FCE - Die verlorene Leichtigkeit

Emmanuel Iyoha von Erzgebirge Aue präsentierte sich nach der Winterpause in Bestform. In Bielefeld konnte er daran nicht anknüpfen. Sein Trainer hat eine Erklärung für das Formtief des 21-Jährigen.

Bielefeld/Aue.

Dass die Defensive des FC Erzgebirge Aue beim 1:2 gegen Arminia Bielefeld zeitweise wackelte, war nicht verwunderlich. Von den Stammkräften der Fünferkette, mit denen die Veilchen in die Zweitligasaison gestartet waren, konnte am Freitagabend in Ostwestfalen nicht ein Profi auflaufen. Auf den anderen offensiveren Positionen lief jedoch die erste Garde dieser Spielzeit auf. Am Ende standen jedoch nur drei nennenswerte Schüsse und das späte Anschlusstor des eingewechselten Florian Krüger zu Buche. "Wenn du hinten nicht ganz so stabil bist, musst du vorn eine andere Gefahr ausstrahlen, um den Gegner defensiv zu binden", analysierte FCE-Trainer Daniel Meyer.

Einer, der die Defensiven der 2. Bundesliga vor Probleme gestellt hatte, war Emmanuel Iyoha. Ihm waren fünf Vorlagen und ein Treffer in der Rückrunde gelungen. Leistungen, die nicht unbemerkt blieben. In der Länderspielpause durfte er zweimal für die deutsche U-21-Nationalmannschaft ran. Am Freitag in Bielefeld gelang dem 21-Jährigen jedoch wenig. Zu häufig verlor er bei Dribblings den Ball, traf falsche Entscheidungen, sodass vielversprechende Situationen verpufften. "Wir haben es eigentlich gar nicht schlecht gespielt, hatten viel Ballbesitz - aber der letzte Pass, die Idee, für Gefahr im Strafraum zu sorgen, war einfach nicht da", haderte Iyoha. "In den vergangenen Monaten hatten wir das Selbstvertrauen, dass immer noch etwas nach vorn geht. Das hat uns in Bielefeld gefehlt."

FCE-Trainer Daniel Meyer hat eine Erklärung für den eher durchwachsenen Auftritt des - eigentlich noch unerfahrenen - Leistungsträgers: "Ihm geht gerade die Leichtigkeit ab", sagte der 39-Jährige und fügte an: "Durch die guten Spiele steigt die Aufmerksamkeit, und damit auch die Erwartung. Hinzu kommt die ungeklärte Zukunft." Iyoha ist noch bis Saisonende von Bundesligist Fortuna Düsseldorf ausgeliehen. Aue würde den Stürmer gern behalten. Doch da dessen Vertrag in Düsseldorf im Sommer 2020 ausläuft, müsste er für den Kontrakt bei den Rheinländern vor einer weiteren Ausleihe erst einmal verlängern. Zum anderen könnten die Fortunen bei möglichen eigenen Abgängen den Schlaks als Alternative in der Beletage einplanen.

Meyer nimmt Iyoha und auch den Rest der Mannschaft in Schutz: "Wichtig ist, dass die Jungs nicht verkrampfen. Wir brauchen Selbstvertrauen, weil wir nämlich über das spielerische Element kommen müssen. Für länge Bälle, gepaart mit körperlich robuster Spielweise, fehlen uns die Typen. Wir haben in der Saison schon oft gezeigt, dass wir es können. Das dürfen wir uns jetzt nicht zerreden lassen. Wir haben uns diese Lage mit 32 Punkten erarbeitet. Das hat nichts mit Glück zu tun. Deswegen dürfen wir weder verzweifeln noch verrückte Sachen machen."

Auch in Bielefeld hätte noch ein Punkt herausspringen können. Der eingewechselte Dimitrij Nazarov köpfte freistehend in 73. Minute beim Stand von 0:1 aus sieben Metern über das Tor. "Wenn Dima den macht, liegen wir uns alle in den Armen. Dann spielen die vielen Probleme aus der Spielzeit davor keine Rolle", sagte Iyoha, der die Flanke maßgenau auf den Kopf Nazarovs setzte. Mit einem Punkt und einer Vorlage im Gepäck müsste man sich um die Leichtigkeit Iyohas keine Gedanken machen. (sesi)

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