Der Torgarant des FC Erzgebirge Aue, der auch Drecksarbeit kann: Marcel Bär.
Der Torgarant des FC Erzgebirge Aue, der auch Drecksarbeit kann: Marcel Bär. Bild: S. Sonntag/Picture Point
3. Liga
„Ich muss etwas zurückgeben“: Marcel Bär verrät, warum er beim FC Erzgebirge Aue zu alter Stärke zurückgefunden hat

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Er trifft, trifft und trifft: Erzgebirge Aues Stürmer Marcel Bär überzeugte auch im Sachsenderby – nicht nur wegen des Tores. Bereits in der Vorwoche hatte er sich deshalb ein Lob und große Anerkennung des Trainers verdient.

Aue.

Völlig freistehend kontrolliert er im Strafraum den Ball und jagt ihn anschließend im Stile eines Toptorjägers aus fünf Metern unter den Querbalken. Marcel Bär hatte mit seinem Führungstreffer in der 36. Minute nicht nur seinem Team im Sachsenderby den Weg auf die Siegerstraße geebnet, sondern auch das ausverkaufte Erzgebirgsstadion in ein Tollhaus verwandelt.

"Das war ein Spiel, für das man Fußballer geworden ist. Es war eine atemberaubende Stimmung. Das volle Erzgebirgsstadion miterleben zu dürfen, uns und die Fans auch noch mit einem Sieg beschenken zu können, das war die Kirsche auf der Torte", freute sich der Angreifer des FC Erzgebirge Aue im Nachgang des 2:1-Sieges gegen Dynamo Dresden im Gespräch mit der "Freien Presse".

Und dabei verzichtete der für die Veilchen so wichtige Stürmer darauf zu verweisen, dass er wieder einmal einen entscheidenden Anteil am Erfolg seiner Mannschaft hatte. Er ging voran, forderte die Bälle, kämpfte offensiv wie defensiv und blieb im entscheidenden Moment eiskalt vor dem gegnerischen Tor - Dinge, die der 31-Jährige bereits seit Wochen und Monaten konstant im lilafarbenen Trikot abliefert. "Ich denke schon, dass das letzte Jahr sehr schwer für mich war. Ich freue mich einfach, jetzt wieder fit zu sein, Spaß am Fußball zu haben. Ich genieße seit dem ersten Tag hier in Aue Respekt, Wertschätzung und Vertrauen von meinen Mitspielern und vom gesamten Verein", sagte der Rechtsfuß und ergänzte: "Wenn das gegeben ist, muss ich auch etwas zurückgeben."

Das zeigt er Woche für Woche. Dabei war längst nicht klar, ob der Fußballer bei den Veilchen zurück in die Spur kommen würde. In der Saison 2021/22 avancierte Bär im Trikot von 1860 München mit 21 Treffern zum besten Torschützen der 3. Liga, wollte sein Niveau auch in der Folgesaison wieder abrufen. Dann kam alles anders. Bär, erst von einer Coronainfektion geplagt, verletzte sich zu Saisonbeginn schwer, fiel monatelang aus und fand schließlich im unruhigen Umfeld der Münchner Löwen nicht zu alter Stärke zurück. Dann kam Aue.

"Durch die Sommervorbereitung hatte ich mich extrem fit gemacht. Ich wollte es mir selbst noch einmal beweisen und glaube, dass ich auf einem richtig guten Weg bin", sagte "Cello", wie er von seinen Kollegen genannt wird - und befindet sich mit diesen Gedanken alles andere als auf dem Holzweg, denn bereits vor dem Sachsenderby geriet sein Chefcoach Pavel Dotchev nahezu ins Schwärmen, als er auf seinen Stürmer angesprochen wurde. "Für mich ist er ein Spieler, der immer ans Limit geht. Bedingungslos macht er Defensivarbeit, macht viel Drecksarbeit für die Mannschaft - das ist nicht selbstverständlich für einen Angreifer. Bei Marcel Bär hatte ich nie das Gefühl, dass er sich in den Vordergrund spielen wollte. Für ihn zählt immer die Mannschaft. Das verdient Respekt und beeindruckt mich als Trainer extrem."

Ein Lob des Trainers, welches auch am Stürmer persönlich nicht spurlos vorbeiging: "Das geht runter wie Butter", freute sich Bär über die Worte und erklärte, dass er die "Drecksarbeit" gern mache, weil er jeden im Verein schätze und jedem in der Mannschaft zeigen wolle, was mit harter Arbeit möglich sei. "Wir spielen hier in Aue. Da wird erst mal Fußball gearbeitet, dann gespielt. Und das passt, denn das war auch schon immer meine Spielweise."

Nun hat ihm diese Spielweise des Vereins auch wieder zurück zu alter Stärke verholfen. Was folgt nun? "Ich habe gelernt, die Ziele niemals öffentlich zu machen, denn an denen wirst du gemessen", behielt Bär seine weiteren Pläne mit dem FCE geheim - gab aber dennoch einen Ausblick auf das nächste Spiel gegen Regensburg: "Wir wollen gewinnen und (...) eine Serie starten."

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