiberg ausfallen, der unter dem Motto "Original bergmännisch im Erzgebirge" ab 23. November stattfinden soll.

Am selben Tag soll auch der Weihnachtsmarkt in Zwickau starten. Die Organisatoren warten aber noch auf die Einordnung der Veranstaltung. Sie setzen darauf, dass der Markt als Spezialmarkt gilt. Würde er als Großveranstaltung eingestuft, müsste ein Zaun um das Festgelände errichtet werden. Und das sei aus Sicht der Verantwortlichen nicht machbar. Mit Rücksicht auf die Händler soll auf eine geplante Erhöhung der Standgebühren in diesem Jahr verzichtet werden. Die Stadt Reichenbach will abwarten, wie sich die Pandemie entwickelt. Im vergangenen Jahr war der Markt organisiert. Am Ende habe nur eine Bude gestanden, und die durfte nicht einmal Glühwein verkaufen.

Die Stadt Leipzig wagt noch keine Prognose. "Wir können uns nur, wie im Vorjahr, gut vorbereiten, um hoffentlich den Advent genießen zu können", heißt es aus dem Rathaus. Auch die Landeshauptstadt plant nach dem Ausfall 2020 wieder mit dem Dresdner Striezelmarkt. Ob und in welcher Form, ist nach Rathausangaben derzeit unklar.

2020 waren Weihnachtsmärkte und die Bergparaden im Erzgebirge ausgefallen. Zuletzt musste auch der Striezelmarkt wegen des zunehmenden Infektionsgeschehens in der zweiten Coronawelle abgesagt werden - trotz aller Bemühungen. Tourismusministerin Klepsch will eine Wiederholung des Szenarios unbedingt vermeiden. (dpa/fp)

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