Neuanfang beim CFC: Ex-Schalker ist positiv überrascht

Die Regionalliga-Fußballer des Chemnitzer FC sind mit drei Siegen aus den ersten drei Spielen perfekt gestartet. Großen Anteil daran hat auch einer, der eigentlich höherklassig Erfolge feiern wollte.

Er war irgendwie zur falschen Zeit am richtigen Ort: Als Pascal Itter im Sommer 2013 aus der U 19 des 1. FC Nürnberg in die Nachwuchsabteilung des FC Schalke 04 wechselte, unterschrieb das große Talent für drei Jahre - also auch einen Profivertrag für den Männerbereich. Doch ausgerechnet zu dieser Zeit ging es bei den "Knappen" drunter und drüber. Die Erfolge in der Bundesliga blieben aus, auf Trainer Jens Keller folgte Roberto Di Matteo, der im Sommer 2015 von André Breitenreiter abgelöst wurde. "Da brauchten die neuen Trainer natürlich in erster Linie Erfolge, konnten weniger auf den Nachwuchs setzen", blickt Itter zurück. Der heute 23-Jährige, der 2014 mit der deutschen U-19-Nationalmannschaft Europameister wurde, spielte bei den Schalkern keine Rolle. "Es hat noch nicht für ganz oben gereicht", sagt er selbstkritisch. Die Schuld bei anderen suchen - das ist nicht die Art des gebürtigen Schwalmstädters, der mit 15 Jahren zum 1. FC Nürnberg kam.

Als er auf Schalke keine Einsatzchancen sah, wechselte der Außenverteidiger in die österreichische Bundesliga zum SV Grödig - und war auch hier zur falschen Zeit am richtigen Ort. Denn Itter bekam zwar viel Spielpraxis, allerdings stieg sein Verein ab und wurde in die 3. Liga zurückgestuft, womit alle Verträge hinfällig waren. Mit dem Neuanfang beim SC Paderborn klappte es dann auch nicht wirklich, ein Kreuzbandriss warf den 1,77 Meter großen und zweikampfstarken Spieler zurück. "Als ich verletzt war, hatte die Mannschaft einen Lauf - also war ich draußen", sagt Itter, auch das aber ganz ohne Zorn.

Statt zu klagen entschied er sich für einen Neuanfang in der Regionalliga und landete beim CFC. "Der Kontakt kam über meinen Berater zustande, die Gespräche mit der Vereinsführung waren sehr gut", sagt er. "Es gab konkrete Vorstellungen, wie die Mannschaft zusammengestellt werden soll, zudem wurde mit dem Thema Insolvenz sehr offen umgegangen." Positiv überrascht war der Neu-Chemnitzer auch von der Stadt, in der er jetzt lebt und in die seine Freundin bald nachkommen wird. "Man hört ja so manches Negatives", sagt er schmunzelnd. "Aber ich habe hier eine Stadt vorgefunden, in der viel los ist, in der sich viel entwickelt. Ich fühle mich wohl hier."

Und auch sportlich läuft es jetzt rund. "Anfangs hatte Pascal einige Schwierigkeiten", sagt CFC-Trainer David Bergner. "Er kam aus einer langen Verletzungspause, musste erst einmal wieder seinen Rhythmus finden." In der Vorbereitung habe es bei "Calli", wie Itter gerufen wird, aber einen Hebel umgelegt, sagt Bergner, der den 23-Jährigen in allen drei bisherigen Spielen auf der Rechtsverteidiger-Position durchspielen ließ. "Er macht seine Sache sehr gut, hat aber noch Luft nach oben", so der Coach. "Calli hat ein großes Potenzial, und wir hoffen, dass er das noch abrufen kann." Angetan sei er vom Teamgeist, sagt Itter: "Hier wurde eine Mannschaft zusammengestellt, in der nicht ein einziger Stinkstiefel zu finden ist."

Dass Pascal Itter auch beim morgigen Auswärtsspiel in Erfurt von Beginn an spielen wird, ist ziemlich sicher, auch wenn Bergner einige Änderungen im Kader ankündigt. "Wir wollen die Spannung hoch halten, allerdings macht es uns die U-23-Regel der Regionalliga schwer, auch alle älteren Jungs mal in den Kader zu holen", sagt der Coach. Alle Teams sind verpflichtet, an jedem Spieltag vier Spieler im Kader zu haben, die am 1. Juli der jeweiligen Saison das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Itter ist am 3. April 23 geworden - da hat es mit der Zeit also wieder nicht so ganz gepasst.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...