Der 20-Jährige mit der Topquote

Florian Krüger war beim 3:1-Sieg des FC Erzgebirge gegen St. Pauli der Mann des Spiels. Der gelernte Mittelstürmer überzeugte auf ungewohnter Position.

Aue.

Die Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga ausschneiden wollte Florian Krüger nach dem 3:1 des FC Erzgebirge Aue gegen den FC St. Pauli nicht. Und das, obwohl die Veilchen nach dem Erfolg am Freitagabend im Erzgebirgsstadion als Dritter zu Bett gingen. "Die aktuelle Tabelle zählt nicht. Was zählt, sind die Punkte. Die 23 Zähler kann uns keiner mehr nehmen, den Platz schon", sagte der 20-Jährige und behielt Recht: Am Sonntag zog der VfB Stuttgart wieder an den Auern vorbei. Platz vier nach 14 Spieltagen dürfte im Lößnitztal allerdings auch nicht viel weniger Glückseligkeit bereiten als der Relegationsplatz.

Gegen St. Pauli war Krüger der Mann des Spiels: Das erste Tor selbst erzielt und den Handelfmeter, den Dimitrij Nazarov zum 2:0 verwandelte, herausgeholt. Dabei spielte der gelernte Mittelstürmer auf der noch etwas ungewohnten Außenbahn. "Ich habe mich mit der Position angefreundet. Es wird von Spiel zu Spiel besser", meinte Krüger und fügte lächelnd an: "Stürmer bleibt man aber sein Leben lang."

Und davon profitierte der gebürtige Staßfurter gegen die Hamburger: Beim 1:0 bewies er seinen Torriecher, als er ins Zentrum zog und wuchtig vollendete. "Ich kann immer wieder in die Räume gehen, in denen ich mich als Stürmer auskenne. Gerade die in der Tiefe haben wir, wie vorher abgesprochen, heute genutzt. Aus so einem Lauf hinter die Kette resultiert auch der Handelfmeter", erklärte der Blondschopf.

Eine Vorlage hätte gegen die Kiezkicker noch hinzukommen können, doch Pascal Testroet scheiterte beim Stand von 2:0 nach Zuspiel von Krüger an Gäste-Keeper Robin Himmelmann und setzte den Nachschuss drüber. "Da habe ich den Anspruch an mich, den reinzumachen. Das war enttäuschend", meinte der FCE-Stürmer, der mit dem 3:1 kurz nach dem Paulianer Anschlusstreffer die vergebene Doppelchance wieder wettmachte.

Dass Krüger sich so formstark präsentiert, ist nicht selbstverständlich. Nach dem Trainerwechsel hatte er unter Dirk Schuster lange die Rolle des Edelreservisten inne. Doch dann kam der Coach nicht an ihm vorbei - und Krüger lieferte: Dreimal stand er in den vergangenen vier Pflichtspielen in der Startelf, jedes Mal war er an einem Tor direkt beteiligt. Beim 1:2 gegen Düsseldorf im Pokal sowie gegen St. Pauli traf er selbst und beim 1:1 gegen Karlsruhe bereitete er den Führungstreffer vor. Die Qualität, keine lange Anlaufzeit zu brauchen, hatte er bereits in der Vorsaison gezeigt. Obwohl er in seinem ersten Profijahr die Vorbereitung verletzungsbedingt verpasst hatte, steuerte er in seinen ersten vier Einsätzen in der 2. Bundesliga immer ein Tor oder eine Vorlage hinzu. "Da gehört auch immer ein bisschen Spielglück dazu", zeigte sich Krüger am Freitag bescheiden.

Der zurückhaltende Youngster verfügt inzwischen aber auch über Selbstvertrauen: "Ich habe immer an mich geglaubt. Es ist umso schöner, dass das belohnt wird. Ich bin schon etwas stolz und auch zufrieden." Besonders aufgrund seiner Quote hat er auch allen Grund, selbstbewusst zu sein: Krüger kann in dieser Saison vier Tore und vier Vorlagen (Liga und DFB-Pokal) vorweisen. Bei einer Einsatzzeit von 596 Minuten - etwa sechseinhalb Spiele - sind das bemerkenswert starke Werte.sesi

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