Dem Wahnsinn direkt auf der Spur

Hunderte Deutsche machen sich jedes Jahr zum Wasalauf auf. Bisher gab es trotzdem kein Buch eines deutschen Autors über den weltweit größten Skilanglauf. Ein gebürtiger Erzgebirger hat's geändert.

Tirpersdorf.

Dass der Vogtländer Gert-Dietmar Klause 1975 der erste Nicht-Skandinavier gewesen ist, der den legendären Wasalauf gewonnen hat, dürften viele Skisportfreunde wissen. Aber wer würde darauf kommen, dass ausgerechnet ein "Flachlandtiroler" aus Niedersachsen derjenige Deutsche mit den meisten Wasaläufen in den Beinen ist? 57 der 92 Massenrennen mit mehr als 15.000 Teilnehmern pro Jahr hat Eberhard Piske aus Wolfenbüttel schon in den Beinen. Das und eine Menge mehr an Interessantem, oft auch Kuriosem erfährt man aus Monty Gräßlers kürzlich erschienenem Buch "Wahnsinn Wasalauf".

Der Autor ist 1972 in Erlabrunn geboren worden, wuchs in Erla-Crandorf auf. Als Schüler war er im Trainingszentrum Skilanglauf in Schwarzenberg aktiv. 1991 legte er am Brecht-Gymnasium das Abitur ab. In der Schwarzenberger Lokalredaktion der "Freien Presse" schnupperte er in den Journalistenberuf hinein, den er heute als Sportredakteur im Vogtland ausübt. 2014 hatte sich Monty Gräßler als passionierter Ski- und Ausdauerläufer an das Abenteuer Wasalauf gewagt. Überwältigt von den Erlebnissen im Feld der Tausenden auf den 90 Kilometern von Sälen nach Mora brauchte es auf der zweitägigen Busheimreise nur noch des Anstoßes seiner Sportfreunde, um das Buchprojekt reifen zu lassen.

Zwei Jahre hat Gräßler an dem Werk gearbeitet. Das Grundgerüst bildet die packende Schilderung seines ganz persönlichen Rennens. Man steht mit ihm im obligatorischen Stau am Start, spürt fast die Ellenbogen und Skistöcke der Nachbarn, schmeckt den legendären Blaubeersaft an den Verpflegungsstellen, leidet mit dem rebellierenden Körper und teilt nach überstandenem Gewaltritt die Gefühle, die den erschöpften Läufer überwältigen. Diese Schilderungen garniert Gräßler mit jeder Menge Fakten rund um das Mammutereignis, das 2014 seine 90. Auflage erlebte.

Er stellt neun Deutsche und ihre ganz persönliche Verbindung zum "Wahnsinn Wasalauf" vor. Da- zu zählt natürlich Gert-Dietmar Klause, aber auch Ex-Bundestrainer Jochen Behle, der zeitschnellste Deutsche Thomas Freimuth und der Behindertensportler Josef Giesen, der den Ultramarathon schon mehrfach ohne Skistöcke lief.

Dass der in Tirpersdorf lebende gebürtige Erzgebirger Monty Gräßler vom Wasalauf-Virus infiziert ist, spürt der Leser auf jeder Seite. Da ist es nicht die Frage, ob er sich die Quälerei noch einmal antut, sondern nur wann. 2018 soll es wieder soweit sein.


Wo das Buch erhältlich ist

Das 175 Seiten starke Werk "Wahnsinn Wasalauf" erschien im Eigenverlag. Es ist zum Preis von 19,90 Euro bei Internethändlern wie Amazon, Libri, book-on-demand.de oder über die Homepage des Autors zu beziehen. Es kann aber auch in den Shops von "Freie Presse" oder in Buchhandlungen bestellt werden. Die ISBN-Nummer lautet 978-3-86460-551-2. "Wahnsinn Wasalauf" ist das dritte Buch aus der Feder des skisportbegeisterten Monty Gräßler. Von dem 43 Jahre alten Journalisten sind bereits zwei Werke erschienen: Im Jahr 2004 "Sächsische Skispitzen", eine Porträtsammlung über die erfolgreichsten sächsischen Wintersportler, sowie fünf Jahre später dann 2009 "Mit links und 40 Fieber", die Biografie des aus Schwarzenberg stammenden Box-Weltmeisters Markus Beyer. (pj)

www.wahnsinn-wasalauf.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...