Weniger Stellen für Polizeinachwuchs geplant

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Bei einer Verkleinerung müssten Polizeifachschulen geschlossen werden. 2022 kamen die meisten Bewerber aus Westsachsen.

Dresden.

Sachsens Polizei muss sich für die Zukunft auf deutlich weniger Beamte einstellen, als bisher geplant. Dem Entwurf des Doppelhaushalts 2023/24 nach soll die Zahl der Ausbildungsplätze von derzeit 600 auf 500 im kommenden Jahr sinken, 2024 wären es noch 450. Im Jahr 2020 gab es noch 700 Plätze.

Noch im März hatte die Sachsen-CDU erklärt, man werde den Einstellungskorridor von 600 Anwärtern "in den Jahren 2023 und 2024 fortschreiben." Eine Absenkung der Ausbildungsstellen dürfte die Diskussion um die Zukunft der Polizeifachschulen Leipzig und Chemnitz neu entfachen. Vor allem Leipzig steht auf der Streichliste, sollte es bei der Reduzierung bleiben. Dort müssten mehrere Millionen Euro investiert werden, um die Fachschule auf den neuesten Stand zu bringen.

Sinkt die Zahl der Ausbildungsplätze künftig weiter, wäre auch die Schule in Chemnitz 2027 von der Schließung bedroht. Sachsens Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa sagt: "Eine Entscheidung zu den Standorten der Polizeifachschulen können wir erst dann treffen, wenn der Doppelhaushalt 2023/24 feststeht und damit der Einstellungskorridor für die Ausbildung." Leipzig ist der mit Abstand beliebteste Ausbildungsort. Von jüngst eingestellten Azubis haben sich knapp die Hälfte Leipzig gewünscht, den mit 100 Plätzen kleinsten Standort. Die Hälfte der Absagen vor Dienstantritt erhält die Polizei von ihren angehenden Azubis nachdem ihnen der Ausbildungsort mitgeteilt wurde. "Vereinzelt machen Bewerber ihre Entscheidung, Polizist zu werden, vom Ort der Ausbildung abhängig", sagt Kubiessa. "Die Standortfrage ist für die allermeisten nicht entscheidend. Wichtig ist die Qualität der Ausbildung."

Rund 3.000 Kandidaten bewerben sich jedes Jahr bei der Polizei. Für das Ausbildungsjahr 2022 bewarben sich 2850 Menschen. Mit mehr als 30 Prozent Anteil kamen die meisten Bewerber aus dem früheren Regierungsbezirk Chemnitz, den Kreisen Vogtland, Zwickau, Erzgebirge, Mittelsachsen und der Stadt Chemnitz. Aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Dresden kamen 29 Prozent der Interessenten. Schlusslicht ist mit einem Anteil von knapp 24 Prozent der frühere Regierungsbezirk Leipzig. Rund 17 Prozent der Kandidaten bewarben sich aus anderen Bundesländern bei Sachsens Ordnungshütern. Dennoch spürt die Polizei den demografisch bedingten zunehmenden Mangel an verfügbarem Nachwuchs und dessen gewachsene Ansprüche. Landespolizeichef Kubiessa sagt: "Wir haben wie alle Arbeitgeber mit einem veränderten Arbeitsmarkt zu tun und müssen um gute Leute kämpfen."

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