FCE mit Remis bei Debüt von Trainer Schuster

Der FC Erzgebirge hat im ersten Spiel unter dem neuen Cheftrainer 1:1 (0:0) gegen Holstein Kiel gespielt. Für den Auer Zweitligisten war sogar noch mehr drin.

Kiel.

Dirk Schuster war nach seinem Debüt als Trainer des FC Erzgebirge Aue zufrieden. "Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Hause", sagte der erst vergangene Woche Montag vorgestellte Coach der Veilchen nach dem 1:1 (0:0) bei Holstein Kiel. "Wir hatten gute Chancen zu gewinnen, allerdings hat Kiel auch zweimal den Pfosten getroffen. Das Pendel ist am Ende in der Mitte stehen geblieben", resümierte der 51-Jährige die Auswärtspartie am Sonntagnachmittag.

In der kompletten Partie standen die Veilchen im 4-2-3-1-System, das Schuster bereits in seiner Zeit in Darmstadt bevorzugt hatte, defensiv kompakt und stabil. In der Anfangsphase konnten die Auer aber auch selbst nach vorn wenig bewegen. Das änderte sich nach 26 Minuten, als sich gleich zwei gute Chancen ergaben. Erst schloss Clemens Fandrich, nach einem feinen Zuspiel von Dimitrij Nazarov, freistehend vor dem Kieler Tor zu ungenau ab. Störche-Torwart Dominik Reimann konnte abwehren. Beim anschließenden Eckball köpfte FCE-Verteidiger Marco Mihojevic nur Zentimeter über die Querlatte. Auf der Gegenseite war Daniel Hanslik im ersten Durchgang der einzig gefährliche Mann: Der Kieler Flügelspieler verzog nach einer Hereingabe jedoch aus aussichtsreicher Position (10.) und traf später den Pfosten (33.) - genauso wie der eingewechselte, ehemalige FCE-Profi Emmanuel Iyoha in der zweiten Halbzeit mit eniem wuchtigen Abschluss (60.).

Diese eröffnete Hochscheidt mit dem Treffer zum 1:0. Der Routinier setzte sich erst gegen Verteidiger Dominik Schmidt durch und überraschte dann den Schlussmann schlitzohrig: Hochscheidt hielt aus spitzem Winkel einfach drauf und fand die Lücke zwischen übertölpeltem Reimann und Pfosten.

Nach dem Treffer hatten die Erzgebirger ihre beste Phase. "Wie die Jungs das mit hoher Laufbereitschaft, gutem Zweikampfverhalten und mit Mut nach vorn gemacht haben, hat mir gut gefallen. Da kann ich der Truppe nur Respekt zollen", meinte Schuster.

Ausbaufähig war sicherlich die Chancenverwertung. Eine ganze Reihe an Möglichkeiten zum zweiten Tor ließen die Veilchen aus. Rizzutos Distanzschuss entschärfte Keeper Reimann (51.). Holstein-Verteidiger Aleksandar Ignjovski rettete für seinen geschlagenen Torwart bei einem Versuch von Tom Baumgart (63.). Bei den beiden Chancen des eingewechselten Florian Krüger funkten Kieler gerade noch dazwischen, sodass die Kugel zweimal Zentimeter am Tor vorbeiging (79., 83.). Sören Gonther setzte einen Kopfball aus vier Metern neben das Tor (84.). Hochscheidts Volleyschuss rauschte knapp über die Latte (90.). Und Testroet bugsierte die Kugel in der Nachspielzeit per Kopf zwar ins Netz, stand davor aber mit der Fußspitze im Abseits (90.+5).

Die dickste Möglichkeit ließ Nazarov liegen: Der aserbaidschanische Nationalspieler scheiterte mit einem Elfmeter an Reimann (53.). "So ist Fußball. Irgendwann erwischt es auch mich. Ich weiß nicht, wie viele Elfmeter ich hintereinander getroffen haben. Ich glaube, es war der erste Fehlschuss in meiner Karriere", ärgerte sich der Schütze. Vor dem Strafstoß hatte Johannes van den Bergh Aues aufgerückten Verteidiger Fabian Kalig gefoult und der Videobeweis den Norddeutschen überführt.

Hätte Nazarov vom Punkt die Nerven behalten, wäre es das 2:0 für die Veilchen gewesen. Ob die Norddeutschen das wettgemacht hätte, darf angesichts der Auer Defensivleistung bezweifelt werden. "Bitter. Das wäre die Vorentscheidung gewesen", war sich Nazarov nach Abpfiff sicher. Fakt ist: Einen Treffer hatte die Mannschaft von Trainer André Schubert in petto. Der koreanische Nationalspieler Jae-Sung Lee verwertete eine Flanke zum 1:1-Ausgleich, nachdem auf der Außenbahn FCE-Mittelfeldspieler Baumgart im Zweikampf gegen Stefan Thesker das Nachsehen hatte (73.).

Die Auer gehen nun mit komfortablen acht Punkten aus fünf Partien in die Länderspielpause - die für Schuster gerade zur rechten Zeit kommt. "Das spielt uns in die Karten Die vergangene Woche war sehr hektisch", meinte der gebürtige Karl-Marx-Städter.

Statistik

Kiel: Reimann - Schmidt, Neumann, Wahl - Ignjovski (V), Mühling (29. Thesker), Özcan, van den Bergh (V/55. Iyoha) - Hanslik (82. Atanga), Lee (V), Baku. Aue: Männel - Kalig (V), Mihojevic, Gonther, Rizzuto (88. Kempe) - Fandrich (V), Riese (V)- Baumgart, Nazarov (76. Krüger), Hochscheidt - Zulechner (67. Testroet). Schiedsrichter: Koslowski (Berlin); Zuschauer: 9.465; Tore: 0:1 Hochscheidt (48.), 1:1 Lee (73.).

Bewertung des Artikels: Ø 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen
2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    Moderator
    01.09.2019

    Nee, nicht peinlich, wir wissen's, nicht aber der dpa-Autor, dessen Meldung hier automatisch auf der Webseite einflief. Ändern wir.

  • 2
    0
    Jan69
    01.09.2019

    Erzgebirg(l)er !!!, schon bissl peinlich als einheimisches Tagesblatt...????



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