Kampf, Krampf und kein Gewinner

Der BSC Rapid Chemnitz ist im Kellerduell der Landesliga nicht über ein Unentschieden gegen den SV Olbernhau hinaus gekommen. Ein Sonderlob geht an die Zuschauer.

Vorbei sind die Zeiten, als allerorten über den Jahrhundertsommer, die tropische Hitze und den fehlenden Regen gejammert wurde. Wer sich gestern Nachmittag als Spieler, Fan oder Schiedsrichter auf einen Fußballplatz stellte, sehnte sich den Sommer mehr denn je zurück. Es war kalt, es war nass, es war windig. Kurzum: Es war das perfekte Wetter für ein Duell gegen den Abstieg.

Denn schönen Fußball hatte vor dem Spiel des BSC Rapid gegen den SV Olbernhau kaum einer erwartet. Beide Mannschaften haben zwar durchaus Personal in ihren Reihen, das mit dem Ball umgehen kann. Aufgrund der Tabellensituation - sowohl die Chemnitzer als auch der Aufsteiger aus Olbernhau stecken im Tabellenkeller der Landesliga fest - und aufgrund des Wetters waren am Sonntagnachmittag aber eher die Spieler gefragt, die auch mal dagegen halten können.

Und so wurde es ein Duell mit ganz viel Kampf und ganz viel Krampf. Den tapfer ausharrenden Zuschauern gefiel das. "Wir wollen euch kämpfen sehen", skandierten die mitgereisten und trommelnden Fans aus Olbernhau im Dauerregen, den ihnen der kalte Wind mal weniger stark und mal heftiger um die Ohren blies. Auch die Spieler hatten sichtlich Spaß an diesem urigen Fußball - die Zweikämpfe wurden rassig und hart geführt, unfair wurde es aber nie. Und wenn es mal Scharmützel gab, wurden die sogar mit einem Lächeln geklärt.

Der Einzige, dem das miese Wetter am zweiten Advent wohl so richtig die Laune verhagelt hatte, war der Schiedsrichter. Zwar war es auch für ihn kein leichtes Spiel, vier Gelbe Karten auf jeder Seite waren aber des Verwarnens zu viel. Dazu kamen zahlreiche fragwürdige Entscheidungen und der Abpfiff des Spiels, als dieses gerade in die spannende Schlussphase einbiegen wollte. Als der Referee fast auf die Sekunde pünktlich und ohne jegliche Nachspielzeit (trotz etlicher Unterbrechungen) abpfiff, staunten alle Beteiligten nicht schlecht. Vielleicht hatte der Unparteiische ja auch nur Erbarmen mit den 150 Zuschauern, die so etwas früher als gedacht ins Warme kamen.

Vor dem plötzlichen Abpfiff gab es auf jeder Seite zwei Treffer zu bejubeln. Den ersten schon nach acht Minuten aufseiten der Gäste, als Steve Müller bei einem Eckstoß am langen Pfosten vergessen wurde. Er brauchte den Ball aus Nahdistanz nur noch über die Linie zu drücken. Anschließend konnte sich Gästekeeper Geiger zweimal gegen Rapid-Stürmer Mesan auszeichnen, erst kurz vor der Halbzeitpause passierte aber wieder wirklich Aufregendes. Zunächst traf Hartwig per Kopf nach einem Freistoß für die Chemnitzer, kurz darauf wurde aus einem Befreiungsschlag der Gäste ein Angriff, der zum 2:1 für die Erzgebirger führte. Ein Torwartfehler nach einer Freistoßflanke ermöglichte Hennig in der 57. Minute den Ausgleichstreffer für Rapid, ansonsten passierte in Halbzeit zwei nicht viel. Bis auf den Regen natürlich. Und den frühen Abpfiff.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...