Chem-Cats-Nachwuchs holt deutschen Meistertitel

Die Basketballerinnen haben am Wochenende in Berlin für eine Über- raschung gesorgt. Gefeiert wurde aber noch nicht.

Nach dem Finale wurde Thomas Seltner von seinen Emotionen überwältigt. "Ein paar Freudentränen sind auch bei mir geflossen", gestand der Trainer am Sonntagabend im Telefonat mit der "Freien Presse". Gerade hatte seine Nachwuchsmannschaft der Chem-Cats-Basketballerinnen für einen Paukenschlag gesorgt. Die Chemnitzerinnen holten sich durch einen 68:54 (33:31)-Sieg im Finale gegen Gastgeber TuS Berlin-Lichterfelde den deutschen Meistertitel. "Wir haben 40 Minuten lang Pressing gespielt und den Gegner damit zu Fehlern gezwungen", berichtete Thomas Seltner.

Die Vorentscheidung sei im dritten Spielabschnitt gefallen. "In diesem Viertel haben wir gut begonnen und konnten zweistellig in Führung gehen", sagte der Coach rückblickend. Seine Schützlinge seien in der Hauptstadt an ihre Grenzen gegangen. "Es war eine Energieleistung", betonte Seltner. Schließlich hatten die Chemnitzerinnen bei diesem Top-4-Turnier, für das sie sich in der vorangegangenen Nachwuchs-Bundesliga qualifizieren konnten, zwei Partien innerhalb von nicht mal 20 Stunden zu bestreiten.

Im Halbfinale am Samstagabend konnten die Cats schon einen ganz dicken Brocken aus dem Weg räumen: Das Seltner-Team bezwang Titelverteidiger Jahn München in einer regelrechten Verteidigungsschlacht mit 44:36. Bis ins letzte Viertel hinein blieb die Partie hart umkämpft. "Erst in der Schluss- phase konnten wir den Sieg sichern", sagte Seltner. Am frühen Sonntagnachmittag folgte die Krönung gegen TuS Lichterfelde. Der Meistertitel wurde auch von den 25 mitgereisten Fans, zumeist Eltern und Freunde der Spielerinnen, bejubelt.

Großen Anteil an dem Triumph hatte Elea Gaba, die zur wertvollsten Spielerin dieser Meisterschaftsendrunde gewählt wurde. Die 19-Jährige gehört gemeinsam mit Anabel Neuber-Valdez bereits zum Kader der Bundesliga-Damenmannschaft der Chem-Cats. Am Sonntagabend war Elea Gaba fassungslos über das, was sie mit ihren Teamgefährtinnen gerade erreicht hat. "Das hat noch niemand von uns verdaut. Sicher wird das ein bis zwei Tage dauern", vermutete die hochtalentierte Centerspielerin. Ihre Mannschaft sei keinesfalls als Favorit zu diesem Top-4-Turnier gefahren. "Wir waren eher der Underdog", sagte Elea Gaba. Darin sah sie einen Vorteil für ihre Mannschaft, die frei von der Leber weg aufspielen konnte. "Andere waren da ein bisschen mehr unter Druck", fügte das Chem-Cats-Talent hinzu. Der Schlüssel zum überraschenden Titelgewinn war aus ihrer Sicht "die super Teamarbeit". Zudem verfüge die Chemnitzer Mannschaft sowohl innen als auch auf den Außenpositionen über Spielerinnen, die für die Kontrahenten gefährlich werden können.

Eine große Meisterfete war nach der Rückkehr am Sonntagabend in Chemnitz nicht mehr geplant. "Wir sind zu müde zum Feiern. Und die meisten von uns müssen am Montag wieder in die Schule - die Abiprüfungen stehen an", sagte Elea Gaba. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. "Die Feier wird natürlich nachgeholt", betonte die frischgebackene Deutsche Meisterin.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...