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Sechs Tipps gegen den Kater - und was sie wirklich taugen

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Wer zu tief ins Glas geschaut hat, hat am nächsten Tag in der Regel einen ordentlichen Kater. Sechs Tipps gegen den Kater - und was sie wirklich taugen.

Chemnitz.

Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schwäche – so fühlt sich ein ausgewachsener Kater nach einer durchzechten Nacht an. Dabei verursacht Forschern zufolge Bourbon-Whisky schlimmere Beschwerden als Vodka. Denn einige alkoholische Getränke erhalten mehr Nebenprodukte, die beim Abbau dem Körper Probleme bereiten. Einen etwas weniger schlimmen Kater verursachen der Forschung zufolge neben Vodka weitere „helle“ Alkoholika wie Gin und Weißwein.

Manch einer döst dann bei einem Kater nur einfach vor sich hin, bis das Elend nachlässt. Andere versuchen allerlei Tricks, um die Beschwerden zu vertreiben, greifen zu Hausmittelchen und oder probieren es mit einem Katerfrühstück. Die Wissenschaft ist sich aber einig: Garantiert helfen kann nur eines.

Tipp 1: Kaffee, kalte Dusche & Co.

Becherweise starker Kaffee, eine kalte Dusche, ein ausgedehnter Mittagsschlaf helfen wach zu werden. Das alles erhöht das eigene Wohlbefinden. Den Kater bekämpft das aber nicht. Auch Sport ist keine Option: Die Nebenprodukte des Alkohols könne nicht ausgeschwitzt werden.

Für deren Abbau ist allein die Leber zuständig. Und die schaltet nicht hoch, nur weil sich jemand wacher oder besser fühlt. Weil nach zu großem Alkoholgenuss Experten zufolge häufig die Stimmung gedrückt ist, lohnt Entspannung aber trotzdem.

Tipp 2: Rollmops, Sauerkraut und sauren Gurke

Viele schwören auf das bewährte Kater-Frühstück mit Rollmops, Sauerkraut und sauren Gurken. Über salziges Essen, so die Theorie, können verloren gegangene Elektrolyte nachgefüllt werden. Das Salz macht außerdem durstig - man greift danach umso eifriger zur Wasserflasche und versorgt den Körper mit Flüssigkeit.

Wer auf einen Rollmops dankend verzichtet, für den gibt es einige Alternativen. Eine Laugenbrezel macht der Landesapothekerkammer Hessen zufolge ebenfalls einen guten Job. Auch geräucherter Lachs oder Essiggurken eignen sich als Katerfrühstück. So weit, so gut. Wissenschaftlich ist aber gar nicht geklärt, welche Rolle Elektrolyten beim Kater überhaupt zukommen. Daher hat das Katerfrühstück im besten Fall neben der Flüssigkeitszufuhr durch den Durst nur eine psychologische Wirkung: Es sorgt für Wohlbefinden. Es kann daher für einen kleinen Placeboeffekt sorgen und so die Beschwerden lindern. Auf reichhaltige, fette Speisen sollte aber verzichtet werden, so die Experten. Denn wenn der Magen durch den Alkohol sehr geschwächt sei, könnten die zu Übelkeit und Erbrechen führen. Suppen seien da eine bessere und elektrolythaltige Option, die der Magen besser verträgt.

Tipp 3: Anti-Hangover-Mittel

Einige Hersteller werben mit Anti-Hangover-Mitteln, die den Körper gezielt mit Nährstoffen versorgen und so die Katersymptome zurückdrängen oder ihnen vorbeugen sollen. Darin enthalten sind oft Hefe und „Superfoods“ wie Ginko und Ac4. Anti-Hangover-Mittel sind zudem meist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Wissenschaftler haben inzwischen aber eine ganze Reihe an Studien zu solchen Anti-Hangover-Medikamenten und -Nahrungsergänzungsmitteln betrieben - mit einem ernüchternden Ergebnis: Es gibt keinen Nachweis, dass Präparate einem Kater effektiv vorbeugen oder ihn behandeln können. Drei Mittel scheinen aber vielversprechend: Gamma-Linolensäure aus Borretschöl, ein Kombinationspräparat auf Hanfbasis und der entzündungshemmende Wirkstoff Tolfenaminsäure. Auch der Extrakt der Kaktusfeige konnte in Studien manche Katersymptome lindern – vermutlich, weil auch er gegen Entzündungen wirkt.

