Himmelblauer Befreiungsschlag

Da rieb sich mancher der nur rund 4000 Zuschauer im Chemnitzer Stadion verwundert die Augen. Der Tabellenvorletzte dominierte das Match gegen Duisburg, gewann verdient mit 3:1. Der neue CFC-Trainer hat verborgene Tugenden geweckt.

ChemnitzSeit knapp drei Wochen ist Patrick Glöckner da, nun ist auch die Hoffnung zurück. Im ersten Heimspiel als CFC-Trainer feierte der 42-Jährige mit seinen Schützlingen einen 3:1 (0:0)-Sieg gegen den MSV Duisburg. Mit dem ersten Erfolg über die Zebras seit 1995 rücken die Himmelblauen in der Tabelle der 3. Liga wieder näher ans Mittelfeld heran. Kein Zufall, kein Glück, sondern das Ergebnis einer engagierten Leistung. Es stimmten Einstellung und Aufstellung.

"Die Mannschaft ist viel besser als es der Tabellenplatz glauben macht", hatte Glöckner schon bei seinem Amtsantritt gesagt, "mit dieser Truppe steigt man nicht ab." Am Sonntag gab es eine erste Bestätigung für diese These. Das Abwehrzentrum stand (mit der einen Ausnahme, die zum Duisburger Anschlusstor führte) souverän, auch der verletzungsbedingte Wechsel von Niklas Hoheneder zu Clemens Schoppenhauer änderte daran nichts. Ausnahmslos alle Feldspieler beteiligten sich an der bedingungslosen Hatz auf Ball und Gegner, wenn die Gäste die Kugel hatten. So fiel es den Duisburgern ungemein schwer, ihr Spiel aufzuziehen. Ein bisschen platt wirkten die Männer von der Wedau am Ende ihrer englischen Woche, in der sie nach dem 1:3 am Mittwoch gegen Meppen in Chemnitz die zweite Niederlage in Folge kassierten.

Anders der CFC: Es gab gelungene Pässe, Seitenwechsel, starke Flanken zu beobachten. Nicht alles funktionierte, aber eine ganze Menge. Der wichtigste Punkt: Die Chemnitzer kauften den Gästen mit ihrer Aggressivität den Schneid ab, gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe, damit mit zunehmender Spieldauer auch die Herzen der Zuschauer. Es wurde laut im Stadion, es wehte gute Laune durch die Reihen. Das war zuletzt nicht immer so.

Ein paar Torannäherungen hüben wie drüben gab es schon in der ersten Halbzeit, Tore aber nicht. "Mit dem 0:0 zur Pause konnten wir gut leben", erklärte Patrick Glöckner später, "als Endresultat hätte es mir nicht gepasst. Wir brauchen dringend Punkte, mussten also noch ein paar Prozent draufpacken."

Die Prozente kamen, die Treffer auch. Das 1:0 erzielte Rafael Garcia, profitierte dabei von einem fußgenauen Pass von Philipp Hosiner, der wohl eher ein Torschuss werden sollte (57.). Drei Minuten später wurde schon wieder gejubelt, als Tarsis Bonga eine Ecke von Paul Milde in die Maschen des MSV-Kastens köpfte (60.). Mit seinem zweiten Treffer im CFC-Trikot belohnte sich der Sommerneuzugang aus Zwickau für einen ganz starken Auftritt. Einen Angriff nach dem nächsten trieb der Schlacks über die rechte Seite nach vorn, Gegenspieler Arne Sicker verzweifelte an der körperlichen Robustheit Bongas genauso wie an dessen Haken und sonstigen Tricks. "Ich bin sehr glücklich über diesen Treffer und den Sieg", sagte Bonga später und bedankte sich brav bei Patrick Glöckner: "Der Trainer hat uns einen klaren Plan mit auf den Weg gegeben, wir haben uns daran gehalten."

Zum Plan gehörte, dass der kleine, flinke Erik Tallig im offensiven Mittelfeld bei den großgewachsenen, ab und an aber etwas hüftsteifen MSV-Innenverteidigern für Unruhe sorgen sollte. Diese Aufgabe erledigte der 19-Jährige bei seinem Startelfdebüt hervorragend. Als Krönung avancierte er dann (nach Pass von Garcia) auch noch zum Schützen des das Match entscheidenden Treffers zum 3:1. "Ein perfekter Tag", strahlte Tallig auf dem Weg in die Kabine. Wirklich perfekt, dass der Treffer nur eine Minute nach dem Tor der Duisburger zum 1:2 fiel, somit erst gar keine Unruhe bei Glöckners Jungs aufkommen konnte. Das freilich kann man nicht planen.

Statistik CFC: Jakubov - Itter, Hoheneder (31. Schoppenhauer), Reddemann, Milde - Bohl, Sarmow - Bonga, Tallig (86. Campulka), Garcia - Hosiner (82. Bozic). Duisburg: Weinkauf - Brügmann, Boeder, Compper, Sicker - Jansen (V), Ben Balla - Engin (84. Albutat), Stoppelkamp, Mickels (84. Budimbu/V) - Vermeij (84. Sliskovic). SR: Müller (Löchgau). Zu.: 4056. Tore: 1:0 Garcia (57.), 2:0 Bonga (60.), 2:1 Engin (78.), 3:1 Tallig (79.)

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 8 Bewertungen
5Kommentare
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  • 5
    0
    j35r99
    07.10.2019

    Danke CFC!

  • 3
    2
    osgar
    06.10.2019

    @Mike, jetzt ist mir klar wer immer den Singsang „Wer war Sieger ...“ anstimmt.

  • 4
    7
    mathausmike
    06.10.2019

    "Wer nicht hüpft,der ist ein Auer!-He,He!" :-)

  • 15
    5
    mathausmike
    06.10.2019

    Klasse Jungs,weiter so!
    Dieser Sieg sollte Mut machen für die nächsten schweren Punktspiele in Ingolstadt und gegen Kaiserslautern!

  • 10
    7
    jeverfanchemnitz
    06.10.2019

    Hat die FP den CFC wieder lieb? Letzte Woche fehlte die Pushmeldung.



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