Basketball-Kracher in der Messe mit ehemaligem Bundestrainer

Vor mehr als 4000 Fans bestreiten die Niners am Sonntag das Spitzenspiel der 2. Bundesliga gegen Jena. Bei den Gästen wird Frank Menz an der Seitenlinie stehen - nach einem schweren Schicksalsschlag.

Ostschlager, Prestigeduell, Mutter aller Derbys - für das, was am morgigen Sonntag ab 17 Uhr in der Chemnitzer Messe über die Bühne geht, gibt es mehrere überschwängliche Bezeichnungen. Zurecht: Denn die Basketball-Duelle zwischen den Niners und Science City Jena sorgen immer für rappelvolle Hallen, elektrisieren die Fanlager. Das wird auch diesmal so sein, wenn sich die mitteldeutschen Rivalen zum 30. Mal gegenüberstehen.

Die Gastgeber können sogar für ein noch größeres Jubiläum sorgen. "Mit einem Erfolg würden wir unseren 300. Zweitligasieg der Vereinshistorie feiern", berichtet Niners-Sprecher Matthias Pattloch. Die Partie des Spitzenreiters gegen den Tabellendritten aus Thüringen werden rund 4200 Zuschauer verfolgen. "Die Halle ist restlos ausverkauft. Ohne Eintrittskarte zur Messe zu kommen, hat keinen Sinn", so Pattloch. Es hätte zwar die technische Möglichkeit bestanden, die Besucherkapazität auf bis zu 5200 zu erhöhen. "Doch das wollten wir Fans, die schon längerfristig Tickets erworben haben, ohne Vorwarnung nicht zumuten. Schließlich müssten dazu die Tribünen hinter den Körben ausgezogen werden, wodurch die restlichen Plätze in diesem Bereich nach hinten geschoben werden, was die Sicht verschlechtern würde", erklärte der Vereinssprecher.

Egal, wie das Spitzenspiel der 2. Bundesliga ausgeht: Eine Serie wird am Sonntag reißen. Die Chemnitzer konnten bisher alle Heimpartien gewinnen. Jena hingegen hat auswärts noch eine weiße Weste, und die wollen die Thüringer um ihren namhaften Trainer auch behalten. Seit dieser Saison trägt der ehemalige deutsche Nationalcoach Frank Menz als Cheftrainer und Sportdirektor die Verantwortung im Jenaer Club. Zuvor hatte Menz diese Doppelfunktion bei Erstligist Braunschweig bekleidet, war im Frühjahr aus privaten Gründen jedoch in seine thüringische Wahlheimat zurückgekehrt.

Vor zwei Wochen ereilte den Vater von drei Töchtern ein schwerer Schicksalsschlag: Ehefrau Birgit Menz, frühere Basketball-Nationalspielerin und mehrere Jahre bei den Chemcats in Chemnitz unter Vertrag, erlag im Alter von nur 52 Jahren einer schweren Krankheit. "Sie hat tapfer gekämpft, sich nie beklagt oder gefragt: Warum ich?", sagte Frank Menz am Freitag im Gespräch mit der "Freien Presse". Dass er beim Spiel in Chemnitz wieder an der Seitenlinie steht, sei in ihrem Sinne. Denn: "Der größte Wunsch meiner Frau war, dass ich mich nicht hängen lasse. Es muss weitergehen."

Auch wenn Basketball für ihn zurzeit nicht im Vordergrund stehe, versuche er, nach und nach wieder reinzukommen. "Am Mittwoch habe ich mit dem Training angefangen. Von meinen Spielern bekomme ich viel Unterstützung", betonte der 55-Jährige. Im Duell mit den Niners sieht er seine Schützlinge am Sonntag in der Außenseiterrolle. "Chemnitz ist Aufstiegskandidat Nummer eins. Die Niners haben einen sehr ausgeglichenen Kader mit viel Erfahrung. So weit sind wir noch nicht", erklärte Menz, der nach dem Abstieg der Jenaer aus Liga eins im Sommer ein neues Team zusammengestellt hat. "Wir haben keine Stars mehr. Vielmehr wollen wir selbst Spieler entwickeln und damit Identität schaffen", sagte der gebürtige Berliner, der in Jena einen Vertrag bis 2023 besitzt.

In dieser Saison sei es wichtig, die Playoffs der besten acht Mannschaften zu erreichen. Dabei könnten die Thüringer mit einem Sieg in Chemnitz sogar die Tabellenführung übernehmen. "Wir müssten einen sehr guten Tag haben, während die Niners schwächeln", nannte Menz die Voraussetzungen dafür.

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