Jobcenter unterstützt Eltern beim Arbeitseinstieg

Kinder und Karriere lassen sich im Arbeitsleben meist schwer miteinander vereinbaren. Eine Aktion soll Abhilfe schaffen.

Chemnitz.

Großer Andrang herrschte am Donnerstag vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) an der Straße der Nation in Chemnitz. Anlass dazu war eine Aktion des Jobcenters, die Menschen ohne Beschäftigungsverhältnis den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern soll.

Die jährliche Veranstaltung mit wechselnden Themenschwerpunkten fand in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal in Folge statt, erläuterte die Beauftragte für Chancengleichheit des Chemnitzer Jobcenters, Jacqueline Rauschenbach, vor Ort. Im Fokus der diesjährigen Aktion standen besonders junge Eltern. Es sei wichtig, den Müttern und Vätern Perspektiven zu bieten, damit diese für ihre Kinder eine Vorbildrolle einnehmen können, erklärte Rauschenbach. Ziel sei es, zusammen mit den Arbeitgebern Lösungen für die Hürden zu finden, vor denen besonders Eltern stehen - etwa bei der Betreuung ihrer Kinder oder in der Dienstplanung. Laut Rauschenbach erhielten rund 500 Arbeitssuchende aus der Region eine Einladung für die Veranstaltung.

Unter ihnen war auch Tina Winkler. Die junge Frau arbeitete zunächst als Geschäftsführerin einer Chemnitzer Eventfirma. Gegen Ende ihrer Elternzeit wollte sich die zweifache Mutter jedoch neu orientieren - vor allem um mehr Zeit für ihre Familie zu haben. "Als Geschäftsführerin musst du praktisch dauerpräsent sein", sagte die junge Mutter am Donnerstag. Zur beruflichen Gestaltung ihrer Zukunft hatte sich Winkler bereits einige Pläne zurechtgelegt. Geplant sei, mit anderen Müttern eine Initiative zu gründen, die Frauen besonders in den Wochen nach der Geburt ihrer Kinder beisteht - vor allem dann, wenn sich eine Depression einstellt.

Von der Veranstaltung des Jobcenters ist Winkler positiv überrascht. Eigentlich habe sie einen Vortrag erwartet. Eine ähnliche Veranstaltung der Arbeitsagentur habe sie bereits am Vortag besucht. Der offene Charakter der Aktion in den Räumen der IHK sei deshalb so positiv, weil auch zahlreiche soziale Initiativen präsent seien. So habe sie gleich mehrere hilfreiche Kontakte knüpfen können, schätzte Winkler ein.

Insgesamt präsentierten sich rund 35 Arbeitgeber aus allen Branchen sowie speziell im Bereich der Jugendarbeit tätige Initiativen aus der Region auf der Veranstaltung. Zum ersten Mal bei dieser Aktion dabei ist auch Stephanie Götz. Die Personalleiterin am Chemnitzer Standort des Einzelhandelsunternehmens Globus steht selbst quasi noch ganz am Anfang. "Wir suchen für unsere zukünftige Filiale im Neefepark eine komplette Mannschaft - vom Verkäufer bis zum IT-Fachmann", sagte Götz. Dabei versuche das Unternehmen beim Gewinnen von Arbeitskräften mit Familienfreundlichkeit zu punkten - "vor allem bei der Dienstplanung", so Personalleiterin Götz. Solche Angebote sorgten auch bei Tina Winkler für positive Resonanz. "Ich fand es sehr spannend, dass es auch sehr spezielle Jobangebote gab - etwa Fachberater für vegane Ernährung", sagte die junge Mutter. Der Vorteil: Arbeit nur am Vormittag, so bleibt der Nachmittag frei für die Familie. Ob sie sich deshalb gleich bewerben würde oder doch ihre geplante Initiative zur Unterstützung junger Mütter umsetzen wolle? "Erst mal muss ich zu Hause meine Eindrücke sortieren", bilanzierte die junge Frau. Kontaktdaten habe sie vorsichtshalber trotzdem ausgetauscht.

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