Tipp 4: Schmerztabletten

Bei einem Kater nehmen viele Menschen gerne mal eine Schmerztablette. Die übertünchen laut Experten aber nur den Schmerz und belasten den Körper unter Umständen zusätzlich. Experten raten daher: Tablette nur, wenn es gar nicht anders geht. Auf Paracetamol sollten Verkaterte zudem verzichten, da es wie der Alkohol in der Leber abgebaut wird. Richtig dosiert, geht durch Paracetamol laut Studien zwar keine Gefahr für die Leber aus, auch nicht bei Alkoholkranken. Die Doppelbelastung für die Leber kann die Entgiftung demnach aber verlangsamen. Acetylsalicylsäure wie in Aspirin wiederum könnte hingegen auf den ohnehin schon geschwächten Magen schlagen. Ibuprofen wäre da eine Option gegen das Kopfweh - oder Magnesium einnehmen und ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf der Stirn verteilen.

Tipp 5: Das Konterbier

Betrunken oder angetrunken haben Menschen keinen Kater. Die Theorie: Ein Konterbier müsste ihn am nächsten Morgen dann doch vertreiben. Tatsächlich könnte etwas dran sein an dieser These, denn neben dem Alkohol Ethanol enthalten viele Getränke als Nebenprodukt Methanol. Dieses Methanol wandelt die Leber in giftige Stoffe um, die dann den Kater auslösen können. Zuerst baut die Leber aber das Ethanol ab. Wenn nun die Leber durch ein Konterbier mit dem Abbau des neuen Ethanols mit Arbeit versorgt wird, wird vorübergehend kein Methanol abgebaut. Deshalb können Wissenschaftlern zufolge die durch das Methanol verursachten Beschwerden zunächst einmal ausbleiben - allerdings verschiebt das Konterbier demnach den Kater nur. Anschließend könnte er sogar noch stärker zurückkehren. Der Expertentipp: Lieber mit Wasser und Tee kontern.

Tipp 6: Durcheinandertrinken

Die Wissenschaft ist sich einig: Durcheinandertrinken hilft am besten - aber es kommt drauf an, was man zu sich nimmt. „Bier auf Wein, das lass‘ sein. Wein auf Bier, das rat‘ ich dir“ - Forscher der Universität Witten/Herdecke haben diesen prominenten Rat zur Katervermeidung allerdings mit einem feuchtfröhlichen Experiment als Mythos entlarvt. Ihre Erkenntnis: Für den Kater spielt es keine Rolle, in welcher Reihenfolge man Bier und Wein in sich hineinschüttet. Vielmehr sollten beim Feiern alkoholische und nicht-alkoholische Getränke abwechselnd getrunken werden, zudem viel Wasser. So wird dem Körper mehr Flüssigkeit zugeführt, er dehydriert nicht. Besonders hilfreich sind Studien zufolge isotonisch wirkende Getränken, etwa Apfelschorle. Das kann mit etwas Glück Durst, Schwindel und einem trockenen Mund am nächsten Tag vorbeugen. Dass dieses Durcheinandertrinken auch gegen andere Katersymptome hilft, bezweifeln Forscher aber. Wahrscheinlich ist es nur so, dass jemand weniger Alkohol im Laufe eines Abends trinkt, wenn er zwischendurch ab und an zu einer Limonade oder einem Wasser greift. Die effektivste Methode gegen einen Kater ist und bleibt daher: Weniger trinken, dann fällt der Kater glimpflich aus oder bleibt ganz weg. ( juerg)

Wie mit Anti-Kater-Mitteln Geld verdient wird, lesen Sie hier.

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