Wieder offen: Pfingstmontag beschert Gastwirten in Sachsen regen Zulauf

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Nach monatelanger Zwangspause dürfen Gastronomen im Vogtland und in Chemnitz wieder ihre Terrassen öffnen. Das kam gut an bei den Gästen. Nicht jeder Gastwirt nutzte aber die Gelegenheit.

Chemnitz/Plauen.

Auch wenn das Wetter nicht durchgängig mitspielte - die Pfingsttage haben den Gastronomen im Vogtland und in Chemnitz nach monatelanger Pause wieder regen Gästezulauf beschert. In Chemnitz dürfen seit Montag Gäste wieder im Freien bewirtet werden, im Vogtland schon seit Samstag. Und das wurde auch in Anspruch genommen: In der Chemnitzer Innenstadt waren die Außenbereiche am Montagnachmittag überall gut gefüllt. "Wir sind mehr als zufrieden, mussten sogar Leute wieder wegschicken", sagte etwa André Gruhle, Betreiber mehrerer Restaurants. "Es ist gut, dass es wieder losgegangen ist", versicherte der Chemnitzer Gastronom Gernot Roßner. Auch aus dem Vogtland kamen zufriedene Stimmen: "Es war absoluter Wahnsinn", schilderte Christin Wolf, Inhaberin des Waldgasthofes Buch bei Treuen. Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga Sachsen, berichtete von vielen positiven Reaktionen: "Für beide Seiten, Gäste wie Gastgeber, ist das Erlebnis groß gewesen."

Sachsenweit dürfen Restaurants, Cafés und Bars inzwischen in drei Landkreisen (Vogtland, Leipzig und Bautzen) sowie in den kreisfreien Städten Chemnitz, Dresden und Leipzig wieder Gäste im Außenbereich empfangen. Der Landkreis Zwickau könnte noch im Laufe dieser Woche hinzukommen, wenn die Inzidenz weiter unter der Marke von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche bleibt.

Allerdings: So manche Biergartentür blieb auch dort zu, wo hätte bedient werden können. Gastronomen begründeten dies mit unsicheren Wetterprognosen und längeren Vorlaufzeiten, um gerade in größeren Betrieben die Küchen hochzufahren und das Personal aus der Kurzarbeit zurückzuholen. Dehoga-Mann Klein wies zudem darauf hin, dass sich nicht für jeden Gastwirt die Öffnung nur der Außenbereiche lohnt.

Noch nicht in Sichtweite ist ein Biergartenbetrieb derweil in den Landkreisen Mittelsachsen und Erzgebirge. In Mittelsachsen lag die Sieben-Tage-Inzidenz in den letzten Tagen relativ konstant bei etwas über 100, im Erzgebirge ist die Situation mit zuletzt einem Wert von über 150 noch schlechter. Für einige Gastwirte im Erzgebirge sei das Wochenende hart gewesen, sagte Klein. Während ihre Lokale zu sind, hätten sie mit ansehen müssen, wie hinter der Grenze in Tschechien Hochbetrieb herrscht. An den Grenzübergängen habe es einen verstärkten Reiseverkehr gegeben, teilte die Bundespolizeidirektion Pirna mit.

Nicht zuletzt mit Blick darauf forderte der Dehoga die Zersplitterung im Freistaat rasch zu beenden. Man brauche eine einheitliche Öffnung fürs Gastgewerbe. So ließe sich vermeiden, dass Menschen für den Restaurantbesuch aus anderen Regionen anreisen. Zudem forderte der Branchenverband, dass Gastwirte bei einer Inzidenz von unter 100 auch Gäste in Innenräumen bewirten können. Nur so sei eine Öffnung für viele Betriebe überhaupt sinnvoll.

Noch ist allerdings offen, wann Gaststätten wieder Gäste in die Räume lassen dürfen. In der bis 30. Mai gültigen Coronaschutz-Verordnung des Freistaates ist dies nicht vorgesehen, auch ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 können die Lokale nur den Außenbereich öffnen, dann allerdings ohne die bisherigen Auflagen wie Terminbuchung.

In einzelnen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg ist die Innenöffnung dagegen schon erlaubt. Einige andere Länder haben zumindest schon konkrete Regelungen angekündigt. Bundesweit einheitlich geregelt ist per Bundesnotbremse nur, wie ab einer Inzidenz von über 100 zu verfahren ist, alles andere entscheiden die Länder selbst.

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11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 10
    9
    2PLUTO6
    25.05.2021

    Es war schön wieder mal zur Vernunft gekomme Menschen zu sehen und zu treffen.