Der FC Erzgebirge schnuppert weiter Höhenluft

Die Auer untermauern ihre Heimstärke, besiegen den FC St. Pauli mit 3:1 (2:0) und klettern zur Freude der Fans vorerst auf Rang drei der Zweitligatabelle.

Der FC Erzgebirge schnuppert weiter Höhenluft. Nach einem überzeugenden 3:1-(2:0)-Sieg gegen den FC St. Pauli rangieren die Auer vorerst sogar auf dem Aufstiegsrelegationsplatz drei, was die Veilchenanhänger nach dem Abpfiff stürmisch beklatschten. Zuvor sahen sie am Freitagabend drei schöne Tore ihrer Mannschaft, die damit in dieser Saison der Zweiten Fußball-Bundesliga zu Hause ungeschlagen bleibt.

Während sich die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay bei 15 verletzten Spielern quasi fast von selbst aufstellte, musste Aue-Trainer Dirk Schuster nur einmal tauschen. Für den rotgesperrten Jan Hochscheidt lief wie erwartet Tom Baumgart auf. In der Startelf stand auch Dimitrij Nazarov, der leicht angeschlagen von einer Länderspielreise zurück ins Erzgebirge gekommen war, sich jedoch rechtzeitig fit meldete.

Beide Teams begannen die Partie, als ob sie sich einen gemütlichen Abend machen wollten - auch Abtasten genannt. Doch urplötzlich war die Zeit des gegenseitigen Belauerns vorbei. Stellte der Schuss von Henk Veerman (11.) noch keine wirkliche Gefahr für FCE-Keeper Martin Männel dar, so musste sein Gegenüber Robin Himmelmann nur eine Minute später doppelt auf der Hut sein. Erst prüfte ihn Baumgart mit einem strammen Schuss, den er nur abprallen lassen konnte. Pascal Testroet bekam jedoch keinen Druck hinter den Ball, sodass Himmelmann die Kugel herunterpflücken konnte. Zwei Minuten später lag sie dennoch im Gehäuse der Norddeutschen. Einen hohen Ball von Clemens Fandrich leitete James Lawrence, bedrängt von Testroet, im Strafraum unglücklich weiter zu Florian Krüger, der den Ball zum 1:0 (14.) ins Tor wuchtete.

Der blonde FCE-Stürmer war auch maßgeblich am zweiten Treffer der Erzgebirger beteiligt. Zehn Minuten nach dem Führungstor erreichte ihn ein langer Pass in der Box der Hamburger. Im Zweikampf mit Pechvogel Lawrence sprang diesem der Ball aus Nahdistanz an die Hand - und das sah auch der Videoassistent. Arne Aarnink griff ein und Schiedsrichter Markus Schmidt zeigte auf den Punkt. Nazarov (24.) ließ sich die Chance nicht entgehen, obwohl Himmelmann in die richtige Ecke tauchte und den Ball noch mit der Hand berührte. Das 2:0 passte den Auern natürlich voll ins Konzept. Die Veilchen lauerten auf Fehler der unter Zugzwang stehenden Gäste und schalteten dann schnell um. So auch bei einem mustergültigen Konter in der 41. Minute, als Testroet sogar das 3:0 auf dem Fuß hatte. Krüger hatte ihn nach einem Ballverlust der Gäste bedient, doch erst scheiterte "Paco" an Himmelmann, und Versuch Nummer zwei ging über den Kasten.

Die Auer kamen offenbar mit der Maßgabe aus der Kabine, den Sack endgültig zuzubinden. Dem starken Krüger bot sich dazu auch die Gelegenheit (48.), doch sein Kopfball nach einem Eckball ging am St.-Pauli-Tor vorbei. Die Hamburger hatten sich allerdings längst noch nicht aufgegeben und mit Mats Möller Daehli noch einen Trumpf im Ärmel. Der norwegische Nationalspieler brachte mehr Schwung und Struktur in das Spiel der Hanseaten, die ab der 56. Minute wieder hoffen durften. Nach einem Standard von Waldemar Sobota schaltete Veerman am schnellsten und schob zum Anschlusstreffer ein. Drei Minuten später hatte der Torschütze sogar den Ausgleich auf dem Fuß, doch bei seinem Schlenzer zeigte sich Männel auf dem Posten. In diesem Takt ging es mit den Torchancen weiter, allerdings waren jetzt die Auer an der Reihe. Nach einem Klassekonter flankte Fandrich (62.) von links, Baumgart ließ den Ball passieren und Testroet schob Himmelmann das Leder durch die Beine. Ein schön herausgespieltes Tor, welches die Partie wieder in etwas ruhigere Bahnen lenkte. Zwar bemühten sich die Hamburger weiter um eine Resultatsverbesserung, doch die Erzgebirger ließen sich die Lust am Fußball nicht nehmen. Das übertrug sich auch auf die Tribünen, wo die lila-weißen Fans feierten. Die enttäuschten St.-Pauli-Anhänger packten ihre Fahnen und Transparente bereits eine Viertelstunde vor dem Abpfiff ein. Einziger kleiner Wermutstropfen aus Auer Sicht waren die jeweils fünfte Gelbe Karte für Fandrich und Philipp Riese, die damit in der nächsten Partie beim VfL Bochum gesperrt sind.

Statistik

Aue: Männel - Rizzuto, Mihojevic, Gonther, Kempe - Riese (V), Fandrich (V) - Baumgart, Nazarov (80. Samson), Krüger (84. Daferner) - Testroet (73. Zulechner). St. Pauli: Himmelmann - Ohlsson (V/67. Lankford), Lawrence, Östigard, Kalla - Knoll (67. Becker), Zehir (46. Möller-Daehli) - Miyaichi, Sobota, Gyökeres - Veerman. SR.: Schmidt (Stuttgart), Tore: 1:0 Krüger (14.), 2:0 Nazarov (24./Handelfmeter), 2:1 Veerman (56.), 3:1 Testroet (62.), Zuschauer: 14.000.

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