3. Fußball-Liga: FSV Zwickau ohne Fans und Punkte

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Im ersten Geisterspiel der Saison verlieren die Westsachsen mit 1:2 (0:1) gegen Saarbrücken. Damit riss eine stolze Serie.

Sie schätzen sich gegenseitig als Trainer und als Mensch: Joe Enochs und Uwe Koschinat, die Trainer des FSV Zwickau und des 1. FC Saarbrücken, kennen sich schon eine Weile. Sie sind kurioserweise am selben Tag, nämlich am 1. September 1971, geboren. Koschinat in Koblenz, Enochs in Kalifornien. Am Freitagabend standen sich beide in der GGZ-Arena gegenüber. Enochs kehrte nach einem Spiel coronabedingter Pause zurück. Vor dem Anpfiff begrüßten sich die Fußballlehrer herzlich. Dann ruhte die Männerfreundschaft für 90 Minuten. Am Ende, nach zwei verschiedenen Halbzeiten und der bitteren 1:2- Niederlage des FSV in letzter Sekunde, schüttelten sich beide die Hände.

Damit riss die Serie der Zwickauer, die zuvor neunmal nicht verloren hatten. Sportdirektor Toni Wachsmuth hatte die stolze Serie aber schon vor der Partie nicht überbewertet: "Sie ist gut, ja - und eine schöne Notiz. Aber da waren natürlich auch ein paar Remis dabei. Wir wissen, dass es weiter eine sehr enge Liga ist. Bis Weihnachten wollen wir uns noch etwas Luft zu den Abstiegsplätzen verschaffen."

Erstmals in dieser Spielzeit waren pandemiebedingt keine Zuschauer im Zwickauer Stadion erlaubt. Ob das für die Mannschaft schwierig werden könnte, den Schalter umzulegen und sich unter den Spielern wieder mehr selbst zu pushen, hatte Yannik Möker schon vor der Partie verneint. "Wir haben uns in der Kabine darauf eingestellt und hatten die Erfahrung bereits in der Vorsaison gemacht. Das ist kein Problem", so der Mittelfeldspieler.

Enochs setzte in der Startelf auf Routinier Ronny König im Angriff, ließ dafür den mit fünf Treffern besten Zwickauer Torschützen, Dominic Baumann, zunächst auf der Bank. Außerdem begannen Luca Horn für Manfred Starke und Marco Schikora für Can Coskun auf der linken Seite. An der gegenseitigen Unterstützung lag es jedenfalls nicht, dass die Zwickauer schon nach drei Minuten zurücklagen. Die Abstimmung in der Defensive stimmte nicht. Saarbrückens bester Torschütze, Adriano Grimaldi, spielte einen Traumpass in die Tiefe. Marius Hauptmann konnte Julian Günther-Schmidt nicht folgen. Der FCS-Stürmer schob das Leder an Keeper Matti Kamenz vorbei ins Netz. Der FSV brauchte ein bisschen, um sich vom Schock zu erholen. Vor allem im zentralen Mittelfeld unterliefen den Hausherren zu viele Fehlpässe und Ballverluste. Torgefahr ging meist von Standards aus. So tanzte der Ball nach einem Eckstoß von Patrick Göbel und Kopfball des Kapitäns Steffen Nkansah auf der Latte. Die Gäste gefielen auf dem mit ein paar Schneekrümeln bedeckten Grün mit gepflegtem Kurzpassspiel. Der FCS hatte noch nie in Zwickau gewonnen, wollte dies nun ändern.

Enochs rotierte kräftig zur Halbzeit, wechselte seine zwei Sechser Max Jansen und Yannik Möker aus und stellte Johan Gomez sowie Schikora ins zentrale Mittelfeld. Für Gomez rückte Baumann neben König in den Sturm. Zudem kam Davy Frick in die Abwehrkette. Und es lief zunächst deutlich besser. Eine Ecke nach der anderen spielte sich der FSV heraus. In der 65. Minute köpfte Nkansah zum 1:1-Ausgleich ein.

Doch mit dem zehnten Remis der Rot-Weißen im 17. Saisonspiel wurde es nichts. In der 89. Minute rannte Frick den eingewechselten Justin Steinkötter im Strafraum um. Den fälligen Elfmeter verwandelte Joker Sebastian Jacob souverän. Mit hängenden Köpfen verließen die FSV-Profis wenig später den Rasen.

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