Carters Geniestreich beschert Niners den ersten Saisonsieg

Die Zweitligabasketballer aus Chemnitz sind ihrer Favoritenrolle zum Auftakt der neuen Spielzeit gerecht geworden. In Hagen gab es einen 88:85-Erfolg. Der entscheidende Treffer war dabei spektakulär.

Die Niners und die letzten Sekunden eines Spieles - das passte in der Vergangenheit nur sehr selten zusammen. Fans erinnern sich mit Grausen an das Weihnachtsspiel in der Messe vor zwei Jahren, als die Gäste mit der Schlusssirene zum 85:84-Sieg trafen und den Chemnitzern das Fest vermiesten. Mit noch größerem Grausen erinnert sich der Niners-Fan an die Playoff-Halbfinalspiele in diesem Frühjahr gegen die Hamburg Towers, als einmal der Siegtreffer für die Hanseaten in der Schlusssekunde fiel, ein anderes Mal den Chemnitzern kurz vor der Sirene der Mut zum Wurf ins Glück und zum Bundesliga-Aufstieg fehlte.

Dieses Mal jedoch war es anders. Die letzten Sekunden des ersten Saisonspiels der Niners bei Phoenix Hagen gehörten nur einem Mann: Chris Carter. Der US-Amerikaner, der bereits in der Saison 2016/17 für Chemnitz gespielt hatte und in diesem Sommer zurückgeholt wurde, sorgte mit einer spektakulären Aktion für den 88:85-Sieg seines Teams.

Dabei war er sieben Sekunden vor Schluss beim Stand von 85:85 zunächst von der Drei-Punkte-Linie gescheitert. Den Abpraller erkämpfte sich Terrell Harris, der den Ball wieder zu Carter spielte. Was der 27-Jährige dann machte, sieht man so nur selten: Im Sprung fing er den Ball, warf ihn noch in der Luft aus zehn Metern Richtung Korb - und traf. Dass der Schütze beim anschließenden überschwänglichen Jubel seiner Mitspieler unverletzt blieb, ist eine weitere positive Nachricht aus Hagen. "Das war absoluter Wahnsinn", freute sich Niners-Kapitän Malte Ziegenhagen, während Teamkollege Luis Figge der Meinung war, dass dieser Treffer schon jetzt das Highlight der Saison sei.

Bis es zu diesem spektakulären Ende kam, sahen 2300 Fans in der stimmungsvollen Hagener Halle einen offenen Schlagabtausch beider Teams. Hagen versteckte sich kein bisschen vor den favorisierten Gästen und konnte kurz vor der Halbzeitpause sogar mit zehn Punkten in Führung gehen. "Wir haben in dieser Phase einfach schlecht verteidigt", sagte Niners-Trainer Michael Wende. Der 32-Jährige vertrat Chefcoach Rodrigo Pastore, der aus privaten Gründen in seiner Heimat Argentinien war und erst in dieser Woche in Chemnitz zurück erwartet wird.

Wenngleich die Niners in der ersten Halbzeit so manchen Freiwurf oder vermeintlich einfachen Korbleger liegen ließen, war das größte Problem die bis dahin allenfalls mäßige Verteidigung. Und genau hier setzte Chemnitz nach dem Seitenwechsel erfolgreich den Hebel an. Zweieinhalb Minuten lang gestatteten sie den Gastgebern keine Punkte und nach einem Ballgewinn brachte Harris die Niners dann sogar mit 51:50 in Front. Als Lohn der defensiven Mühen kehrte Ende des dritten Viertels auch endlich das Wurfglück auf Chemnitzer Seite zurück, sodass sie mit einer 65:61-Führung ins letzte Viertel gingen. Das Spiel wurde nun immer spannender, die Fans verwandelten die Hagener Halle in einen Hexenkessel und feuerten ihre Mannschaft lautstark an - um dann in der Schlusssekunde abrupt zu verstummen. Dieses Mal jubelten die Niners zuletzt.

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