Die Blauen stellen den König

Ein Schuss dicht ans Zentrum - damit lässt sich Schützenkönig werden. Johannes Brand ist dies erstmals gelungen.

Ehrenfriedersdorf.

Der neue König des Erzgebirgischen Schützenbundes heißt Johannes Brand. Der 52-Jährige gehört der Königlich privilegierten Schützengilde "Blaue Schützen" Zwönitz an und erhielt seine Meriten zur Proklamation während des Schützenballs im Berghotel auf den Greifensteinen. "Es ist das erste Mal, dass ich Schützenkönig geworden bin. Aber ich bin auch erst seit 2017 im Verein", so der Ausgezeichnete.

Er hatte noch nicht einmal die Zehn getroffen, lag aber dennoch über die 50 Meter liegend mit Kleinkalibergewehr am dichtesten von allen Teilnehmern am Zentrum der Scheibe. Es gibt ja nur einen Schuss, den alle aus derselben Waffe abgeben. Deshalb gehört auch immer eine Portion Glück dazu, wissen die Beteiligten. Johannes Brand hat früher in der GST - so hieß in der DDR die Gesellschaft für Sport und Technik - mit dem Schießen begonnen. Erst vor wenigen Jahren hat er sich dann wieder diesem Sport genähert, vor allem das Ordonnanzschießen gefällt ihm. "Und weil es bei einem dieser Wettbewerbe anschließend ums Königsschießen ging, habe ich eben mitgemacht", so der Servicetechniker einer Orthopädiefirma, der 2018 auch Landesmeister war. Er liebt es vor allem, mit alten, herkömmlichen Waffen zu schießen. Deshalb freut er sich auch auf den Schwedencup, der nächste Woche in Leipzig ausgetragen wird. "Da schieße ich mit einer Schwedenmauser Carl Gustaf M/96 von 1917. Ohne Hilfsmittel, nur über Kimme und Korn auf 100 Meter Entfernung", betont der aktuelle Kreisschützenkönig, der in lockerer Art anfügt: "Wenn der Lauf krumm ist, aber ich halte damit richtig an, treffe ich trotzdem die Mitte." Ex-Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hätte wohl ihre wahre Freude an solch einer Aussage gehabt.

Die Proklamation des Kreisschützenkönigs war aber nur ein Teil eines Ehrungsmarathons im Berghotel. "Wir haben 126 Gäste begrüßt, somit war der Saal sehr gut gefüllt", betonte Kreisschützenmeister Frank Wachter. Er ehrte im Verlaufe des Abends die erfolgreichsten Vertreter des Schützenkreises, beispielsweise Tim Hofmann von der PSG Burkhardtsdorf und Yannic Grießbach vom PJC Grünhain, die den Verband bei der Deutschen Meisterschaft vertreten haben. Grießbach gewann dabei im Mixed mit Agnes Völker aus Burgstädt die Goldmedaille mit der Luftpistole. Zudem wurden die Erzgebirgssieger der Ranglisten-Wettkämpfe mit Kleinkaliber-Gewehr und -Pistole sowie die mit Großkaliber-Kurzwaffe ausgezeichnet und der Wanderpokal, eine Teamentscheidung mit Ordonnanzwaffen, vergeben. "In diesem Jahr ging er an die Grünhainer, die vor dem SV Mildenau und der KpSGi Geyer gewannen. Insgesamt wurden 120 Medaillen vergeben", so Wachter, der zudem bedeutsame Auszeichnungen übergeben durfte. Ulrich Buschmann vom SV Mildenau erhielt das Kreuz des Sächsischen Schützenbundes in Silber, Frank Voigt (Neudorfer SV) und Jürgen Wiendlocha (SG Neudorf) die Ehrennadel des Schützenbundes in Gold.

Der Erzgebirgische Schützenbund - Sportschützenkreis 2 - ist der viertgrößte von 14 Schützenkreisen im Sächsischen Schützenbund. Er umfasst das Gebiet der Altkreise MEK, ANA, ASZ und ist die Dachorganisation für 38 Mitgliedsvereine mit 1455 Mitgliedern. Zudem betreut er die Talente des Stützpunkts Erzgebirge vom SV Schlettau, SV Pöhla, KpSGi Geyer und dem PJC Grünhain, organisiert Ranglistenwettkämpfe mit verschiedenen Gewehr- und Pistolentypen sowie die Kreismeisterschaften in allen Disziplinen entsprechend der Sportordnung. "Und 2020 freuen wir uns auf ein Novum. Am 1. Februar gibt es erstmals eine Sächsische Landesmeisterschaft in Annaberg. Es werden die Titelkämpfe des Freistaates im Bogenschießen sein - ausgetragen in der Silberlandhalle und ausgerichtet vom SV Schlettau."

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