Niners festigen Spitzenplatz mit Auswärtssieg

Rang eins und damit Heimrecht in der Aufstiegsrunde ist den Chemnitzer Zweitliga-Basketballern nach dem Erfolg gegen Schalke kaum noch zu nehmen. Der Kapitän hat für die Playoffs einen Wunsch.

Vielleicht sollte Niners-Trainer Rodrigo Pastore der medizinischen Abteilung des Vereins einen Blumenstrauß als Dankeschön schicken. Denn entgegen aller Ankündigungen konnte er beim Auswärtsspiel gegen Schalke am Samstag auf Matt Vest zurückgreifen. Der US-Amerikaner hatte sich vor drei Wochen beim Spiel in Karlsruhe einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zugezogen. "Die Prognose lautete, dass er sechs Wochen ausfällt", berichtet Trainer Rodrigo Pastore und ergänzt: "Wir waren überrascht und froh, dass er bereits nach zwei Wochen wieder trainieren konnte." Und schließlich am Samstag beim 76:63-Auswärtserfolg auch auflief.

Die ersten drei Spielminuten in Oberhausen - dort trägt Schalke seine Heimspiele aus - gingen an die Gastgeber, die sich einen 7:0-Vorsprung herausarbeiteten. "Wir haben etwas Zeit gebraucht, um in unser Spiel zu finden", sagt Pastore. Kurz vor Ende des ersten Viertels übernahm sein Team allerdings die die Führung, die es bis zur Schlusssirene behielt. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung 17 Punkte (63:46). Zurückzuführen sei das vor allem auf die gute Abwehrarbeit gewesen. "Das war eine der besten Defensivleistungen in dieser Saison", sagte Pastore. Schalke konnte weniger als 40 Prozent der Würfe aus dem Feld im Korb unterbringen - ein guter Wert aus Sicht der Chemnitzer. Bei den Niners landeten dagegen fast zwei Drittel aller Zwei-Punkt-Versuche im Ring. Die Sachsen erkämpften zudem mehr Rebounds (36 gegenüber 31 für Schalke) und eroberten in der Verteidigung mehr Bälle, sogenannte Steals (13 zu 9). Dabei sei es bei weitem kein leichtes Unterfangen gewesen, so der Coach. Vor allem die vielen Foulpfiffe der Schiedsrichter gegen seine Spieler bereiteten ihm Sorge. Virgil Matthews drohte deswegen frühzeitig der Ausschluss, Kapitän Malte Ziegenhagen musste nach dem fünften Foul runter vom Feld. "Ich hatte aber trotzdem nie das Gefühl, dass wir in Gefahr sind. Wir hatten die Partie immer unter Kontrolle", sagte Ziegenhagen.

Drei Spieltage vor Schluss liegen die Niners mit sechs Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Für den Trainer kommt das überraschend. "Vor der Saison hat uns kein Experte auch nur in der Nähe der besten vier Mannschaften der Liga gesehen", meint Pastore und ergänzt: "Kompliment an die Mannschaft. Aber es wäre falsch, nun anzunehmen, wir gewinnen jedes Spiel."

Trotz des klaren Vorsprung in der Tabelle habe er auch nicht vor, seine Spieler in den noch ausstehenden drei Begegnungen der Hauptrunde zu schonen. "Die beste Variante, uns auf die Playoffs vorzubereiten, ist, jedes Spiel wie eine Playoff-Partie anzugehen." Es sei allenfalls eine Option, im Training etwas kürzer zu treten. Auf den zweiten US-Amerikaner, der zuletzt wegen einer Verletzung ausfiel, werden die Niners wohl noch verzichten müssen. Matt Scott werde frühestens zu Beginn der Playoff-Runde wieder einsteigen, kündigt Pastore an.

Für die Aufstiegsrunde hat Kapitän Ziegenhagen eine klare Wunschliste. "Gegen Hagen wollen wir nicht unbedingt in der ersten Runde spielen", sagt er mit Verweis auf die Stärke der Nordrhein-Westfalen. Lieber sei ihm ein Duell mit Ehingen, so der 27-Jährige. In der Hauptrunde gelangen gegen diese Mannschaft zwei Siege.

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