Die neuen Niners: Mehr Erfahrung, mehr Körpergröße

Der Kader des Basketball-Zweitligisten ist so gut wie komplett. Gute Nachrichten gibt es auch bezüglich der finanziellen Situation des Vereins.

Kader: Die Niners zählen derzeit 15 Spieler, wobei fünf Akteure vorrangig im Nachwuchs beziehungsweise der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen werden. Die Mannschaft hat einen großen Umbruch erlebt. Aus der Stammformation der vergangenen Saison sind nur noch drei Spieler dabei, darunter Publikumsliebling Malte Ziegenhagen. Den Verein verlassen mussten unter anderem Kapitän Michael Fleischmann und Daniel Mixich. Gerne gehalten hätten die Chemnitzer den US-Amerikaner Joe Lawson, der aber in die erste Liga wechselt.

Neuzugänge: "Wir wollten Spieler, die sowohl in der Defensive als auch in der Offensive stark sind", erklärt Niners-Geschäftsführer Steffen Herhold die Transferpolitik des Sommers. Außerdem setze man auf erfahrene Basketballer, die schon in Europa und vor allem Deutschland aktiv waren. Drei Spieler kommen vom ehemaligen Liga-Konkurrenten Köln, der sich in die dritthöchste Spielklasse zurückgezogen hat. Nach einer Saison in Nürnberg ist der frühere Publikumsliebling Virgil Matthews wieder mit dabei. Besonderes Augenmerk gilt Evan Elliot, der 324 Profieinsätze in Europa absolviert hat, die meisten davon in der Bundesliga. Unerfahren ist indes Matt Scott, der direkt von einer Universität in den USA kommt. Scott erhält vorerst nur einen Vertrag bis Oktober, um ihn zu sichten. Das geschehe aus der Erfahrung des Vorjahres heraus, erklärt Herhold. Damals hatten die Niners den Neuling Jajuan Johnson unter Vertrag genommen, der jedoch schon nach wenigen Wochen wegen Anpassungsschwierigkeiten in Deutschland in seine Heimat in die USA zurückkehrte. Gleich fünf US-Amerikaner tragen das Trikot der Niners - so viele wie seit Jahren nicht mehr. "Für bestimmte Komponenten unseres Spiels war es nicht möglich, deutsche Spieler mit entsprechender Qualität zu finden", erklärt der Niners-Geschäftsführer. Eine wichtige Rolle habe zudem die Körpergröße gespielt. Mit 1,90 Meter ist Virgil Matthews der kleinste Akteur im Kader. Sieben Spieler sind über zwei Meter groß, darunter Georg Voigtmann mit 2,13 Meter. "Wir haben 90 Prozent der Spieler, die wir wollten, bekommen", so Herhold. Bleibe Matt Scott über Oktober hinaus in Chemnitz, sei der Kader komplett.

Taktik: Trainer und Geschäftsführung setzen auf noch mehr Flexibilität. Klassische Rollen- und Positionsaufteilungen werde es nicht geben, so Herhold. Coach Rodrigo Pastore, der seit diesem Sommer mit dem Deutsch-Amerikaner Steven Hutchinson einen erfahrenen Co-Trainer an seiner Seite hat, bemüht das Wort "Vielseitigkeit" für seine Strategie. Ruhe ins Spiel sollen die Oldies Elliot (31 Jahre) und Matthews (35) bringen.

Etat: In der Saison 2016/17 hatte die ausgegliederte Profi-Abteilung des Vereins erstmals die Millionen-Euro-Grenze gerissen. Für diese Spielzeit plant Geschäftsführer Herhold mit 1,35 Millionen Euro - ähnlich viel wie in der vergangenen Saison. "Trotz der zuletzt nicht zufriedenstellenden Leistung der Mannschaft haben uns alle Sponsoren die Treue gehalten - und einige sogar ihr Engagement verstärkt", so Herhold. Derzeit unterstützen rund 100 Firmen den Verein, darunter große Unternehmen wie der Energieversorger Eins und die Sparkasse Chemnitz. Er hoffe, dass weitere 10 bis 15 Unternehmen in naher Zukunft dazukommen, so der Geschäftsführer. Die würden die Chemnitzer auch dringend brauchen, falls sie den Aufstieg in die erste Liga anpeilen. Für die höchste Spielklasse gelte seit kurzem eine neue Etat-Untergrenze von etwa drei Millionen Euro, so Herhold. "An dieser Dimension sieht man: Basketball ist längst keine Ransportart mehr."

Fan-Interesse: Das erste öffentliche Testspiel gegen Bernau (93:59-Sieg) verfolgten gut 500 Zuschauer. Fünf Wochen vor dem Saisonauftakt haben die Niners nach eigenen Angaben zudem mehr als 1000 Dauerkarten verkauft - Rekord in der bisherigen Vereinsgeschichte. Für das erste Heimspiel gegen Heidelberg waren bis gestern 1500 Karten abgesetzt worden.

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