Ein Jahr Anlauf für das große Ziel Aufstieg

Der VfB Fortuna startet mit einem verjüngten Team in die Landesklasse. Das Kommando sollen die alten Haudegen haben.

Der VfB Fortuna Chemnitz hat sportlich sicherlich schon bessere Zeiten erlebt. Es ist noch kein Jahrzehnt her, als der damalige Oberligist an das Tor zur Regionalliga klopfte. Doch dieser Sprung nach oben blieb verwehrt, danach folgten Abstiege in untere Ligen. Nun hat sich die erste Mannschaft in der Landesklasse etabliert. Im vergangenen Jahr wurde die Truppe des Trainergespanns Rocco Dittrich/Dietmar Leuschel hinter dem souveränen Staffelsieger SV Olbernhau Tabellenzweiter. Sicherlich möchte ein Team, das in der Vorsaison Vize wurde, nun erneut zum Sturm auf die Tabellenspitze blasen. Doch Dittrich verfällt bei der Frage nach dem Saisonziel nicht in hektischen Aktionismus. "Wir wollen grundsätzlich dort weitermachen, wo wir in der vergangenen Saison aufgehört haben - nämlich oben mitspielen und guten Fußball abliefern", lässt sich der 36-Jährige nicht dazu verleiten, das "A"-Wort lautstark in den Mund zu nehmen. "Wir machen uns bezüglich des Aufstiegs gar keinen Druck. Doch wenn es passiert, werden wir uns nicht dagegen wehren", schmunzelt der Coach.

Sollte es in dieser Serie mit dem Sprung nach oben nicht funktionieren, werde auf der Sportanlage im Chemnitztal die Vereinsflagge nicht auf Halbmast gehisst. "Dann nehmen wir das Ziel ein Jahr später mit Nachdruck ins Visier", sagt Dittrich. Schließlich steht er mit seinem Co Leuschel in dieser Serie vor der Aufgabe, drei Akteure aus der zweiten Mannschaft einzubauen und sieben jungen Kickern, die von den eigenen A-Junioren kommen, in der Männermannschaft das Laufen beizubringen. "Uns ist es wichtig, dem eigenen Nachwuchs eine Chance in der Ersten zu geben. Schließlich betreiben wir in diesem Bereich eine zielstrebige Arbeit. Alle Nachwuchsteams, die auf dem Großfeld spielen, laufen in der Landesliga auf", sagt Dittrich.

Sich sportlich durchzusetzen, sei für die nachrückenden Kicker die eine Seite. Einen anderen Aspekt stellt die berufliche Entwicklung der jungen Männer dar. "Einer beginnt mit dem Studium, der andere eine Ausbildung. Da bleibt abzuwarten, wie die Jungs diese veränderte Lebenssituation meistern", sagt der Coach. Er bittet immerhin dreimal pro Woche zum Training. Damit die jungen Wilden ihre Kraft an der richtigen Stelle einsetzen, werden die erfahren Spieler ein Auge auf die Jugendbrigade werfen. Stellvertretend dafür steht Ronny Weigel. Der 34-Jährige hat beim VfB Fortuna in den vergangenen Jahren sämtliche Berg- und Talfahrten miterlebt und geht nun auch wieder voran, wenn die Mannschaft in der Landesklassesaison 2018/19 Punkte bunkern will. Auch Jens Voigt dürfte das Zeug dazu haben, eine klare Ansage auf dem Platz zu machen. Der 33-jährige Torhüter kam im Sommer vom BSV Gelenau zu Fortuna. Außerdem wird der alte und neue Kapitän Moritz von der Mühlen stets eine klare Ansage auf der Zunge haben.

Insgesamt umfasst der Kader drei Torleute und 23 Feldspieler. Nach dem Favoriten auf den Staffelsieg gefragt, fällt Dittrich zum Beispiel das Team von Merkur Oelsnitz ein. Aber auch die SG Handwerk Rabenstein hätte aus seiner Sicht das Zeug dazu, ganz oben mitzumischen. "Deren Mannschaft ist seit Jahren zusammen und somit eingespielt", lautet seine Analyse. Und vielleicht hat der VfB Fortuna im Saisonverlauf auch selbst das notwendige Glück, das es braucht, um ganz vorn mitspielen zu können.

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