Silvester in Südwestsachsen: Polizei zieht Einsatzbilanz

Chemnitz/Zwickau.

Die für die Region zuständigen Polizeidirektionen Chemnitz und Zwickau haben am Neujahrstag eine Bilanz der Einsätze zu Silvester im Coronajahr 2020 gezogen. 

Die für das Stadtgebiet, den Erzgebirgskreis und den Landkreis Mittelsachsen zuständige Polizeidirektion Chemnitz teilte mit, dass Silvester aus polizeilicher Sicht ruhiger als in den Vorjahren verlaufen sei. Dennoch wurden zwischen Silvester, 18 Uhr, und Neujahr, 1.30 Uhr, 70 Vorfälle im Direktionsbereich bekannt, darunter 18 Straftaten, wobei es sich in sieben Fällen um Sachbeschädigungen sowie in vier Fällen um Körperverletzungsdelikte handelt. Zudem wurden über 50 Verstöße gegen die Sächsische Corona-Schutzverordnung beziehungsweise die erlassenen Allgemeinverfügungen angezeigt. Bei mehreren kontrollierten Personen stellten die Beamten nicht zugelassene Pyrotechnik fest. 

So beendeten Beamte nach Polizeiangaben unter anderem eine Party mit 14 Personen in einer Wohnung an der Chemnitzer Hainstraße und erstatteten Anzeigen wegen Verstößen gegen die Kontaktbeschränkungen. Im Erzgebirgskreis stellte die Polizei bei einer Kontrolle eines 15-Jährigen in Crottendorf 131 nicht zugelassene Böller sicher. In Burkhartsdorf nahmen Beamte einem 14-Jährigen 68 verbotene Knaller ab. 

Die für den Vogtlandkreis und den Landkreis Zwickau zuständige Polizeidirektion Zwickau vermeldete 176 Einsätze in der Zeit von Donnerstag- bis Freitagmittag. 52 Mal mussten demnach Polizisten zu Einsätzen im Zusammenhang mit Silvesterfeierlichkeiten in beiden Landkreisen ausrücken. 39 Mal davon wegen Ruhestörungen. 

Im Vergleich zum Vorjahr lasse sich feststellen, dass sich an der Gesamtanzahl der Einsätze sowie die Sachbeschädigungen etwa auf gleichem Niveau bewegt hätten, so Polizeisprecher Christian Schünemann. Es seien weniger Brände und Körperverletzungsdelikte angezeigt worden, dafür mehr Ruhestörungen im Zusammenhang mit den Feiern. Den Angaben zufolge kam es zu 16 Sachbeschädigungen durch Feuerwerkskörper, bei denen hauptsächlich Briefkästen, Müllcontainer, Zigarettenautomaten und ein Fahrzeug beschädigt wurden. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei auf rund 8300 Euro. Zudem rückten Polizeibeamte mit zu zehn Bränden aus, bei denen Sachschäden im mittleren fünfstelligen Bereich entstanden.

Darüber hinaus wurden zwischen Donnerstag- und Freitagmorgen 90 Ordnungswidrigkeitsanzeigen im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Corona-Schutz-Verordnung  erstattet. 

In Oelsnitz wurde der Polizei gegen 0.30 Uhr eine größere Personengruppe gemeldet, die sich im Bereich der Rosa-Luxemburg-Straße gegenseitig mit Pyrotechnik beworfen haben soll. Die Beamten trafen vor Ort etwa 30 Personen an, erfassten die Identitäten der Beteiligten und stellten 27 Anzeigen wegen mehrerer Verstöße gegen die Corona-Schutz-Verordnung aus: unzulässige Gruppenbildung, Überschreiten der zulässigen Personenanzahl und Missachtung der Maskenpflicht. Bei den Beteiligten wurden zwei Schreckschusswaffen mit Munition gefunden. Auch hier stellte die Polizei Anzeigen aus. 

Gegen 2.38 Uhr rückte die Polizei zu einer Schlägerei auf dem Mühlweg in Kirchberg aus. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge kam war es zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen gekommen. Vor Ort stellte sich die Lage laut Polizeisprecher Schünemann als "äußerst unübersichtlich und schwer rekonstruierbar" heraus. Drei Beteiligte wurden verletzt, die Beamten stellten die Identitäten von 19 Personen fest. Außerdem fand die Polizei bei einem Beteiligten Böller der Klasse F3. Die Beamten erstatteten entsprechende Anzeigen und sprachen allen Beteiligten Platzverweise aus. (lasc/dha)

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88 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    6
    Einspruch
    02.01.2021

    Silvester , an dem einem Tag würde ich bisschen Lärm ertragen. Ich habe Rücksichtslose über mir, jeden Tag zu allen möglichen Zeiten poltert und scheppert es. Ich wohne wie unter einer Kegelbahn. Und man findet kein Gehör, weder bei den Störenfrieden noch beim Vermieter. Bis zu einem gewissen Alter gilt Narrenfreiheit, für diese verpeilten Eltern ein Freibrief, aber diese Zeit ist bald abgelaufen.

