CFC-Ziel: Von Tag zu Tag verbessern

Der Chemnitzer FC ist in die neue Saison der 3. Fußball-Liga gestartet. Zum Trainingsauftakt sahen gut 50 Fans fünf neue Gesichter. Offen ist, ob Stürmer Florian Hansch zurückkehrt.

Chemnitz.

Die Kicker des Chemnitzer FC haben das Projekt 3. Liga 2019/20 in Angriff genommen. Auf dem Nebenplatz des Sportforums Chemnitz bat das Trainergespann David Bergner/Sreto Ristic am Samstag zum Aufgalopp. Und dabei lösten die beiden Übungsleiter sofort die Handbremse und machten mit ihrem knackigen Programm deutlich, dass es sehr vieler Anstrengungen bedarf, um die künftigen sportlichen Aufgaben erfüllen zu können. Immerhin hatten die CFC-Kicker in ihrem dreiwöchigen Urlaub offenbar ihre Hausaufgaben erledigt. "Wir haben auf die Laktattestwerte geschaut und dabei keine großen Ausreißer festgestellt. Alle sind in einem sehr guten Zustand zum Start erscheinen", sagte Bergner.

Unter den 18 Feldspielern und zwei Torleuten befanden sich auch die Neuzugänge Clemens Schoppenhauer, Marcelo de Freitas Costa, Sören Reddemann, Nils Blumberg und Tarsis Bonga. Dass die reichlich 50 Zaungäste mit Georgi Sarmov einen weiteren Neuzugang nicht zu Gesicht bekamen, war keine Überraschung. Denn der Bulgare darf nach seiner Berufung in die Nationalmannschaft die Beine noch ein paar Tage länger hochlegen. Hingegen machten sich die Fans Gedanken über den Verbleib von Dejan Bozic, der in der Vorsaison immerhin 21 Tore für die Himmelblauen erzielt hatte, auf dem Trainingsplatz jedoch nicht zu sehen war. "Dejan hat sich eine Erkältung zugezogen und sich abgemeldet. Es ist nichts Dramatisches, er dürfte am Montag wieder einsatzbereit sein und ins Training einsteigen", meinte CFC-Sportchef Thomas Sobotzik.

Dagegen bleiben zwei weitere Personalien offen. Torhüter Florian Sowade hat beim Drittligaaufsteiger keine Zukunft. "Ich denke, dass sich Florian anders orientieren wird. Er führt derzeit konkrete Gespräche", äußerte Sobotzik. Auch Profi Fabian Müller spielt in den Planungen keine Rolle mehr. "Er hatte Möglichkeiten, woanders unterzukommen, hat diese aber nicht genutzt. Das müssen wir so akzeptieren. Doch für beide Seiten ist es keine schöne Situation", erklärte der Sportdirektor. Er wollte zum Trainingsstart nicht ausschließen, dass es noch den einen oder anderen Neuzugang geben könnte. Auf welchen Positionen gesucht wird, sagte er nicht. Offenbar konkurriert der Club mit Nachbar FSV Zwickau um Stürmer Florian Hansch, der beim CFC groß geworden ist und zuletzt von Zweitligist SV Sandhausen nach Wehen Wiesbaden ausgeliehen war. Zum Etat für die kommende Saison machte der CFC auf Nachfrage ebenso keine Angabe. Zum Saisonziel erklärte Pressesprecher Steffen Wunderlich: "Wir wollen uns, wie in der letzten Saison, von Tag zu Tag verbessern und sehen, was dann möglich ist."

Für Paul Milde wurde es schon vor dem Punktspielstart Mitte Juli emotional. Der 24-Jährige hatte im Urlaub geheiratet. "Da gab es viel zu organisieren. Die Hochzeitsreise ging dann nach Schottland, wir waren sechs Tage in der Hauptstadt Edingburgh", verriet der gebürtige Pirnaer. Glücklich zeigte sich auch Neuzugang Reddemann, der von Zweitligaaufsteiger SV Wehen Wiesbaden nach Chemnitz kam. "Ich war bis zum Saisonschluss bei Wehen-Wiesbaden mit dabei und finde es toll, dass die Truppe den Aufstieg geschafft hat", sagte der gebürtige Zwenkauer, der in der Nachwuchsabteilung von RB Leipzig ausgebildet wurde. Doch bei den Hessen fehlte ihm schließlich die Perspektive. "Deshalb war ich froh, dass Thomas Sobotzik den Kontakt zu mir aufgenommen hat. Jetzt bin ich glücklich, wieder in der Heimat zu sein und fühle mich pudelwohl. Der CFC ist für mich eine neue Chance", erzählte der 23-jährige Abwehrspieler.

Fünf Wochen haben die Chemnitzer Zeit, um sich auf den ersten Spieltag in der 3. Liga vorzubereiten. "Das ist nicht viel Zeit. Wir brauchen deshalb knackige Einheiten", betonte Bergner. "Die klassische Vorbereitung mit langen Läufen durch den Wald gibt es ja schon lange nicht mehr. Wir werden direkt viel mit dem Ball arbeiten. Uns hat in der Vergangenheit immer der spielerische Ansatz stark gemacht. Daran möchten wir auch in der 3. Liga nichts verändern." Einen ersten Test absolvierten Reddemann und Co. am Sonntag beim Lugauer SC (2. Kreisklasse). Der CFC gewann 30:0. Daniel Frahn und Tarsis Bonga waren mit je fünf Treffern die erfolgreichsten Torschützen.

Ballack zum Auftakt beim Chemnitzer FC

Augenzeuge des Trainingsauftakts beim Chemnitzer FC war auch Emilio Ballack. Der Sohn des ehemaligen Nationalmannschaftskapitäns Michael Ballack absolviert bei den Himmelblauen derzeit ein Praktikum. "Emilio ist insgesamt drei Wochen bei uns und hat schon zwei davon hinter sich gebracht", sagte Pressesprecher Steffen Wunderlich.

Der 16-jährige Ballack, der beim SV Planegg in der Nähe von München bei der U 17 in der Bezirksoberliga Oberbayern Fußball spielt, wird noch bis Donnerstag beim CFC sein, dabei übernachtet er bei seinen Großeltern in Chemnitz. "Emilio hat bei uns in jeden Bereich einmal hineingeschnuppert. Er hat die Abläufe in der Geschäftsstelle kennengelernt, sich mit dem Marketingbereich beschäftigt. Und hat nun auch die Möglichkeit, nahe an der ersten Mannschaft zu sein", meinte der Medienverantwortliche Wunderlich.

Sein Vater Michael Ballack hatte seine Laufbahn bei der BSG Motor Fritz- Heckert in Karl- Marx Stadt begonnen, wechselte 1988 zu den Himmelblauen und blieb bis 1997 beim CFC. Seine Stationen als Profifußballer waren danach 1. FC Kaiserslautern, Bayer Leverkusen, Bayern München, FC Chelsea und erneut Bayer Leverkusen. In 98 Länderspielen erzielte er im DFB-Trikot 42 Tore.

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