Über 200 neue Corona-Fälle in Sachsen - Mehrere Schulen müssen schließen

Immer mehr Landkreise nähern sich einem ersten Schwellenwert bei den Neuinfektionen an. Dresden verbietet Großveranstaltungen.

In Sachsen sind am Freitag 215 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Laut den Zahlen des Gesundheitsministeriums (Stand 12.30 Uhr) gab es mit 49 die meisten Neuinfektionen in Dresden. Wegen des starken Anstiegs sind in Dresden Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern ab sofort verboten. Die Regelung gelte mindestens bis zum 16. Oktober, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. "Wir alle haben mit steigenden Corona-Infektionen im Herbst gerechnet. Nun sind sie da und wir alle haben es in der Hand", erklärte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Er rief dazu auf, Abstand zu halten, auf unnötige Kontakte zu verzichten und überall dort einen Mundschutz zu tragen, wo man sich nicht anders schützen könne. Auch im Landkreis Bautzen gilt wegen der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen bereits ein Verbot von Großveranstaltungen.

Stark betroffen ist auch der Kreis Zwickau, wo vom Landratsamt 39 Neuinfektionen gemeldet werden. Im Vogtlandkreis und in Mittelsachsen werden jeweils ein Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Neue Infektionen gibt es im Vogtland sieben, in Mittelsachsen fünf. Im Erzgebirgskreis wurden vom Landratsamt am Freitagnachmittag 42 Neuinfektionen gemeldet. Zudem sei dort eine Person im Zusammenhang mit dem Virus verstorben. Bereits am Donnerstag wurden von dort 53 Neuinfektionen gemeldet, diese Zahl beinhaltete allerdings auch Nachmeldungen aufgrund von Software-Problemen. Aus Chemnitz meldet die Stadt ebenfalls fünf Neuinfektionen. Dort entschied das Klinikum, ab Samstag ein erneutes Besuchsverbot zu verhängen. Wegen Meldeverzögerungen kommt es immer wieder zu Unterschieden zwischen den Zahlen von Landratsämtern und Gesundheitsministerium.

Aufgrund mehrerer Fälle an Schulen wird auch der Unterricht an einigen Orten wieder eingeschränkt. Besonders trifft das Meerane, wo sowohl das Gymnasium als auch die Oberschule geschlossen werden mussten. Im Erzgebirge musste am Freitag wieder eine Schule geschlossen werden. An neun Bildungseinrichtungen im Erzgebirgskreis wurden weitere Coronafälle bekannt. Es gibt aber auch gute Nachrichten aus den Schulen: Die wegen Corona geschlossene Grundschule in Oelsnitz am Karl-Marx-Platz hat seit Freitag wieder geöffnet.

Die Anzahl an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist im Kreis Zwickau auf 24,1 gestiegen. Ab einem Schwellenwert von 35 müssen erste Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden. Bei über 20 liegt dieser Wert aktuell auch im Erzgebirgskreis (23,6), im Landkreis Bautzen (24,0), im Landkreis Meißen (21,9) und in Dresden (22,3). Im ganzen Freistaat hat es in den vergangenen sieben Tagen 16 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben. (luka/samü/dpa)

77 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 10
    3
    Einspruch
    10.10.2020

    Dienstlich wird man das ganze Jahr quer durch die Republik von einem zum zum anderen geschickt, ob Hotspot oder Kranke und hustend, spielt keine Rolle, aber bei ein bisschen Urlaub im eigenen Land, da will z.B. der AG plötzlich ganz genau wissen, wo man war und wer im Ausland war, muss sich testen lassen. Einfach nur noch lächerlich. Wer in den Beneluxländern oder Frankreich war, hatte plötzlich die Quarantäne am Hals, aber die Belgier zum Beispiel sind am Feiertag in Massen problemlos zu uns gelassen worden, so haben wir es in NRW gesehen. Da soll man diesen ganzen Schwachsinn noch ernst nehmen. Listen auf Rasthöfen und in Gaststätten nerven und werden oft sowieso nur nachlässig geführt, Nutzen dadurch gleich Null. Dann die vielerorts unterschiedlichen Regelungen. Irgendwann haben wir bei einem Einkaufsbummel nach der zigsten Desinfektion der Hände langsam Hautreizungen verspürt. Der ganze Infektionsschutz ist nur noch Stückwerk, aber immer schön nervig und mit der Angstkeule.

  • 8
    8
    Napp
    10.10.2020

    Epochtimes ist keine seriöse Quelle, da verkürzt, verfälscht und gefiltert ohne eigene journalistische Aktivität. Der Originalartikel erschien als Gastkommentar im Handelsblatt. Was Streek allerdings ausblendet ist der Zeitverzug zwischen Infektion und Diagnose. Entsprechend wird er auch auf seinem Twitter-Account von anderen Experten verrissen.

  • 44
    22
    tbaukhage
    09.10.2020

    Die Anzahl der positiv Getesteten hat sich innerhalb von zwei Tagen verdoppelt (und steigt weiter), die Anzahl der Tests aber nicht.
    Angeblich soll sich doch aber die Anzahl der positiv Getesteten allein durch vergrößern, weil mehr getestet wird.
    Wie jetzt? Kann das mal einer von den Corona-Verharmlosern hier im Forum erklären? Und bei der Gelegenheit gleich noch die explodierenden R-7-Zahlen einbeziehen?

  • 31
    41
    frankjac
    09.10.2020

    Ich kann das Wort Corona nicht mehr hören, dieses Thema wird bis zum erbrechen ausgeschlachtet. Immer neue Verbote, Verordnungen, Erlasse und kein Mensch sieht mehr durch. Ein unerträglicher Zustand!

  • 33
    21
    Pixelghost
    09.10.2020

    @klapa, wie tatsächlich die Gefahr werden kann, habe ich in der vergangenen Woche feststellen dürfen.
    Irgendwelche Infektionszahlen, Statistiken, Verschwurbelungen und Verdrehungen sind dann scheißegal.

    Es reicht eine Lehrkraft aus dem Erzgebirge...

  • 9
    5
    Hinterfragt
    09.10.2020

    Sehr interessant dazu war gestern Abend die Phönix-Runde

    https://www.phoenix.de/sendungen/gespraeche/phoenix-runde/corona-im-herbst---regelchaos-in-deutschland-a-1808015.html

  • 32
    14
    klapa
    09.10.2020

    ‚Die reinen Zahlen seien nur „bedingt aussagekräftig. …. Abhilfe kann hier ein Ampelsystem schaffen, das auf dem Zusammenspiel von Infektionszahlen, Anzahl der Tests, stationärer und intensivmedizinischer Belegung basiert.’

    - https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/virologe-streeck-4000-neuinfekionen-taeglich-nicht-mehr-so-schlimm-a3353260.html?meistgelesen=1

    Das ist, was auch der nachfragende Leser seit längerem einfordern darf. Die veröffentlichten Infiziertenzahlen sagen für sich und isoliert genommen kaum etwas über die tatsächliche Gefahr aus.