  • 6
    9
    ralf66
    02.01.2021

    @Echo1, anzeigen u. denunzieren, dass mache ich nicht! Übrigens in meiner unmittelbaren Nachbarschaft hat keiner geböllert! Habe selber jedes Jahr meine Feuerwerk abgebrannt dieses Jahr nicht weil es nicht erlaubt war.
    Wenn Sie meinen Kommentar an censor nicht verstehen dann ist es Ihr Problem.
    Noch was, mit dem Spaß kann man schon sehr ausgebremst werden, wenn ich erst heute wieder erfahren musste, dass ein guter Bekannter von uns heute Nacht im Krankenhaus an Corona verstorben ist. @vonVorn, dass können Sie so sehen, ich halte auch einige Maßnahmen für übertrieben aber was dieser Herr censor hier zum Thema Corona abliefert hat nichts mit sachlicher Kritik zu tun da ist sehr vieles dabei was gelinde gesagt an den Haaren herbeigezogen ist u. das schärfste an der ganzen Sache ist, dieser Herr censor urteilt nur von weiten aus sicheren heimatlichen häuslichen Gefilden wo ihm selber nicht passieren kann, seine Infos einseitiges Internet/ Livestream alles was in seine Meinung passt.

  • 9
    8
    Echo1
    02.01.2021

    Ruhestörung gemeldet? Zu Silvester? Da kann es schon mal laut werden. Das ist doch normal. Es ist doch nicht die Heilige Nacht. Da müssen die bösen Geister vertrieben werden. Aus Tradition.
    @Ralf haben Sie Ihre Nachbarn diesbezüglich angezeigt? Die wollten doch nur mal etwas feiern. War doch erlaubt.
    Also waren wieder viele Spassbremsen unterwegs.

  • 8
    2
    meynhard
    02.01.2021

    Polizeibericht schön und gut.
    Mich würde interessieren ob das eigentliche Ziel, Verminderung von Notfällen im Krankenhaus durch Böller erreicht wurde.
    Oder ob die Verletzten durch erhöhten Zukauf aus Osteuropa eher zugenommen haben.

    Gibt es dazu auch einen Artikel ?

  • 13
    9
    vonVorn
    02.01.2021

    @ralf66, ein Roter ist von mir und ich will es mal begründen. Wenn eigene schlechte Erfahrungen mit, in diesem Fall, einer Krankheit dazu führen, das man jemand der sehr sachliche Kritik an den Zuständen um diese Krankheit übt, nur noch abbügelt, dann ist das nicht gut. Denn es läuft so einiges schief um Corona und wenn darüber nicht reden kann sind wir nicht mehr in der Demokratie.

  • 39
    22
    OmaundOpa
    01.01.2021

    Auseinandersetzung von 2 Gruppen, was sagt man dazu. Sind die denn alle bekloppt, kann sich niemand mehr an Regeln halten! Oder versteht man die Sprache nicht!?

  • 50
    48
    ralf66
    01.01.2021

    @censor, dass ist ein Ding, Sie haben tatsächlich auch mal etwas live mitbekommen, Feuerwerkslärm, Pulverdampf so nach dem Motto, sehen, riechen, schmecken, da kann der Livestream nicht mithalten gelle, da sitzt man auch wenn der Mist noch so sehr stinkt immer fröhlich daneben am PC ohne jegliche Gefahr und Belästigung.
    Bleiben Sie dran, vielleicht ist ja einmal in naher Zukunft einen Besuch auf einer ITS mit schweren Coronafällen oder eine Zusammenkunft mit Menschen die es schwer mit Corona erwischt hatte und jetzt noch schwer dran zu knaubeln haben geplant?Live ist Live war schon immer so.

  • 64
    46
    censor
    01.01.2021

    Mehr Ruhestörungen im Zusammenhang mit den Feiern? Ja, das ist doch logisch, wenn die Leute, die sonst zu Silvester in die Kneipen und auf die Parteimeilen gegangen sind, alle daheim bleiben müssen. - Hat man gedacht, die Partylöwen sitzen still und leise am heimischen Küchentisch und blasen Corona-Trübsal? -

    Nein, auch in unserem (sonst an Silvester sehr ruhigen) Stadtgebiet wurde ringsum die Sau raus gelassen - mir kam es vor: lauter und ausgelassener als sonst und irgendwie übertrieben.

    Es schien wie eine Trotzreaktion, wie ziviler Ungehorsam, und auch die Pyrotechnik war anders: viel Bodenfeuerwerk mit starker Lärm- Geruchs- und Rauchentwicklung anstatt der sonst üblichen Raketen.

    Da muss die Verbotsfraktion wohl nächstes Jahr "nachschärfen". (Achtung: letzter Satz Satire).